Schneepatenschaft für ältere Menschen

Wenn Schnee fällt, stöhnen Hausbesitzer und Mieter gleichermaßen. Damit keiner verunglückt, sind diese verpflichtet, den Gehweg von der weißen Pracht zu säubern. Doch gerade ältere Mitbürger sind mit dieser Aufgabe überfordert – einen professionellen Räumdienst können sie sich finanziell aber auch nicht ohne weiteres leisten. In Welschbillig übernehmen diesen sozialen Dienst gegen Spende nun die Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Und wer hat es (angeblich) erfunden? Die Pfadfinder aus Norddeutschland. Ich kenne Pfadfinder, die Christbäume abholen, Waffeln ooder Kuchen verkaufen, auf der Straße oder in Altenheimen singen, Nikoläuse und Grüße überbringen, Bäume pflanzen, Adventskränze verscherbeln, Nistkästen reinigen, Brote statt Böller darbieten, Igelauffangstationen betreiben, Altpapier zusammenhorten oder auch Altkleider, Flüchtlinge integrieren, die sich selbst jährlich vermieten (zumeist im Sommer),  illegale Müllhaufen entsorgen, Nahrungsspenden neben Supermärkten einsammeln, alten Damen über den Friedhof helfen und die Grabsteine säubern – aber wenn ich schneeschippende Pfadfinder sehen will, muss ich das leider selbst erledigen und ich habe bis jetzt auch noch nie davon gelesen. Die Idee gefällt mir aber. Es liegt zwar noch kein Schnee bei mir, aber wenn es soweit ist – liebe Pfadfinder von Frederick Selous, ihr seid doch immer für eine gute Sache zu haben – meinethalben auch Stamm Idubag (DPSG) oder Stamm Oberon (BdP) – wie schaut es aus mit Schneeschippen? Wenn ich Schnee in meiner 70m langen Einfahrt sehe, fühle ich mich nämlich auch sehr schnell sehr alt…

Quelle: Volksfreund 12.01.2016

Spurbuchverlag - Pfadfinder und Jugendbewegung