Eskalation bei Zeltlager der Pfadfinderbundes Seeland

Beim diesjährigen Ferienangebot des Pfadfinderbundes Seeland in Studen, in welchem die Kinder Zirkusnummern unter der Leitung des Zirkus Balloni einstudierten, brach Streit unter den erwachsenen Teammitgliedern aus. Dieser eskalierte derart, dass die Polizei einschreiten musste. Das langjährige Leiterehepaar der Pfadfinder (er vorbestraft wegen Brandstiftung, sie wegen Verleumdung) spricht von einer Schmutzkampagne. Die geäußerten Vorwürfe, es sei ein etwa achtjähriges Mädchen nur mit Schlafanzug bekleidet im Rahmen eines Taufrituals angeleint bei Regen vom Leiter durch den Dreck gezogen worden, ein behinderter Junge gegen einen Pfosten geschlagen worden und besuchende Eltern beschimpft worden, würden jeder Grundlage entbehren. Sie stellten Strafanzeige gegen Medienvertreter, geraten inzwischen aber selbst immer stärker unter Druck. Die Stadt Grenchen und die Gemeinde Büren haben der Frau inzwischen die Leitung von Ferienkursen im Rahmen des Ferienpasses entzogen und das Berner Jugendamt erwägt sogar, dem Leiterpaar die Durchführung von Pfadilagern generell zu untersagen. Zudem wartet das Zirkusunternehmen Balloni noch auf die Bezahlung der Gage. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Pfadfinderbundes, der mit Namensnennung auf dessen Homepage pikanterweise der Unterschlagung und des Kindesmissbrauchs bezichtigt wird, bezeichnete die Vorgehensweise des Leiterehepaares als „typisch“ und setzt hinsichtlich der gegen ihn persönlich im Netz veröffentlichten Vorwürfe hinzu, dass ihm der Tausender für einen Anwalt zu teuer sei, um dann von Schmerzengeld und Entschädigung sowieso nie etwas zu erhalten.

Vor über zehn Jahren spaltete sich der Pfadfinderbund Seeland (PbS) von der Pfadiabteilung Grenchen PAG des Pfadi Bundes Schweiz (PBS) ab und ist seither als freischaffender Ein-Stamm-Bund unterwegs, der jedoch nach eigener Aussage Mitglied bei der WFIS (World Federation of Independent Scouts) ist (und auf deren Homepage nicht als Mitglied aufgeführt wird). Der Pfadfinderbund kündigte unterdessen die Gründung des «Bundes Freier Pfadfinder Helvetia» zusammen mit der Flusspfadi Tösstal an. Dessen Leiter jedoch dementierte, der Zusammenschluss sei noch keineswegs beschlossene Sache.

Quelle: scouting 03-11

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