24th World Scout Jamboree

Die offizielle Dokumentation des im vergangenen Jahr erfolgten 24. Weltpfadfindertreffens in Amerika ist jetzt erschienen und kann bei den Boy Scouts of America bestellt werden. Klarer Wehmutstropfen: Das Buch selbst kostet zwar „nur“ 29,99 US-Dollar, aber selbst die günstigste Versandoption nach Deutschland (First Class Package international) schlägt mit 36,02 US-Dollar zusätzlich zu Buche. Wer es eilig hat, kann natürlich auch Priority Mail Express international auswählen, dann sind es 72,57 US-Dollar zusätzlich. Und das für gerade einmal 160...

Mühen um Content

Als Online-Redakteur ist man auf Futter angewiesen. Inhaltlicher Art. Corona macht es nicht gerade einfach, so richtig viel ist ja nicht los. Und dann auch noch Sommerloch oben drauf. Klar freut man sich, wenn man dann Input bekommt. Da fragt man dann auch nicht kritisch, was das soll. Hier der Beitrag eines Bahn- und Pfadfinderbegeisterten Redaktionskollegen: Hallo! Gerade zwei Pfadfindersachen aus USA gefunden: https://www.pinewoodpro.com/ BSA betreibt eine eigene „Miniseifenkisten-Rennserie“ – haben sogar die eingetragene Handelsmarke dafür Und das hier (im PDF auf Seite 14): https://resources.bachmanntrains.com/Bachmann_2020/offline/download.pdf Völlig vorbildfrei, aber offiziell lizensiert. Kost auch nur 360 $. NEIN, ich will den nicht haben!!! Dann lieber die hier: http://www.lionel.com/products/union-pacific-boy-scouts-of-america-legacy-es44ac-diesel-2010-6-28347/ Die gibts auch in groß: http://www.rrpicturearchives.net/showPicture.aspx?id=2000365 heute aber nicht mehr so hübsch: http://www.rrpicturearchives.net/showPicture.aspx?id=5274776 Gut...

Kommentar „Boy Scouts wollen für alle da sein“...

In der FAZ erschien am 19.06. ein Artikel, welcher darüber informierte, dass Angehörige der Amerikanischen Boyscouts (BSA), welche ihren höchsten Ausbildungsrang „Eagle Scout“ erreichen wollen, künftig das zusätzliche Leistungsabzeichen „Diversity & Inclusion“ erzielen müssen. „Um das Abzeichen zu erhalten, wird von den Mitgliedern der größten Kinder- und Jugendorganisation der Vereinigten Staaten verlangt, sich über gesellschaftliche Gruppen zu informieren und Kontakte zu Menschen unterschiedlicher Herkunft aufzunehmen. „Das Ganze ist kein politisches Thema. Es geht um Menschenrechte“, ließ die 110 Jahre alte Organisati­on in einem offenen Brief an die etwa zwei Millionen Mitglieder wissen.“(Quelle: FAZ 19.06.2020) Kommentar von Pauli: Die ganze Aufregung um „Rasse oder Farbige oder andere Nationalitäten“ ist eigentlich für die Katz, wenn sich jeder Pfadfinder weltweit an seine mehr oder weniger gleichlautenden und selbstverständlich freiwilligen „Pfadfindergesetze“ hält. Diese besagen nämlich eindeutig „ein Pfadfinder ist Freund aller Menschen und Bruder aller Pfadfinder“. Das ist einfach und kann vom jedem verstanden werden. Das zweite ungeschriebene Gesetz ist die Aussage, dass jeder Pfadfinder werden kann, unabhängig von Rasse, Religion oder Hautfarbe (Baden-Powell hat eindeutig keinerlei Restriktionen/ oder sonstige Gründe vorgegeben. Beide Aussagen ergänzen sich und machen den Kern der Genialität der Pfadfinderidee aus. Pfadfinder wollen also nicht nur für alle da sein, sondern sie sollen es sogar!) Leider halten sich viele Verbandsorganisationen nicht daran, weil sie gleichzeitig ihre Organisation mit mehr oder weniger weltanschaulichen oder religiösen Bedingungen verknüpfen und glauben auch noch politische Aussagen damit als Bedingung verbinden zu müssen. Sie suchen sich also nur Gesinnungsgenossen, nicht Pfadfinder. Wir werden dies in Zukunft häufiger...

Die BSA in der Titanic

Die Titanic, Deutschlands wohl bekanntestes Satiremagazin, hat in seiner Maiausgabe die Insolvenz der Boy Scouts of America (BSA) zum Anlass genommen, angebliche Merit-Badges vorzustellen, welche die Mitglieder durch entsprechende Leistungen erhalten können: Für das Ausschneiden von Rabattmarken, Handtaschendiebstahl, Umgang mit dem Metalldetektor, das Anwerben von homosexuellen Mitgliedern (nach deren Konversionstherapie) oder für sexuelle Dienstleistungen in öffentlichen WCs. Damit die Scouts zu frischer Stärke motiviert werden. Vorweg: Die einzige Möglichkeit, in der Titanic positiv dargestellt zu werden, ist nach meiner Beobachtung, indem man etwas auf humoristischem Gebiet leistet und von Hans Mentz in seiner Humorkitik lobend erwähnt wird. Immerhin hat die Scouting-Redaktion Zugang zu Titanic und outet sich damit als Leser – alle übrigen prallen an der Bezahlschranke, welche hochwertige journalistische Arbeit überhaupt erst ermöglicht, vermutlich ab. Sie verpassen als Highlight das Penis-Badge. Aber ernsthaft zusammengefasst: Was da bei der BSA über Jahrzehnte abgelaufen ist, rächt sich nun halt eben – das amerikanische Rechtssystem macht es möglich. Und da können hierzulande ja viele nur sehr froh sein, dass unser Rechtssystem ein anderes ist, sonst hätten auch die Kirchen hier schon sehr viel mehr Klagen am Hals. Und nicht nur diese. Und da würden dann auch Badges nicht mehr weiterhelfen. Obgleich, ich würde es mir ja fast wünschen, das amerkanische Rechtssystem. Mir würde auch direkt einfallen, welche Organisation man da belangen könnte. Natürlich flippen direkt alle deutschen Pfadfinder aus, wenn sie (nicht) lesen (können – da Bezahlschranke): „Wer hätte denn ahnen können, was passiert, wenn man wunderliche alte Männer mit einer Gruppe autoritätshöriger Pubertierender tagelang allein im Wald lässt?“, weil sie sich selbst als „wunderliche alte Männer“ und direkt auch noch als Missbrauchstäter tituliert fühlen. Dabei sind „wunderlich alte Männer“ von meiner Frauenwarte aus eine Tautologie, wohingegen „autoritätshörige Pubertierende“ eine contradictio in adiecto darstellen. Diese beiden...

BSA gehen in Insolvenz

Gestern wurde bekannt, dass die Boy Scouts of America ihre Pläne, in geregelte Insolvenz zu gehen, tatsächlich umgesetzt haben. Mit der Insolvenz möchten sie nach eigener Aussage ermöglichen, dass ein Fonds zur Entschädigung von Missbrauchsopfern gebildet werden kann. Die Alternative wäre ein klassischer Bankrott, welcher zur Zwangsversteigerung diverser Liegenschaften und wohl auch dem Ende der Organisation führen würde. Hintergrund der Finanzprobleme sind primär unmittelbar bevorstehende Gerichtsverfahren wegen der jahrzehntelangen Vertuschung von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen durch erwachsene Angehörige der Organisation. Aufgrund der in Amerika hohen Schadensersatzzahlungen kommen sehr schwierige Zeiten auf die jahrhundertalte Organisation zu. Zudem sind die Mitgliederzahlen nach dem Ausscheiden großer Mitgliedsgruppen (insbesondere Angehörige der Mormonen, denen die Öffnung der Vereinigung für Homosexuelle nicht ins religiöse Bild passte) stark gesunken. Quelle: (u.a.) Spiegel...