Rezension „Mord in Sunset Hall“...

In vielen Gruppen ist es gute Tradition, auf Großfahrt abends zum Einschlafen aus einem Buch vorzulesen. Zu den beliebtesten Lektüren gehören dabei Bücher, die weder zu kurz, noch zu lang sind (für drei Wochen nämlich) und ein breites Alters-Publikum ansprechen. So wie „Glenkill“ von Leonie Swann beispielsweise, welches von einer Herde Schafe handelt, die sich auf Mordermittlung begeben. In ihrem neuesten Buch von Leonie Swann „Mord in Sunset Hall“ stehen hingegen die Bewohner einer selbstverwalten Senioren-WG im Mittelpunkt. Das wahrlich nicht perfekte Team macht sich mit Krückstock, Pantoffeln, Gebiss und dem ein- oder anderem Gedächtnisproblem auf die anstrengende Suche nach dem Mörder ihrer Nachbarin. Das ist eine Frage der Existenz, weil eine ihrer eigenen Mitbewohnerinnen mit derselben Waffe erschossen wurde und zu befürchten steht, dass sie selbst in Verdacht geraten könnten. Auch wenn die Handlung des Buches eher unterhaltsam ist, blitzt doch hin und wieder für die anspruchsvolleren (älteren) Gemüter Fragen und Beobachtungen tieferer Art auf. Was macht das Alter mit einem, wenn man weiterhin selbstbestimmt Leben möchte? Und für die etwas jüngeren geben Hettie, die Schildkröte (über die gemeinhin die richtigen Personen im passenden Augenblick stolpern) und Brexit etwas fürs Herz her. Wer oder was Brexit ist, erkläre ich hier nicht, sonst verpufft ein guter Gag. „Für Kinder“ ist dieses Buch wohl eher nichts (schließlich gibts Tote und darunter auch sehr unschöne Tote) aber ab Jungpfadfinderalter ist es von seiner „Blutigkeit“ her sicher zumutbar. Die Handlung ist nicht übermäßig kompliziert und allgemeinverständlich – was soviel heißt wie: Man braucht kein Akademiker zu sein. Es hat auch die richtige Länge für eine Großfahrt, nur auf die Taschenbuchausgabe muss man noch warten. Daumen hoch! Wer die übrigen Werke von Leonie Swann kennt: Dieses schlägt stilistisch wieder den Leichtigkeits-Bogen zu Glenkill, während das vorangegangene Werk „Gary“...

Neuauflage: Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel...

Endlich wieder erhältlich! In drei Abschnitten werden auf rund 300 Seiten nach einem kurzen Abriss Familiengeschichte sechzehn Jahre (1932-48) Jungen- und Jugendzeit eindringlich und spannend erzählt. Berry war in keinem Orden des Nerother Wandervogels, sondern in einem „bundesunmittelbaren“ Fähnlein und dem Bundesführer Robert Oelbermann direkt unterstellt. Da dieser für diese Kleinstgruppe kaum Zeit hatte, führten sie ein relativ freies Bundesleben. Zwölf Mann, ein wahrhaft wilder Haufen! Von 1932 an bis zur Auflösung blieben sie zusammen. Langsam schmolz die Gruppe auf 4-6 handfeste Kerle. Einige Zeit später fanden sie Unterschlupf in einer illegalen „autonomen Jungenschafts“-Horte, ein Konglomerat aus verschiedenen Bünden. 1938 wurden sie entdeckt und landeten in Gestapohaft. Ein tragisches deutsches Schicksal: Während Berry bereits im Kriegsgefangenenlager inhaftiert ist, ohne Verbindung zur Außenwelt, wird seine Mutter – im Jargon des NS-Zeit eine Halbjüdin – in Auschwitz ermordet. Authentisch und eindrucksvoll! Westenburger, Herbert: Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel ISBN 978-3-88778-327-3 304 Seiten, Format: 18 x 25 Auflage / Hardcover – neu erschienen zur Leipziger Buchmesse 2020 29,80 € Hier geht es zur...

Neuauflage: Die blaue Blume des Wandervogels...

Das Buch, 1960 erstmals erschienen, kann heute als klassisches Werk zur Geschichte der Jugendbewegung gelten. Vom Aufbruch der ersten Wandervögel um die Jahrhundertwende, über die frühen Verästelungen und Spaltungen, weiter zur bunten Vielfalt vor und nach dem 1. Weltkrieg und zur Ausbreitung des Pfadfindertums, und schließlich von der bündischen Phase der späten Weimarer Zeit bis zu Verbot und Verfolgung durch den Nationalsozialismus bietet das Buch eine Fülle von Daten und Fakten. Historisch relevant – ein Klassiker der Jugendbewegung. Helwig, Werner: Die Blaue Blume des Wandervogels ISBN 978-3-88778-208-9 352 Seiten, Format: 18 x 25,5, Hardcover verbesserte Auflage 26,00 € Hier geht es zur...

Neuerscheinung: Blätterfall

helm: Der bekannte Musikherausgeber, Liedermacher, Förderer und Kritiker bündisch-musikalischen Schaffens, wurde am 15. April 1930 in Bremen geboren. Helm kam über die Deutsche Jungenschaft zur bündischen Jugend. Ursprünglich studierte er Germanistik und Geschichte, später kamen noch Pädagogik, Chorleitung und Philosophie hinzu. Er arbeite als Verlagsassistent bei Voggenreiter („Turm“), als Gymnasiallehrer und als Lektor in Kalkutta. 1968 übernahm er ein kleines bündisches Schallplattenlabel und gründete mit Freunden aus der Jungenschaft die Schallplattenfirma Thorofon. Wann immer bündischer Gesang oder das Beherrrschen von Instrumenten im Niveau abzugleiten drohte, wurde ein deutliches Wort von Helm hörbar – ab 1985 war er als Jurymitglied regelmäßig bei verschiedensten pfadfinderisch-bündischen Singewettstreiten anzutreffen. helm als Autor: helm schrieb und vertonte selbst auch zahlreiche Lieder, die in seinem Buch „helms Lieder“ nach vielen Jahren endlich im Spurbuchverlag veröffentlicht wurden und sein kreatives Schaffen dokumentieren. In seinem Werk „tejo – Unser Schiff“ betätigte sich helm als genauer Analytiker und Kommentator bündisches Lebens. Die kleine Zeitschrift von tejo wird Außenstehenden nur durch diese Kommentare wieder verständlich. Blätterfall – Gedichte und Gedanken: helm schrieb auch Gedichte. Das nun vorliegende Buch „Blätterfall – Gedichte und Gedanken“ fasst diese Seite seines künstlerischen Werkes zusammen und fügt seiner Persönlichkeit einen ganz neuen Aspekt hinzu. „Wie die Strahlen der Sonne dem Leben dienen, so sollen auch Gedichte dem Leben dienen und die Schwere, die auf uns fällt, ertragen lassen …“ Auf 120 Seiten sind die Gedichte in Handschrift zusammengefasst und werden erstmals in dieser Form komplett veröffentlicht. König, Helmut: Blätterfall ‒ Gedichte und Gedanken. ISBN 978-3-88778-577-2 120 Seiten, Format: 14,8 x 21 cm Auflage / Hardcover Erscheinungstermin: Juni 2020 16,80 € Hier geht es zur...

hedos Lieder jetzt vorbestellbar

Bei hedo zu Hause wurde viel gesungen. Für ihn als Einzelkind bekam das Singen und später das Klampfenspiel einen hohen Stellenwert. Hedo war genau zehn Jahre alt, als sein erstes Lied entstand. Viele weitere sollten folgen. Mit „hedos Liedern“ können wir einer Fährte folgen, die uns zum Erleben eines jugendbewegten Menschen führt. Die für diese Sammlung ausgewählten Lieder lassen uns daran teilhaben, wie diese Erfahrungen hedos Leben geprägt haben: Natur und Fahrt, Musik und Tanz, Freundschaft und Gesprächskultur wurden Qualitäten, an denen sich hedo in der Gestaltung seines Lebens orientierte. Wir können Anteil an Erlebnissen und Eindrücken aus acht Lebensjahrzehnten nehmen. Wir sehen und hören von der Freude und der Erfüllung, die Gemeinschaft und Freundschaft und die wache Wahrnehmung der Natur bereiten können. Wir erfahren über die Wehen und Freuden von Jugend und Adoleszenz und die Auseinandersetzung des modernen Menschen mit einer sich rasch verändernden Welt. Diese Lieder eignen sich dazu, Hymne einer Bewegung zu werden, so klein diese auch sein mag. Momente der Stille, der Reflexion und inneren Einkehr bis zur Einsamkeit finden ebenso ihren Ausdruck. Mit diesem weiten Themenbogen geht diese Liedersammlung über den Rahmen zahlreicher Kohten-, Feuer- und Tippellieder hinaus. hedos Lieder bereichern das bei Wandervögeln, Jungenschaftlern und Pfadfindern verbreitete Liedgut, denn mit singbaren Melodien und verständlichen Texten ist dieses Liederbuch in allererster Linie eine Einladung, singend Gemeinschaft zu erleben. Holland, Hedo: hedos Lieder ISBN  978-3-88778-595-6 232 Seiten Format: 18 x 25 cm Sprache: deutsch 1. Auflage 2020, Softcover 22,80 € Hier geht es zur...

Neuauflage! Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel...

Es war vier Jahre lang vergriffen, nun ist es wieder lieferbar. Anlässlich der Leibziger Buchmesse erscheint die lang erwartete Neuauflage von Herbert „Berry“ Westenburger „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“. Das Buch ist ein bewegendes autobiografisches Werk mit der Qualität „bündischer Pflichtlektüre“. Berry beschreibt in seinem Werk u.A. seine Erlebnisse mit seiner Jugendgruppe während der Verbotszeit im Nationalsozialismus. Nachdem über 60 Jahre von den ersten Erlebnissen gerechnet ins Land gezogen sind, ist der Detailreichtum so mancher Schilderungen sehr beachtlich und beweist, wie prägend gerade diese Zeit gewesen sein muss. Auch der umfangreiche Anhang mit Dokumenten und Fotos als Nachweis für die getätigten Aussagen zeigt, mit welcher Hingabe dieses Buch entstanden ist. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß unsere heutige Freiheit, in der wir unseren Trieb nach Fahrten, Ferne und Abenteuern in unseren Bünden ausleben können, umso mehr zu schätzen. Informationen über Herbert Westenburger: Herbert Westenburger wurde am 5.1.1920 in Frankfurt am Main geboren, wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Von März 1932 bis zum Verbot 1934 war er Mitglied im Nerother-Wandervogel. Danach betätigte er sich in einer illegalen Jungenschafts-Horte. Die Familie war mütterlicherseits seit Generationen Konditorei- und Caféhausbetreiber. Er sollte diese Tradition fortführen. 1938 gerät er in Haft wegen „bündischer Umtriebe“. Ab September 1939 diente er in der Wehrmacht als Flaksoldat. Westfront, Berlin, 1942/43 bis zur Niederlage Teil des Afrika-Korps. Während des Krieges wurde er verwundet und geriet in britische und amerikanische Gefangenschaft, aus der er zwei vergebliche Fluchtversuche unternahm. Seine Rückreise aus dem Gefangenenlager tritt er im Januar 1946 an. Er beteiligte sich am Wiederaufbau der Nachkriegs-Jugendbewegung. Ihm wurde eine Ehrung durch Verleihung der „Johanna Kirchner“-Medaille für sein standhaftes Festhalten an bündischen Idealen während der NS-Zeit zuteil. Er hielt in Schulen und Fachhochschulen Frankfurts Aufklärungsvorträge über die jugendliche Verweigerungstaktik. Autor: Herbert Westenburger...