Über das Schlafwandeln

Die aktuellen Berichte über einen heute 29-jährigen Pfadfinder, der zwischen 2005 und 2007 mehrere Jungen seiner freikirchlichen Pfadfindergruppe bei Sinsheim sexuell missbraucht haben soll und sich darauf beruft, dass er Schlafwandler sei, die Taten während er schlief verübt habe und er sich an nichts erinnern könne, rufen zunächst Befremden hervor. Klingt wie eine ganz dumme Ausrede. Und doch sind bereits Fälle dokumentiert, in denen Schlafwandler zu Mördern oder Vergewaltigern wurden, während sie schliefen. Hier liegt dann eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung vor. Diese sind allerdings außerordentlich selten und die Gerichte prüfen entsprechende Behauptungen besonders gründlich. Letztlich werden nur die Zeugen selbst schildern können, ob sie den Eindruck hatten, der Täter sei während seiner Taten ansprechbar gewesen oder nicht.

Quelle: Wormser Zeitung 07.11.2014

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