Gutachter verwarf Behauptung des Schlafwandels...

Im Gerichtverfahren des Pfadfinderleiters einer freikirchlichen Pfadfindergruppe aus Sinsheim, dem vorgeworfen worden war, mehrere Jungen seiner Gruppe zwischen 2006 und 2007 sexuell bedrängt zu haben, hat das Landgericht Heidelberg gestern sein Urteil gefällt. Er wurde in acht Fällen schuldig gesprochen und erhielt anderthalb Jahre auf Bewährung unter Auflage von Entschädigungszahlungen an die Opfer. Das milde Urteil wurde dadurch begründet, dass er bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war. Der Täter selbst hatte seine Taten nicht bestritten, jedoch behauptet, sich an nichts erinnern zu können, da die Übergriffe im Zustand des Schlafwandelns erfolgt seien. Der eingeschaltete Gutachter hatte nach einer Untersuchung im Schlaflabor diese Möglichkeit jedoch ausgeschlossen, zudem ließen die Schilderungen der Zeugen diese Möglichkeit als sehr unwahrscheinlich erscheinen. Quelle: Morgenweb...

Über das Schlafwandeln

Die aktuellen Berichte über einen heute 29-jährigen Pfadfinder, der zwischen 2005 und 2007 mehrere Jungen seiner freikirchlichen Pfadfindergruppe bei Sinsheim sexuell missbraucht haben soll und sich darauf beruft, dass er Schlafwandler sei, die Taten während er schlief verübt habe und er sich an nichts erinnern könne, rufen zunächst Befremden hervor. Klingt wie eine ganz dumme Ausrede. Und doch sind bereits Fälle dokumentiert, in denen Schlafwandler zu Mördern oder Vergewaltigern wurden, während sie schliefen. Hier liegt dann eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung vor. Diese sind allerdings außerordentlich selten und die Gerichte prüfen entsprechende Behauptungen besonders gründlich. Letztlich werden nur die Zeugen selbst schildern können, ob sie den Eindruck hatten, der Täter sei während seiner Taten ansprechbar gewesen oder nicht. Quelle: Wormser Zeitung...