Sanitäre Regulierung

„Sanitären Regulierung“: Man kommt als Pfadfinder oder Wandervogel auf längeren Touren durch die unberührte Natur nicht umhin, diese zur Erledigung von kleineren oder größeren „Geschäften“ aufzusuchen. Darf man das? Eine grundsätzliche Antwort kann man nicht geben, denn wie so oft hängt dies von den lokalen Verordnungen ab. Vorhandene Toiletten sind aufzusuchen! Innerhalb geschlossener Bebauung und in Stadtparks ist davon auszugehen, dass ein Verbot selbst für einfaches „Austreten“ besteht. Es drohen empfindliche Geldbußen und zahlreiche Belege zeugen von der tatsächlichen Anwendung dieser Verordnungen insb. bei Stadtfesten oder größeren Veranstaltungen. In „freier“ Natur ist die Stelle so zu wählen, dass sie nicht auf einem Weg liegt oder einsichtig ist (Erregung öffentlichen Ärgernisses); außerdem nicht innerhalb von Trinkwasserschutzzonen 1 und 2 (sie sind durch Schilder gekennzeichnet); außerdem nicht in Naturschutzgebieten oder solchen, wo das Verlassen der Wege per se untersagt ist oder wo sogar spezielle Schilder auf das Verbot der Verrichtung der Notdurft hinweisen (z.B. auf Rügen oder in den Dünen der Niederlande). Es ist nach Möglichkeit das große Geschäft mit viel Erde abzudecken und/oder in eine zuvor ausgehobene Grube zu erledigen. Die Aussagen, ob Taschentücher gut oder gar nicht verrotten und wie umweltverträglich sie seien, sind sehr unterschiedlich (die genannten Zeiträume reichen von drei Wochen bis sieben Jahren, es hängt wohl auch von der Verarbeitung ab, ob Öle hinzugefügt wurden und ob sie bedruckt sind). Vorbildliche Menschen benutzen deshalb Klopapier oder verstauen die Taschentücher in Mülltüten, um sie dann später sachgerecht zu entsorgen. Wie man am Beispiel zahlreicher Waldkindergärten ohne Toilettenanlagen (!) erkennen kann, besteht durchaus die Möglichkeit, für Spatengänge im Wald auch bei einer etwas größeren Gruppe erfolgreich in den Genuss einer entsprechenden Genehmigung der zuständigen Behörde zu gelangen. So hat der Landkreis Esslingen keine Bedenken gegen eine Verrichtung der Notdurft im Wald, sofern die...

Anbändeleien zwischen HJ und Baden-Powell?...

Als die Nachrichtenagentur AFP und die Zeitungen „Welt“, „Süddeutsche“ und „Rheinische Post“ im März auf Grundlagen von offengelegten Geheimdienstakten des MI 5 die Information verbreiteten, dass der Gründer der Pfadfinder Baden-Powell im November 1937 den Nationalsozialisten und späteren Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop, der zu dem Zeitpunkt Botschafter in London war, traf, um mit diesem über eine engere Zusammenarbeit der Pfadfinderbewegung mit der Hitler-Jugend (HJ) zu sprechen, war die Aufregung nicht nur bei den deutschen Pfadfinder – Ringverbänden groß. Dem Treffen soll sich dann auch eines mit dem HJ-Führer Hartmann Lauterbacher angeschlossen haben. Dokumente, deren Echtheit jedoch noch zweifelhaft ist, sollen zudem belegen, dass Baden-Powell „dankbar“ für das Treffen mit den Männern gewesen sei. Auch zu einem Treffen mit Hitler persönlich sei er gemäß dieser Dokumente gegenüber aufgeschlossen gewesen, um zu einem „besseren Verständnis“ zwischen beiden Nationen beizutragen. Die Ringverbände reagierten schnell und wiesen die unterstellte Sympathie der damaligen Pfadfinder für die Hitlerjugend zurück. Zwar habe es mehrmalige Versuche durch die HJ-Führung gegeben, Kontakte zu der Pfadfinderorganisation herzustellen, diese seien aber an der Ablehnung der Pfadfinder und ihres Internationalen Büros gescheitert. Quelle: scouting...

Missbrauchstäter auch unter anerkannten bündischen Persönlichkeiten...

Als „der alte Luchs“ Horst S. im Jahre 2006 im Alter von 77 Jahren verstarb, schilderten die Nachrufe seine „charismatische Persönlichkeit“, seinen „unermüdlichen Einsatz“, seine „Gestaltungsfähigkeit“ und seine „pädagogische Überzeugungsfähigkeit“. Sein bündischer Lebenslauf ließ sich sehen. Er gehörte zu den Wiederbelebern der Bünde nach dem zweiten Weltkrieg,baute in seiner Heimatstadt Kassel bereits 1948 zunächst eine Sippe im Stamm Großer Jäger auf, aus welchem 1949 der Gau Großer Jäger im Bund Deutscher Pfadfinder wurde und er der Stammesführer des Stammes Luchs. 1952 wurde er Redakteur der „Sternschnuppe“, der späteren Bundeszeitschrift der Großen Jäger, 1955 dann auch Gauführer der Großen Jäger. Er nahm Jungen aus der DDR illegal mit auf Großfahrt, setzte sich für Freizeiten von Berliner Jugendlichen ein und als um 1958 der Pfadfinderbund Großer Jäger entstand, geschah dies unter seiner Führung. Im gleichen Jahr wurde er Gymnasiallehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kassel. Er organisierte maßgeblich das Treffen auf dem Hohen Meissner 1963, errichtete ab 1965 gegen den Widerstand einiger Stämme ein vom hessischen Kultusministerium gefördertes Pfadfinderinternat in Hofgeismar, dessen Leitung er unentgeltlich übernahm. Er war Mitinitiator des Ringes junger Bünde 1966.  Nachdem er 1969 zunächst die Bundesführung und die Redaktion der „Sternschnuppe“ aufgeben musste und schließlich 1970 aus dem Pfadfinderbund Großer Jäger ausgeschlossen wurde und die Schließung des Internates Hofgeismar beschlossen wurde, wechselte der Stamm Luchse mit ihm von dem Bund „Großen Jäger“ in den Deutschen Pfadfinderbund. Zugleich übernahm Horst S. die Redaktion von dessen Bundeszeitung „neue fährte“. Kurz darauf, im Sommer 1971, entstand in Kassel die erste Mädchengruppe der Luchse, die in den Mädchenbund des DPB integriert wurde. 1972 zog er nach Barcelona um, wo er eine Lehrerstelle an der Deutschen Schule angenommen hatte. Noch im gleichen Jahr wurde dort die erste spanische Sippe der Luchse gegründet, im folgenden Jahr folgte die erste Mädchensippe...

Jubiläumsakt deutsch-amerikanischer Freundschaft...

Vor 49 Jahren versenkten deutsche („Königsadler“, BDP) und amerikanische Pfadfinder („Trupp Elf“, BSA) gemeinsam eine Kapsel auf dem Gelände des damaligen General-von-Steuben-Hotels in Wiesbaden. Im Rahmen des Jubiläumsaktes des hundertjährigen Bestehens der amerikanischen Pfadfinder wurde nun, wie bereits vor 49 Jahren beschlossen, die Kapsel gemeinsam gehoben. Erschienen waren Vertreter der damaligen „Täter“, d.h. ehemalige Pfadfinder des BDP und auch Vertreter der amerikanischen Pfadfinder (eigens aus den USA angereist) sowie etwa 60 weitere geladene Gäste. Die in einen mit einer Gedenkschrift versehenen Stein eingelassene Zeitkapsel enthielt zahlreiche Gegenstände aus jener Zeit, darunter Fotos, einen Film, Briefe von 19 US-Gouverneuren, Pfadfinderabzeichen und Broschüren. Der Inhalt wurde als Erinnerung an das Pfadfinderleben jener Zeit in das BSA-Hauptquartier in die USA zurückgeschickt. Quelle: scouting 02-10...

Vereinsmeier 2010

Was haben ein Bier und die Würzburger Pfadfinder des DPB gemeinsam? Richtig, das Engagement. Die Brauerei des Würzburger Hofbräus hat den „Vereinsmeier 2010“ ausgerufen und stellt insgesamt 30000 € an Preisgeld für die Vereine mit der höchsten Zustimmung beim Internet-Voting zur Verfügung. Mit dabei eben auch die Gruppen des Deutschen Pfadfinderbundes, die mit eine Film über ihre Fahrten und das im Vergleich dazu doch etwas triste Heim berichten. Derzeit auf Platz vier der Kategorie Brauchtum. Wir wünschen viel Erfolg! www.wuerzburger-hofbraeu-vereinsmeier.de Quelle: scouting...