Wir trauern um Rüdiger Nehberg

Am ersten April verstarb im Alter von 84 Jahren der Survival-Pionier, Menschenrechtsaktivisten und Globetrotter „Sir Vival“ Rüdiger Nehberg. Vielen Pfadfindern war er ein Vorbild und auch immer für diese ansprechbar. Zuletzt war er vor etwa knapp zwei Jahren zum 15jährigen Jubiläum der Jugendbildungsstätte auf der Ludwigstein zu Gast und saß nach seinem Vortrag, welcher den Enno-Narten-Saal an die Grenzen seiner Besuchszahl führte, noch lange mit Jüngeren am Langerfeuer. Sein Leben füllt mehrere Bücher. Zweimal überquerte er den Atlantik auf abenteuerliche Weise: Im Tretboot und auf einem Baumstamm. Er setzte sich mit diesen Aktionen für den besseren Schutz der Yanomani-Indianer ein. In den letzten Jahren lag sein Fokus auf dem Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung und erreichte eine Fatwa, d.h. einen Beschluss islamischer Gelehrten, gegen diese Art der Beschneidung. Ein historischer Beschluss. Leider konnte er nicht den saudischen König dazu bewegen, sich dem öffentlichen Appell anzuschließen. Bildnachweis:...

15 Jahre Jubi-gGmbH mit Rüdiger Nehberg...

Ob 130 Leute in den Saal des Enno-Narten-Baus passen, war vorher noch nicht ausprobiert worden, aber wenn Rüdiger Nehberg auf die Burg kommt, kann es gerne auch einmal eng werden. Der Anlass, den inzwischen 83jährigen Survival-Pionier, Menschenrechtsaktivisten und Globetrotter nach 2004 erneut auf den Ludwigstein einzuladen, war ein doppelter. Zum einen bildete sein Vortrag über das eigene, fulminante Leben den Höhepunkt der parallel laufenden Jugendgruppenleiterschulung für 19 junge Pfadfinder und Wandervögel des Ring junger Bünde. Zum anderen feierte die 2003 in Form einer gemeinnützigen GmbH neu aufgestellte Jugendbildungsstätte ihr inzwischen 15jähriges Jubiläum. Sich erkennbar wohlfühlend, saß Nehberg im Anschluss noch lange mit den 70 Jahre Jüngeren am Feuer. Bilder und Pressebericht finden sich auf der Seite der Jugendbildungsstätte. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Verschollenes Nehberg-Boot von Pfadfindern wiederentdeckt...

Mit dem Tretboot namens Yanomani Brasil fuhr „Sir Vival“ Rüdiger Nehberg 1987 über den Atlantik und übergab dort angelangt dem brasilianischen Staatspräsidenten José Sarney einen Appell von Amnesty International zum besseren Schutz der Yanomami-Indianer. Das Tretboot gelangte damals mit einem Frachter zurück nach Europa – dem Reeder hatte die Yanomami-Aktion so gut gefallen, dass er den Transport kostenlos übernahm. Anschließend verkaufte Nehberg das Boot, welches er selbst entworfen und von einer Werft in Wedel hatte bauen lassen, für immerhin 10 000 Mark an einen Ingenieur, um mit dem Erlös weitere Einsätze für das bedrohte Urwaldvolk zu finanzieren. Jetzt entdeckten jedoch Pfadfinder des Stammes Vilsbiburg (DPSG) das Boot in einem Schuppen am Steinberger See – in Einzelteile zerlegt und bereit zur Sperrmüllabfuhr. Da der Leiter des Stammes zu einer Outdoor-Firma gehört, handelt es sich ggf. jedoch nicht um einem Zufallsfund durch „Identifizierung“ der Strichliste in der Kabine. Nehberg freute sich über den Anruf der Pfadfinder und die Benachrichtigung über ihren Fund. Die Pfadfinder setzen das Tretboot in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammen. Jetzt schmückt das rotweiße Boot den Eingang zu Nehbergs weitläufigem Mühlen-Grundstück in Rausdorf. Er wird an dem Boot noch einige Schönheitsreparaturen vornehmen. Sobald alles in Ordnung ist, soll es als Leihgabe an das Technik-Museum in Speyer gehen. Dort befindet sich auch der 18 Meter lange Baumstamm, in dem Rüdiger Nehberg den Atlantik 2000 erneut überquerte. Heute setzt sich der Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg erfolgreich gegen die weibliche Genitalverstümmelung ein und erreichte zuletzt eine Fatwa, d.h. einen Beschluss islamischer Gelehrten, gegen diese Art der Beschneidung. www.ruediger-nehberg.de Quelle: scouting...