Zugvogel-Radio: Sensationell!

Am Samstag war die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Draußen regnete es bei frischen Temperaturen zum Teil erheblich und statt sich notdürftig in Dümpelfeld beim Zugvogel-Sängerfest an Feuern zu wärmen, konnte man ab zehn Uhr daheim gemütlich im Wohnzimmer dem tv-Stream von Radio Zugvogel folgen. Neben viel Musik – dabei auch durchaus live vorgetragene z.B. von Venjia – gabs ein sehr buntes Programm, was vom Mitmach-Quiz bis hin zu Bier-Yoga reichte und auch Reportagen umfasste und viele Live-Interviews. So war von den jungen Künstlerinnen der Gruppe Kweir (Gewinner des Vorjahres-Dümpelfeld-Sängerfestes) nicht nur zu erfahren, wie ihr Gruppenname korrekt geschrieben wird (und ich hoffe bloß, ihn auch korrekt notiert zu haben), sondern auch, dass ihnen ihr Gewinnersong „Prinzessin Susi“inzwischen zu den Ohren raushängt und sie ihn nicht mehr singen wollen.

Bis zu knapp 500 Zuschauer folgten zeitgleich dem Stream, insgesamt wurden weit über 1500 erreicht – das hätte „Dümpelfeld“ in Real wohl kaum vermocht. Insofern fast schade, dass es sich um das „einzige Zugvogelradio in der Geschichte der bündischen Jugend“ handeln soll. Denn trotz kleinerer technischer Macken (manche der Moderatoren atmeten gern in ihr Mikro, außerdem ärgerte mich meine persönliche Internetzugangsqualität- und -langsamkeit) war das definitiv das bisherige Highlight des Jahres. Ich gebe zu, bei Ankündigung des Bieryogas dachte ich erst „was soll denn der Quatsch“ aber schon bei der zweiten Figur – kämpfender Wildschwan des NWV – war es um mich geschehen und hätte ich dabei Bier getrunken, war das Risiko eines Ausprustens sehr hoch gewesen. Übertroffen wurde die unnachahmliche Darbietung der Moderatoren allenfalls noch von den von den Zuschauern eingesendeten Bieryogabildern und von der lustigen im nachfolgenden Programm durch Pint erfolgten Erklärung, wie die Sieger von den Sängerfesten festgelegt werden. Er lüftete vor laufender Kamera das bislang gut gehütete Geheimnis des „Platzierungs-Egalisators“. Sehr schön auch der Beitrag von den zwei Zugvögeln, die auf Großfahrt in Pakistan von einem dort bekannten Sänger aufgegabelt und für dessen neuestes (Bollywood-Style)-Musikvideo als Co-Künstler verpflichtet wurde, womit sie es bis ins Staatsfernsehen schafften und danach unter 200 Autogramm-Selfies kaum noch davon kamen. Glücklicherweise wurde das so entstandene Musikvideo im Lauf des Tages gleich zweimal abgespielt, denn nicht jeder sah wohl die ganze Zeit zu. Da vermisste dann auch eine Zuschauerin gemäß ihres Kommentares eine BH-Werf-Funktion im Chat. Die schönsten Geschichten schreibt das Leben auf Fahrt. Aber bis das wieder möglich ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Bis dahin wärmt uns die Erinnerung an das Zugvogel-Radio!