Sommerfahrt: Nominiert für Grimme-Preis

Der Film „Sommerfahrt – Zeit heilt keine Wunden“ von Gereon Wetzel gehört zu den Nominierten des 59. Grimme-Preises 2023 in der Rubrik „Information & Kultur“. Der vergangenen Juni erstmals im WDR Fernsehen ausgestrahlte Film befasst sich mit der Türkeigroßfahrt 1991 einer kleinen unabhängigen Pfadfindergruppe im Rheinland, welche an ein Internat des Jesuitenordens angegliedert war. Ab 2011 wurden Missbrauchsvorwürfe an der Schule bekannt, schließlich auch gegen den charismatischen und angesehenen Leiter der Pfadfindergruppe, der bis heute alle Vorwürfe bestreitet.

30 Jahre nach der Türkei-Sommergroßfahrt 1991 traf der Filmemacher seine damaligen Fahrtengenoss*innen der wieder. War es möglich, dass inmitten ihrer engen Gemeinschaft unbemerkt mutmaßlich sexuelle Gewalt ausgeübt werden konnte? Welche Schuld traf die Strukturen und deren Vertreter? Und die schonungsloseste aller Fragen: Welche Schuld traf sie selbst?

In der Mediathek des WDR ist der Film einsehbar.

Der „Eckige Tisch Bonn“ hat eine Pressemitteilung zur Nominierung verfasst. Darin fordert er eine Untersuchung über die Ursachen des Gesamtversagens des Ordens, Konsequenzen für die verantwortlichen Patres und Oberen, Ende der Vertuschung am Aloisiuskolleg: Nennung aller Täternamen, Öffnung der Archive und eine angemessene Entschädigung der Betroffenen.