Neuauflage: Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel...

Endlich wieder erhältlich! In drei Abschnitten werden auf rund 300 Seiten nach einem kurzen Abriss Familiengeschichte sechzehn Jahre (1932-48) Jungen- und Jugendzeit eindringlich und spannend erzählt. Berry war in keinem Orden des Nerother Wandervogels, sondern in einem „bundesunmittelbaren“ Fähnlein und dem Bundesführer Robert Oelbermann direkt unterstellt. Da dieser für diese Kleinstgruppe kaum Zeit hatte, führten sie ein relativ freies Bundesleben. Zwölf Mann, ein wahrhaft wilder Haufen! Von 1932 an bis zur Auflösung blieben sie zusammen. Langsam schmolz die Gruppe auf 4-6 handfeste Kerle. Einige Zeit später fanden sie Unterschlupf in einer illegalen „autonomen Jungenschafts“-Horte, ein Konglomerat aus verschiedenen Bünden. 1938 wurden sie entdeckt und landeten in Gestapohaft. Ein tragisches deutsches Schicksal: Während Berry bereits im Kriegsgefangenenlager inhaftiert ist, ohne Verbindung zur Außenwelt, wird seine Mutter – im Jargon des NS-Zeit eine Halbjüdin – in Auschwitz ermordet. Authentisch und eindrucksvoll! Westenburger, Herbert: Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel ISBN 978-3-88778-327-3 304 Seiten, Format: 18 x 25 Auflage / Hardcover – neu erschienen zur Leipziger Buchmesse 2020 29,80 € Hier geht es zur...

Zweite Auflage „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“...

Am 5. Januar wäre Berry Westenburger 100 Jahre alt geworden. Anlass genug, noch einmal das Buch seiner Lebensgeschichte zur Hand zu nehmen und eine zweite Auflage auf den Weg zu bringen. Zunächst war Berry Mitglied eines bundesunmittelbaren Fähnleins des Nerother Wandervogels. Dann, nach dem Verbot sämtlicher Jugendorganisationen außer der Hitlerjugend 1933, gründeten etwa 20 Jugendliche, die sich der Hitlerjugend (HJ) nicht anschließen wollten, die »autonome Jungenschaft Frankfurt«. Sie machten Fahrten und veranstalteten gemeinsam Sing- und Leseabende. Dabei verfolgten sie keine politischen Ziele. Dennoch gerieten sie immer wieder in handgreifliche Auseinandersetzungen mit der HJ, die einen eigenen Streifendienst eingerichtet hatte. 1938 wurden sie entdeckt und landeten in Gestapohaft. Berry blieb unter Beobachtung. Erst nach dem Ende des Krieges erfuhr er, dass seine Mutter im KZ Auschwitz ermordet worden war. Die Jugendbewegung war für ihn Halt und Lebensausrichtung. Mit der Herausgabe dieses Buches im Jahr 2008 widmete er sich vor allem seiner Berufung, Zeugnis über die Nazi-Zeit abzulegen. Noch in hohem Alter berichtete er vor allem Jugendgruppen über seine leidvollen Erfahrungen. Seine reflektierten, lebendig geschilderten Berichte zeugen von seiner Wahrhaftigkeit und aufrechten Haltung in dieser unseligen Zeit. Gerade deswegen ist er uns heute ein würdiges Vorbild, auch als Mahner gegen Antisemitismus und Unmenschlichkeit. Autor: Herbert Westenburger ISBN 978-3-88778-327-3 304 Seiten Format: 18×25 Sprache: deutsch Auflage / Hardcover Erscheinungstermin: März 2020 29,80 €  Versandkostenfrei (DE), inkl. 7% MwSt. Link zur Bestellung...

Berry Westenburger wird 94 Jahre alt...

  Am 5. Januar 2014 feierte unser Berry Westenburger seinen 94. Geburtstag. Aus diesem Anlass möchte die Redaktion gratulieren und weiterhin alles Gute wünschen.Für sein überzeugtes Engagement für die bündische Jugend hatte der 1920 in Frankfurt geborene Berry Westenburger einen hohen Preis zu zahlen. Als Mitglied des „Nerother Wandervogels“ widersetzte er sich 1934 dem Versuch der NSDAP, die gesamte Jugendbewegung in HJ bzw. BDM „gleichzuschalten“ und trat in die verbotene „Deutsche Autonome Jungenschaft“ ein. Das und die Tatsache, dass seine Großmutter Halbjüdin war, waren die Gründe dafür, dass er das Gymnasium verlassen und eine Konditorlehre antreten musste. Wegen „bündischer Umtriebe“ wurde er 1938 vor einem Sondergericht in Berlin angeklagt, dann aber amnestiert und sofort zum Wehrdienst einberufen. Er kämpfte zunächst an der Westfront, anschließend bis zur Niederlage Rommels in Afrika. Nach britischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 nach Frankfurt zurück und betrieb den Wiederaufbau der Jugendbewegung. Für seine Verdienste und für sein standhaftes Verteidigen der bündischen Ideale in der NS-Zeit wurde er mit der Johannes-Kirchner-Medaille geehrt und erhielt 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Hessische Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, überreichte das Verdienstkreuz am und würdigte das unermüdliche Engagement des Geehrten seit dem Kriegsende bis heute in der freien Jugendarbeit. „Seit vielen Jahren berichten Sie als Zeitzeuge vor Schulklassen und Studierenden in fesselnden Vorträgen über Ihre Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat und geben Ihre damit verbundenen Erinnerungen als Mahnung weiter. Ich freue mich sehr, dass ich Sie heute für Ihr herausragendes Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen darf“, betonte Justizminister Jörg-Uwe Hahn.   Seit vielen Jahren berichtet Herbert (Berry) Westenburger in Frankfurt und Umgebung von seinen Erlebnissen während der Zeit des Nationalsozialismus. Seine Mutter wurde als „Halbjüdin“ in Auschwitz umgebracht. Der heute über 90jährige schildert in seinen Jugenderinnerungen „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“, wie eine Gruppe...