Rekorde beim Christbaumsammeln – und Diebstähle...

Um ihre Beiträge weiterhin niedrig zu halten (und auch aus pädagogischen Gründen oder einen guten Zweck) setzen viele Pfadfindergruppen auf alljährliche Aktionen wie Auslieferung von Nikoläusen, Adventssingen, Kranzverkäufe, „Rent a scout“ oder das jetzt wohl allerorten abgeschlossene Christbaumeinsammeln. Wie die Selmer Pfadfinder (DPSG) berichteten, erlösen sie durch letzteres die Hälfte ihrer jährlichen Einnahmen. Die gesammelten Tannenbäume wandern bei ihnen ins stattliche Osterfeuer. Doch obgleich sie auch dieses Jahr wieder 3000 Bäume gesammelt haben, beklagen sie einen eindeutigen Negativtrend: Jedes Jahr würden es weniger Bäume. Die Pfadfinder vermuten, dass sinkende Einkommen, der demographische Wandel oder die nachlassende Bedeutung des christlichen Festes Auslöser sind. Der Spendenhöhe tut dies allerdings keinen Abbruch. Quasi weggeweht wurde die Sammelaktion der Saerbecker Pfadis: Aufgrund eines Sturmes musste sie abberaumt werden. Stattdessen sprang die Gemeinde ein – und bot eine kostenlose Annahme an. Allerdings mussten hierzu die Bäume selbst zum Sammelhof gefahren werden. Den Abholservice der Pfadfinder konnten sie nicht ersetzen. Über einen Rekorderlös freute sich hingegen der Puchheimer Stamm Bison (ebenfalls DPSG). Seit über 20 Jahren ziehen die Pfadfinder hier los, dieses Jahr lag der Erlös bei über 7000 €. Doch das Geld kassieren die Pfadfinder nicht gänzlich selbst ein, vielmehr leiten sie die Hälfte weiter an den Verein „Apotheker ohne Grenzen“. Immerhin auf 300 Bäume brachten es die Pfadfinder aus Villingen-Schwemmingen. Der Stamm St. Ulrich von Augsburg (DPSG – was sonst) war gut vier Stunden hierfür unterwegs. Allerdings wurde die Freude (und der Erlös) getrübt: Ein Unbekannter hatte einen Teil der an den Bäumen angebrachten Spenden vorab entwendet. Denn nicht alle Bürger übergaben den Pfadfindern das Geld persönlich, manche hatten es am Baum befestigt. Insgesamt waren die Pfadfinder aber dennoch zufrieden, da mehr Bäume als im Vorjahr abgeholt werden konnten. Nach dem verdächtigen zwanzigjährigem Radfahrer wird nun von der...

Auch die Tigerenten müssen ihre Betten selber beziehen...

Zu einem Lob auf die Förderung der Selbständigkeit durch die Pfadfinder wurde der aktuelle Artikel des Donaukurier über die neu gegründete Wölflingsgruppe des VCP in Karlshuld. Ob Betten selbst beziehen, Duschen oder Toiletten putzen, Pfannen schrubben oder Küchendienst leisten: Das gehöre für jeden, der bei den Pfadfindern mitmache, ganz selbstverständlich dazu, da gäbe es keine Debatten. Die Eltern würden oft staunen. Gibt man hingegen die Wörter „Betten beziehen“ und „Pfadfinder“ bei Google ein, lautet, zumindest bei mir direkt der erste Treffer (vom Stamm Graue Biber des BdP): „Wir sollten auch noch Betten beziehen, aber wir hatten keine Lust.“ Na, da sollten sich die „Grauen Biber“ an den Tigerenten (bzw. Krümelmonstern) vom VCP in Karlshuld aber mal ein Beispiel nehmen! Und auch der Google-Treffer beim Stamm der Ritter aus Lage ist nicht viel besser:  „Gershwin half uns dabei, weil nicht alle ihre Betten beziehen konnten.“ Leute, da fehlt ja offensichtlich noch die Übung! Außer bei Gershwin. Die Royal Rangers Stamm 112 aus Weinstadt hingegen schildern: „Wir mussten nichts aufbauen, nur unsere Betten beziehen“ – Bravo, gute Haltung, da brauchen sie sich Gershwin nicht auszuleihen. Und auch nicht die Älteren des Stammes St. Ulrich von Augsburg aus Villingen der DPSG, welche schildern: „Die Großen halfen vorbildlich den Kleineren beim Beziehen der Betten.“  Googelt man übrigens nach „Toilette putzen“ und „Pfadfinder“ trifft man auf die Aussage des Stammes Janusz Korczak aus Wengern, ebenfalls DPSG: „Toiletten putzen ist ein ideales Druckmittel“. OJE! Und das bei dem Stammesnamen! Da würde sich der Pädagoge vermutlich im Grabe umdrehen. Quelle: Donaukurier...