Erste Beiratssitzung Aufarbeitung DPSG...

Aufarbeitungsprozess von Machtmissbrauch bei den katholischen Pfadfindern: Erste Beiratssitzung Die Vorbereitungen des Aufarbeitungsprozesses von Machtmissbrauch (mit dem Fokus auf sexualisierte Gewalt und spirituellen Missbrauch) der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) nehmen weiter Fahrt auf. Am Wochenende 14.-15. Januar fand die erste konstituierende Sitzung des Aufarbeitungsbeirats statt, welcher den gesamten Prozess der Aufarbeitung von Machtmissbrauch begleitet und kritisch überprüft. Der DPSG-Bundesvorsitzende, Joschka Hench, zeigt sich zufrieden mit der ersten Beiratssitzung: „Ich bin dankbar für jede*n Einzelne*n, der*die sich einbringen möchte. Die Diversität der Beiratsmitglieder erlebe ich als sehr bereichernd und hoffe, dass der Beirat zur nächsten Sitzung im April voll besetzt sein wird. Besonders der Blick von externen Fach-kräften wird den bisherigen Beirat gut ergänzen.“ Der Beirat soll aus 17 Personen bestehen, die unterschiedliche Bereiche und Sichtweisen vertreten. Derzeit sind drei Betroffenenvertretungen, Vertretungen für die unterschiedlichen Ebenen der DPSG und die Position der Ehemaligenvertretung besetzt. Weitere beratende Positionen sollen aus den Dachverbänden der DPSG vergeben werden. Zusätzlich werden noch Expert*innen aus den Bereichen Geschichte und Psychologie gesucht, welche den Beirat um eine externe professionelle Sichtweise bereichern sollen. Bei der nächsten Beiratssitzung im zweiten Quartal 2022 soll es schwerpunktmäßig um die Zielsetzung und Ausrichtung des Aufarbeitungsteams gehen, welches vom Beirat zu einem späteren Zeitpunkt ausgewählt wird. Das Aufarbeitungsteam wird extern besetzt, um eine unabhängige Aufarbeitung zu gewährleisten. Mit ihrem Aufarbeitungsprozess stellt sich die DPSG als wertorientierter und kirchlicher Jugendverband ihrer Verantwortung in Politik und Kirche und bezieht öffentlich Stellung zu den Themen Machtmissbrauch und strukturelle Gewalt. Strukturen und Prozesse, die im Verband Machtmissbrauch begünstigt haben, sollen umfassend und schonungslos aufgearbeitet werden. Als katholischer Jugendverband rückt neben der sexualisierten Gewalt auch der spirituelle Missbrauch in den Fokus und wurde zum Schwerpunkt erklärt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://dpsg.de/de/aufarbeitung. Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) ist...

Urteil Staufen: Rechtskräftig!

Keine der am Prozess beteiligten Parteien hat Rechtsmittel gegen das Urteil des Freiburger Gerichtes eingelegt, es wurde somit rechtskräftig.

BSA gehen in Insolvenz

Gestern wurde bekannt, dass die Boy Scouts of America ihre Pläne, in geregelte Insolvenz zu gehen, tatsächlich umgesetzt haben. Mit der Insolvenz möchten sie nach eigener Aussage ermöglichen, dass ein Fonds zur Entschädigung von Missbrauchsopfern gebildet werden kann. Die Alternative wäre ein klassischer Bankrott, welcher zur Zwangsversteigerung diverser Liegenschaften und wohl auch dem Ende der Organisation führen würde. Hintergrund der Finanzprobleme sind primär unmittelbar bevorstehende Gerichtsverfahren wegen der jahrzehntelangen Vertuschung von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen durch erwachsene Angehörige der Organisation. Aufgrund der in Amerika hohen Schadensersatzzahlungen kommen sehr schwierige Zeiten auf die jahrhundertalte Organisation zu. Zudem sind die Mitgliederzahlen nach dem Ausscheiden großer Mitgliedsgruppen (insbesondere Angehörige der Mormonen, denen die Öffnung der Vereinigung für Homosexuelle nicht ins religiöse Bild passte) stark gesunken. Quelle: (u.a.) Spiegel...

Prozessbeginn

Gestern begann der Prozess am Landgericht Freiburg gegen den früheren Mitarbeiter der evangelischen Kirche in Staufen, der seine Tätigkeit wie auch jene der an der Gemeinde angesiedelten Pfadfindergruppe mutmaßlich dazu genutzt hatte, vier Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren sexuell zu missbrauchen. Der Beschuldigte sitzt bereits seit Ende Februar vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Das Gericht hat für den Prozess zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist deshalb nicht vor Ende Februar zu...

Klagen gegen Boy Scouts of America...

Neu sind die Missbrauchsvorwürfe gegen die „Boy Scouts of America“ (BSA) nicht. In einer bereits erfolgten internen Untersuchung der zum Teil länger zurückliegenden Ereignisse wurden bereits 7.819 Täter und 12.254 Opfer identifiziert. Trotzdem spricht der amerikanische Anwaltsverbund „Abused in Scouting“ von fehlendem Aufklärungswillen der weltweit mitgliederstärksten Pfadfinderorganisation. Denn von den (nach Eigenangaben) 1200 Geschädigten, die er vertritt, befinden sich bislang nur wenige in dieser Liste. „Man kann BSA nicht vertrauen, dass sie die faulen Äpfel aussortiert, weil sie genau das nicht getan hat“, sagte Anwalt Tim Kosnoff gemäß einem Interview. Beim kritischen Lesen der internen Unterlagen der Organisation, die teilweise bis zur Gründung zurückreichen, müsse man feststellen, dass oft die Beteiligten gebeten worden seien, Stillschweigen zu Bewahren und nicht staatliche Behörden zu informieren. Dadurch sei es möglich gewesen, dass die Täter, selbst wenn sie aus der Organisation ausgeschlossen worden seien, unbestraft und mit sauberer Weste ihr Leben fortsetzen konnten und weitere Kinder missbrauchten. Auf einer Liste hat der Anwaltsverbund, der mit breit angelegten Fernsehwerbungen Betroffene dazu auffordert, nicht länger in Schweigen und Scham zu verharren, zahlreiche bereits identifizierte und bestätigte Missbrauchstäter aufgelistet. Einer der Betroffenen sprach davon, dass die bestehende Organisation niederbrennen müsse, damit vielleicht aus der Asche etwas Neues und Besseres entstehen könne. Die BSA erhöhte wohl in Erwartung der zahlreichen Klagen seine Jahresbeiträge um...