Schlagsaite pausiert

Mit einem fulminanten Abschiedskonzert hat sich die beliebte bündische Band Schlagsaite vergangenes Wochenende in eine Pause von „unbestimmter Länge“ (Quelle: Facebook-Post von Polkageist) beziehungsweise für das Jahr 2020 (Aussage auf Homepage von Schlagsaite selbst) verabschiedet. Polkageist nahm das zum Anlass, in einem sehr berührenden Schreiben nochmal gemeinsamen Momenten zu gedenken. Das Abschlusskonzert von Schlagsaite selbst war stark besucht, der Club Volta glücklicherweise groß genug für alle. Schlagsaite selbst fasste den Abend mit „Was! für! eine! Nacht!“ zusammen. Foto: Archivbild von einem früheren...

Waldeck: Deutsche Liedkultur bei kühlen Temperaturen...

Trotz des Mottos „Der Sommer unseres Vergnügens“ ließ sich Petrus nicht erweichen. Bei kühlen Temperaturen fand zu Pfingsten das 52. Liederfest auf der Waldeck bei Dorweiler statt. Überschattet wurde das Ereignis vom Tod des langjährigen künstlerischen Leiters des Festivals, „Jacky“ Jürgen Jacobi-van Beek in der Woche zuvor. Seine Nachfolge ist noch ungeklärt. In diesem Jahr war wieder einiges geboten. Man startete mit Günter Gall, der zusammen mit dem Gitarristen Konstantin Vassiliv Revolutions- und Peter-Rohland-Lieder darbot. Es folgten Üze Oldenburg mit Lieder des Walter Mossmann; Gerd Schinkel mit deutschen Fassungen der Songs von Phil Ochs und am Samstag die Bots aus den Niederlanden. Die inzwischen nicht nur in „unseren“ Kreisen bekannte Emily stand mit „Ömmel“ Helmut Alba auf der Bühne und bewies, dass selbst allgemein bekannte Lieder wie „Country Roads“ noch bezaubern können. Weitere junge Beiträge kamen von Cynthia Nickschas mit Band. Zudem waren einige Musik-Kabarett Vertreter geladen. Die Mehlprimeln, Reiner und Dietmar Panitz; Thomas Vogelmayer; Wulli Wullschläger und Sonja Thonn; sowie Arnulf Rating unterhielten das Publikum aufs Beste. den hörenswerten Hunsrücker Dialekt brachte Stefan Backes mit seiner Band in das Festival ein. Last, but not least die bekannte Band Schlagsaite. Quelle: Rhein-Zeitung 16.05.2016 Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Raubkopien zerstören Verlage der Jugendbewegung...

Die deutsche Pfadfinder- und Jugendbewegung hat ein ganzes Spektrum an Musikverlagen hervorgebracht. Doch sie kämpfen mit dem Problem des massiven Diebstahls. Trotz aller Bemühungen, auch durch „Big Player“, scheint die Botschaft beim Konsumenten (hier: Pfadfinder und Wandervögel) nicht anzukommen: Wer CDs illegal kopiert und weitergibt, sei es als Geschenk oder gar gegen eine geringe Gebühr, ist ein Dieb und zerstört die wirtschaftliche Grundlage der Musikverlage. Wer eine schwarzgebrannte CD annimmt oder anfordert, macht sich der Mittäterschaft schuldig. Ganz konkret in Zahlen wurden bei einem der diesjährigen großen Singewettstreite im Anschluss erheblich weniger CDs verkauft, als Mitsänger auf der Bühne standen. Insgesamt ist nur eine niederige zweistellige Zahl an Bestellungen erfolgt. Es ist ganz offensichtlich, dass hier dann nur eine CD pro Gruppe gekauft wurde und diese illegal zur Weitergabe vervielfältigt. Die Bestellzahlen reichen bei weitem nicht aus, die realen Unkosten durch die Aufnahme und die professionelle Produktion von CDs zu tragen. Und dies bedeutet: Es werden keine Aufnahmen von Singewettstreiten mehr erstellt werden. Wer CDs illegal vervielfältigt, illegal vervielfältigte CDs anfordert oder annimmt, tötet damit die Zukunft der pfadfinderisch-bündischen Musik und Musikdokumentation! Auch musikproduzierende Gruppen kennen das Phänomen, deutlich weniger CDs zu verkaufen, als es ihrem Bekanntheitsgrad entspricht. Dabei ist es doch so einfach: Werde ich von meiner Freundin gefragt, ob ich ihr die ihr noch fehlende CD von Schlagsaite kopieren könne, so kaufe ich sie ihr regulär und schenke sie ihr zu Weihnachten. Oder zum Geburtstag. Bietet sie mir im Tausch eine Kopie von der neuen Zugvogel-CD an, frage ich sie, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat, bei ihrem Einkommen den Zugvogel zu prellen und wünsche mir eine offizielle, richtige CD zu Weihnachten von ihr. Dafür kann sie dann gern auch alle übrigen Verlegenheitsgeschenke weglassen. Ist doch ganz einfach. Seht ihr...

CD-Besprechung „Handgepäck“ von Schlagsaite...

Seit letzten Sonntag läuft auch bei mir „Handgepäck“ im Player – Schon etliche Male. Der Gesamteindruck ist sehr hörbar und ein klarer Schritt gegenüber dem letzten Album „Und was kommt nun“ Da waren zwar auch ein paar einzelne gefällige Stücke drauf (10.000km, Berlin 24/7, Ich hab Jahre gebraucht). Mit dem Rest bin ich nie ganz warm geworden. Die neue Scheibe ist solide Studioarbeit, die die beschränkten Möglichkeiten der CD gut nutzt. Ich persönlich hätte die recht dominante Geige etwas mehr in die Mitte gemischt oder das Akkordeon links als Ausgleich etwas angehoben. Die Lieder sind etwas runder geworden als auf den ersten beiden Alben. Sowohl vom Sound, als auch von den Inhalten. Was mir als großer Fan der ersten Scheibe ein wenig abgeht, sind 1-2 gesellschaftskritische bissige Lieder mit etwas weniger umschreibenden abstrakten Texten. Wenig anfangen kann ich mit „Ansprache einer Bardame“ – wahrscheinlich fehlt mir die entsprechende „Szeneerfahrung“… „Verliebt in Du“ ist natürlich klasse, ebenso „Als Kind“. Ich denke, mehr als die Hälfte der Lieder haben nachhaltiges Potential. Ganz toll finde ich die (beabsichtigten?) Zitate des Reinhard Mey Stils, sowohl texlich als auch instrumental. Die Schlagsaite steht ja gewissermaßen auch in der klassischen Liedermacherlinie und tritt auch regelmäßig auf Burg Waldeck auf. Erstellt von: Martin „Einstein“...

Konzertkritik Schlagsaite in Wuppertal...

Schlagsaite sind eine fünfköpfige bzw. inzwischen sechsköpfige Folk-, Chanson- und Liedermacherformation aus Köln und Hamm. Sie sind Mitglieder des DPB-Mosaik, Stamm Sperber, und des Zugvogel, Deutscher Fahrtenbund. Einer ganzen Menge an Leuten dürften sie bereits von verschiedensten bündischen „Festivals“ (und dies zudem schon seit Jahren) bekannt sein. In kleiner Besetzung spielten sie gestern Abend im Café Hutmacher in Wuppertal, „der schönsten Stadt Deutschlands“ im ehemaligen Mirker Bahnhof und beschehrten ihm ein volles Haus. Eins stand nach diesem Abend fest: Die Jungs von Schlagsaite bringen nicht nur die Boxen zum Schwingen. Sie selbst unterscheiden ihre Musik in Lieder „zum besinnungslos Abfeiern“ und solche, bei denen auf den Text zu achten sei. Bei einem Konzert mit Verstärker kommt wohl naturgemäß sicher eher ersteres zum Tragen. Wer dies bedauerte, dem konnte jedoch unmittelbar abgeholfen werden, denn selbstverständlich war im Rahmen der Handgepäck-Tour das gleichnamige Album erhältlich. Die Grenze zum professionellen Liedermachertum haben Schlagsaite musikalisch eindeutig bereits überschritten. Ich würde mich nicht wundern, wenn ihr Album uns demnächst enthusiastisch von KollegInnen im Büro empfohlen werden würde, die mit der „Szene“ nichts zu tun haben. Schlagsaite steht seit zehn Jahren für einen „Mix aus virtuosem Folk, treibender Off-Beat-Polka mit unüberhörbaren Balkan- und Gypsy- Swing-Anklängen, ergänzt immer wieder durch verträumte Chansons, groovende Akustik-Balladen oder nachdenkliche Lyrikvertonungen im Singer-/Songwriter-Stil“. Oder aber übersetzt: Das ist nicht das, was „man“ bei Singerunden oder auf Fahrt produziert oder hört; und manch einem haben die Texte vielleicht auch einfach zu viel Gefühl (Liebe!); wer aber deutsche Liedermacher mit internationalem Schwung mag, gerne zum mittanzen, aber mindestens zum mitsummen und mitschwingen, dem sei hiermit eindeutig eine Kaufempfehlung gegeben (Ganz klar: Musste haben!). Und ja, selbstverständlich, wer die Gelegenheit hat, sollte unbedingt eines der noch auf der Tour verbliebenen Konzerte miterleben oder sogar den Höhepunkt am 31.10....