Ermittlung gegen Gruppenleiter

Feuerwehr und Rettungsdienste mussten am 20. Juli zum Brocken (höchster Berg im Harz) ausrücken, um einer Pfadfindergruppe aus Kiel beizustehen. Bei dortigen Tageshöchsttemperaturen von über 28 Grad im Schatten (und das auf der Zielhöhe von 1142m!) war es trotz schattigem Weges dazu gekommen, dass insgesamt 14 Teilnehmer nach dem Aufstieg zum Brocken Anzeichen von Wassermangel und Hitzschlag zeigten und die Gruppe den Notruf alarmierte. Insgesamt fünf der Pfadfinder mussten am frühen Abend in Krankenhäuser gebracht werden, da umliegende überfüllt waren z.T. sogar ins weit entfernte Braunschweig. Ein Jugendlicher konnte glücklicherweise am Folgetag, die weiteren vier Kinder am Freitag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die übrigen Pfadfinder der Gruppe waren am Mittwoch zunächst zwecks Abkühlung in ein Feuerwehrgerätehaus gebracht worden und von dort aus weiter in eine Jugendherberge. Wie Volksstimme berichtete, nahm die Staatsanwaltschaft anschließend Ermittlungen gegen den 20-jährigen Gruppenleiter wegen des Verdachts der fahrlässiger Körperverletzung auf. Im Rahmen der Ermittlungen wurde zudem festgestellt, dass die Gruppe die Nacht zuvor „verbotenerweise“ in einer Schutzhütte im Nationalpark Harz verbracht hatte. (Wobei das mit dem „verboten“ nach meiner Ansicht womöglich diskutabel ist, denn wenn sie kein Zelt errichtet haben, haben sie ja genaugenommen weder gezeltet (das ist verboten), noch gecampt, sondern nur biwakiert. Ein generelles Übernachtungsverbot konnte ich den betreffenden Gesetzen aber nicht finden. Tatsache ist aber, dass der Pressesprecher des Nationalparks konsequent von einem bestehenden Verbot spricht). Pikanterweise waren Vertreter der gleichen Pfadfindergruppe bereits vor ein bis zwei Jahren von einem Ranger darauf hingewiesen worden, dass das Übernachten im Nationalpark verboten sei. Diesmal begegnete ihnen, als sie sich in der fraglichen Schutzhütte aufhielten, wieder ein Ranger, der sie erneut (und vor ihrer Übernachtung) auf das Verbot hinwiesen haben soll. Man muss kein Pfadfinder sein, um zu wissen, dass es ungesund ist, seinen Kopf oder Nacken(!)...

Pfadfinder zusammengebrochen

Wenn die BILD berichtet, tut man gut daran, nicht alles zu glauben. Aber auch der seriösere MDR berichtete, dass Mitte August eine Pfadfindergruppe aus Baden-Württemberg einen Großeinsatz von Rettungskräften in Dresden auslöste. Auf dem Rückweg aus der Sächsischen Schweiz klagten gegen 21 Uhr gleich mehrere Personen der Gruppe über gesundheitliche Probleme (Übelkeit, Schwindel, Erbrechen) und ein ärztlicher Notruf wurde abgesetzt. Insgesamt mussten wohl zwölf der Pfadfinder sicherheitshalber auf drei umliegende Krankenhäuser verteilt werden, davon drei liegend. Es hieß, schon am Tage zuvor habe eine Person der Gruppe über entsprechende Beschwerden geklagt und sei behandelt worden. Klingt nach Magen-Darm-Virus, da gibts ja auch tolle Sachen im Angebot: Noro- und Rotaviren beispielsweise können (so meine persönliche traurige Erfahrung) binnen zweier Tage ganze Lagerbesatzungen aufs Klo und über den Eimer treiben und durchaus auch behandelt nach über einer Woche noch Beschwerden hervorrufen. Hat man den Mist durchgestanden, ist man zumindest einige Jahre gut gerüstet und verfügt über Antikörper. Ein schwacher Trost, was für ein blödes Ende für eine Großfahrt! Und dann auch noch in der BILD. Mein Beileid! Quelle: MDR,...

Scouts vs. 500 Kilo Bulle

Kein neuer Horror-Hollywoodfilm, sondern reales Leben. Ende August büxte bei Offenbach ein ausgewachsener 500 Kilo-Bille aus dem Schlachthaus aus und irrte zunächst an Bahngleisen entlang, woraufhin der Schienenverkehr sofort eingestellt wurde. Dann flüchtete er in ein Naherholungsgebiet und traf dort (beinahe) 20 Pfadfinder an, die ihr Lager aufgeschlagen hatten. Beinahe deshalb, weil die Pfadfinder direkt, als die Gefahr bekannt wurde, von der Feuerwehr vorab in Sicherheit gebracht worden waren. Dann ging die Suche und Jagd nach dem Bullen weiter. Experten mit Blasrohren und Betäubungspfeilen hatten letztlich weniger Erfolg, als der Mann mit dem großkalibrigen Gewehr. Für den Bullen ging die Angelegenheit tödlich aus, für diejenigen, die ihn dann bergen mussten, schweißtreibend  und für die Pfadfinder glimpflich: Sie bekamen den Bullen wohl erst gar nicht zu Gesicht. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Rettungseinsatz im Pfadfinderlager: Es war kein Kohlenmonoxid...

Entgegen der von der Bild-Zeitung verbreiteten Behauptung, dass die Kohlenmonoxid-Warngeräte in einer genutzten Jurte „sofort Alarm“ gegeben hätten, handelte es sich beim Notarzteinsatz beim Pfadfinderlager in Sage um eine reine Sicherheitsmaßnahme. Ein Kind hätte Symptome gezeigt, welche (so die Stellungnahme der Gruppe) die Teamer dazu veranlasst hätte, sicherheitshalber einen Notarzt einzuschalten. Die Ärztin hätte dazu angehalten, weitere Kinder nach ihrer Befindlichkeit zu befragen. Auf Nachfrage klagten einige über Kopfschmerzen, Schwindel und Angst (vielleicht auch aufgrund des Einsatzes des Notarztes mit Krankenwagen). Zur Vorsicht hätte die Ärztin vor Ort dann Verstärkung angefordert, der automatisch mit dem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen verbunden war. Die sechs Kinder, welche in der Nacht über Unwohlsein geklagt hatten, wurden vorsorglich im Krankenhaus behandelt und ohne Befund zeitnah auch wieder entlassen. Die Eltern wurden sofort informiert, die Kinder begleitet und die Teamer vor Ort hatten die Lage jederzeit vollständig unter Kontrolle. Der Verdacht, dass die Kinder durch ein Lagerfeuer in der Jurte eine Rauchgasvergiftung erlitten haben könnten, hat sich gemäß des NDR nicht bestätigt. Allein die Äußerung, dass ein Lagerfeuer existierte, habe zu der Vermutung der Rettungskräfte geführt, dass es sich ja um eine Kohlenmonoxidvergiftung handeln könnte. Die Feuerwehr, teilweise mit Rauchgas-Vollschutzbekleidung versehen, kontrollierte dann die Zelte und stellte in einer Jurte (so der Fernsehbericht) auch einen erhöhten Kohlenmonoxidwert fest. Allerdings war diese Jurte bereits seit Stunden nicht genutzt gewesen, womit Kohlenmonoxid als Ursache des Unwohlseins der Kinder ausscheidet. Die große Lüftungsöffnung der Jurte und der Umstand, dass diese Zelte ja explizit für die Benutzung mit offener Feuerstelle ausgelegt sind, ließen es zusätzlich als unwahrscheinlich erscheinen, sich darin eine Vergiftung zuzuziehen. (Das geht natürlich schon, aber nur in dem Sonderfall, dass z.B. Schnee die Ritzen verschließt und keine ausreichende Frischluftzufuhr erfolgt – das war hier nicht der Fall). Kostenfrei...

Angebliche Kohlenmonoxidvergiftung von Pfadfindern...

So schnell kann aus einer abstrakten Gefährdungslage ernst werden: Bei einem Zeltlager von Pfadfindern in Sage erlitten gestern die Jungpfadfinder der Gruppe Kranich möglicherweise eine Kohlenmonoxidvergiftung. Sie saßen nach Verlöschen des Lagerfeuers in ihrer Jurte, als sie über Unwohlsein, Schwindel und Übelkeit klagten. Der alarmierte Rettungsdienst führte routinemäßig Kohlenmonoxid-Warngeräte mit sich, die (laut Bild-Zeitung) sofort Alarm geben, als die Retter die Jurte betraten. Der Sprecher der Rettungskräfte hingegen betonte, bei der Überführung ins Krankenhaus  habe sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme gehandelt, eine Kohlenmonoxidvergiftung sei noch nicht nachgewiesen. Sechs Kinder mussten ins Krankenhaus gebracht werden, zwei wurden sicherheitshalber zur Beobachtung dort behalten. Der Ausrüster „Jurtenland“ warnt schon länger vor der potentiellen Gefahr durch Kohlenmonoxid. Quelle (u.a.): Buten un Binnen,...