„Nachwuchs gibt es keinen mehr“...

Was der 82-jährige Hans Eltze dem Trierischen Volksfreund zum Besten gab, war vermutlich nicht offiziell abgesegnet. Er berichtete im Interview vom Nerother Wandervogel und von den Fahrten seiner Jugend und dass man sich immer noch regelmäßig zum Singen treffen würde. Alles in allem ein netter Bericht, nur ein Satz verstörte dann doch den kundigen Leser. Von den Treffen auf der Waldeck berichtete er, dass von deutschlandweit rund 200 Mitgliedern des Nerother Wandervogels dort mal mehr, mal weniger zusammenkämen. Schließlich seien die Herren auch schon in die Jahre gekommen. Und dann: „Nachwuchs gibt es keinen“. Eine steile Behauptung, die nach Kenntnis der Redaktion nicht mit den Tatsachen übereinstimmt. Als „alter Nerother“ gehört Eltze aber nicht zum Teilnehmerkreis der Bundestreffen des Jungenbundes, die ihn eines Besseren überzeugen könnten. Bild: Karl Oelbermann, Gründer des...

Gedenktag: Robert Oelbermann

Heute vor 79 Jahren, am 29. März 1941, verstarb Robert Oelbermann im Alter von 44 Jahren im KZ Dachau. Robert Oelbermann war, zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl, Gründer des Nerother Wandervogels und dessen Bundesführer bis zu seinem Tod. Die Zwilligsbrüder wurden am 24. April 1896 in Bonn geboren. In der Silvesternacht 1919 gründeten sie zusammen mit ausgewählten Freunden auf dem Nerother Kopf bei Neroth/Eifel den Geheimbund / die Ritterschaft der Nerommen innerhalb des Altwandervogels. Dessen Bundesführung war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und in Folge dessen entstand ein eigener Bund, der Nerother Wandervogel, der sich am 27. März 1921 offiziell gründete. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und die durch diese erzwungene Selbstauflösung führten viele Nerother Wandervögel ihr Gruppenleben in der Illegalität fort, ein Umstand, welcher der Reichsjugendführung nicht verborgen blieb. Sie ging entschlossen gegen diese „bündischen Umtriebe“ vor, so wurde auch Robert Oelbermann in Untersuchungshaft genommen und mit Hilfe eines erpressten Geständnisses hinsichtlich homosexueller Orientierung in Haft genommen.  Dieser schloss sich eine Schutzhaft und 1937 die Überführung, zunächst ins KZ  Sachsenhausen und später ins KZ Dachau, an. Dort verstarb er an den Folgen der Haftbedingungen, welche eine Entzündung und Blutvergiftung an einer alten Kriegsverwundung hervorgerufen hatten. Wesentliche, bis heute erhaltene Formen des Nerother Wandervogel sind der reine Jungenbund, die Weltfahrten, der Ausbau der Burg Waldeck als Jugendburg, die organische Struktur in Form von überregionalen Orden mit individueller Prägung, ein Bundesführer auf Lebenszeit und nicht zuletzt ihr reges musikalisches Schaffen. Den ausführlichen Scout-O-Wiki-Eintrag zu Robert (und Karl) Oelbermann findet ihr hier. Zudem gibt es ein Video von der Verlegung des Stolpersteines für Robert Oelbermann im Jahr 2009 auf der Waldeck. Im Original ist er kurz ab Minute 4:08 im Waldeck-Film-Trailer zu sehen. Bildausschnitt aus “Die letzten Wandervögel”, Deutscher Spurbuchverlag   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter...

Neuauflage! Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel...

Es war vier Jahre lang vergriffen, nun ist es wieder lieferbar. Anlässlich der Leibziger Buchmesse erscheint die lang erwartete Neuauflage von Herbert „Berry“ Westenburger „Wir pfeifen auf den ganzen Schwindel“. Das Buch ist ein bewegendes autobiografisches Werk mit der Qualität „bündischer Pflichtlektüre“. Berry beschreibt in seinem Werk u.A. seine Erlebnisse mit seiner Jugendgruppe während der Verbotszeit im Nationalsozialismus. Nachdem über 60 Jahre von den ersten Erlebnissen gerechnet ins Land gezogen sind, ist der Detailreichtum so mancher Schilderungen sehr beachtlich und beweist, wie prägend gerade diese Zeit gewesen sein muss. Auch der umfangreiche Anhang mit Dokumenten und Fotos als Nachweis für die getätigten Aussagen zeigt, mit welcher Hingabe dieses Buch entstanden ist. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß unsere heutige Freiheit, in der wir unseren Trieb nach Fahrten, Ferne und Abenteuern in unseren Bünden ausleben können, umso mehr zu schätzen. Informationen über Herbert Westenburger: Herbert Westenburger wurde am 5.1.1920 in Frankfurt am Main geboren, wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Von März 1932 bis zum Verbot 1934 war er Mitglied im Nerother-Wandervogel. Danach betätigte er sich in einer illegalen Jungenschafts-Horte. Die Familie war mütterlicherseits seit Generationen Konditorei- und Caféhausbetreiber. Er sollte diese Tradition fortführen. 1938 gerät er in Haft wegen „bündischer Umtriebe“. Ab September 1939 diente er in der Wehrmacht als Flaksoldat. Westfront, Berlin, 1942/43 bis zur Niederlage Teil des Afrika-Korps. Während des Krieges wurde er verwundet und geriet in britische und amerikanische Gefangenschaft, aus der er zwei vergebliche Fluchtversuche unternahm. Seine Rückreise aus dem Gefangenenlager tritt er im Januar 1946 an. Er beteiligte sich am Wiederaufbau der Nachkriegs-Jugendbewegung. Ihm wurde eine Ehrung durch Verleihung der „Johanna Kirchner“-Medaille für sein standhaftes Festhalten an bündischen Idealen während der NS-Zeit zuteil. Er hielt in Schulen und Fachhochschulen Frankfurts Aufklärungsvorträge über die jugendliche Verweigerungstaktik. Autor: Herbert Westenburger...

Buchvorstellung: Die letzten Wandervögel...

Burg Waldeck und die Nerother Geschichte einer Jugendbewegung. Das Buch beschreibt die Geschichte eines bedeutenden Jungenbundes, des Nerother Wandervogels, von den Ursprüngen über Verbot und Verfolgung bis in die heutige Zeit. Der Gedanke und die Tat, eine Jugendburg zu bauen, die unsäglichen Schwierigkeiten Burg Waldeck endgültig in Besitz nehmen zu können und das Abenteuer der gemeinsamen Großfahrten prägen das Antlitz dieses Bundes. Spannend bis zur letzten Seite. ISBN 978-3-88778-197-2 212 Seiten Format: 18 x 25,5 cm Sprache: deutsch 2. Auflage, zahlreiche Abbildungen, Hardcover Hier geht es zur Bestellung. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Herzlichen Glückwunsch, FM!

Am heutigen Tage, dem 06. April 2019, begeht Fritz-Martin Schulz (FM) seinen 78. Geburtstag. FM ist seit 1974 der Bundesführer des Nerother Wandervogels und lebt auf Burg Waldeck im Hunsrück, dem Bundessitz. Vor seiner Wahl war er bereits mehrere Jahre Bauhüttenführer gewesen. Die durch ihn geführten Auslandsfahrten, auch jene in den vergangenen Jahren nach Nord- und Mittelamerika, machten von sich reden (Scouting berichtete). Die Bundesführer im Nerother Wandervogel werden auf Lebenszeit bis Abwahl oder Rücktritt, gewählt. Deshalb kommt ihrer Persönlichkeit „naturgemäß“ eine erheblich höhere Bedeutung zu, als dies in anderen Bünden der Fall ist. FMs Stellungnahmen, zumeist jenseits des „Mainstreams“, haben oft Widerspruch hervorgerufen, waren und sind jedoch stets durchdacht. Scouting wünscht dem streitbarem Bundesführer des Nerother Bundes weiterhin Gesundheit und ein aktives Bundesleben! Zum Weiterlesen: Nerohm (Fritz-Martin Schulz): Die letzten Wandervögel. Burg Waldeck und die Nerother. Geschichte einer Jugendbewegung. Spurbuchverlag, Baunach 2002. ISBN 978-3-88778-197-2 Fritz-Martin Schulz: Von der Straße geworben. Spurbuchverlag, Baunach 2007. ISBN 978-3-88778-310-5   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...