Nachruf auf Helm König Jun03

Nachruf auf Helm König

Vergangene Woche verstarb Helm König in seinem Haus in der Wedemark nach längerer schwerster Erkrankung. Der bekannte Musikherausgeber, Liedermacher und „berüchtigter“ Förderer und Kritiker bündisch-musikalischem Schaffens wurde am 15. April 1930 in Bremen geboren. Helm kam über die Deutsche Jungenschaft zur bündischen Jugend. Ursprünglich studierte er Germanistik und Geschichte, später kamen noch Pädagogik, Chorleitung und Philosophie hinzu; er arbeite als Verlagsassistent bei Voggenreiter („Turm“), als Gymnasiallehrer und als Lektor in Kalkutta. 1968 übernahm er ein kleines bündisches Schallplattenlabel und gründete mit Freunden aus der Jungenschaft die Schallplattenfirma Thorofon. Wann immer bündischer Gesang oder das Beherrrschen von Instrumenten im Niveau abzugleiten drohte, wurde ein deutliches Wort von Helm hörbar – ab 1985 war er als Jurymitglied regelmäßig bei verschiedenen pfadfinderisch-bündischen Singewettstreiten anzutreffen. Eby vom Mindener Kreis gedachte seiner mit den Worten des 90. Psalms (Vers 12): „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ und fuhr fort:„Helm ist seit dessen Gründung Mitglied des Mindener Kreises und hat sich bei vielen Sommertagungen um die Aufnahmen der Vorträge und Gespräche bemüht. Es ist noch immer des „Schweißes der Edlen“ wert, diese Unterlagen und Tonaufnahmen auszuwerten im Sinne der satzungsmäßigen Aufgabe des MK, die Geschichte der Nachkriegsjungenschaft zu erforschen und zu dokumentieren. Er hat noch gehört, dass Manni Nimax sich darum bemüht, unter Verwertung des von Helm und Bernd Gerhardt zusammengestellten Fotoarchivs, welches seit Oktober 2017 im Archiv der Jugendbewegung auf dem Ludwigsten eingelagert ist, den lange geplanten Fotoband endlich vorzubereiten. Er hat sich sehr darüber gefreut, auch wenn er zur weiteren Mitarbeit wegen seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage war. Immerhin hat er vor der Ablieferung an das Archiv daür gesorgt, dass der Inhalt des mehr als 4.500 Foto umfassenden Archivs auf drei Festplatten gespeichert wurde, so dass Manni für seine...

Sendung mit Guy Stern heute 23:45 Uhr ZDF...

Prof. Dr. Guy Stern gehörte in seiner Jugend in Hildesheim dem jüdischen Jugendbund „Schwarzes Fähnlein, Jungenschaft“ an. Er ist das älteste Mitglied des Mindener Kreises. Heute wird das ZDF um 23:45 die Sendung“Rückkehr in Uniform – Jüdische Deutsche im Krieg gegen Hitler“ ausstrahlen. Wer die Sendung wegen der späten Abendzeit verpasst, kann sie in der MEDIATHEK nachträglich ansehen. Sie wird außerdem am Dienstag, dem 11.08.2020 um 14:15 ausgestrahlt werden und bei Phönix am Samsatg, dem 15.08.20202, allerdings leider wieder erst um 23:45. Eby schrieb an den Mindener Kreis: „Der ZDF-Redakteur  Peter Hartl hat per e-Mail an Frau Susanna Stern geschrieben: „Ihr Mann macht eine brillante Figur und schildert beklemmend, bisweilen humorvoll, aber immer eindringlich“. Im Film wird auch „der biografische Bogen“ geschlagen und die Aufnahmen von der Deportation der Eltern aus Hildesheim werden zu sehen sein.“ Der heute in New York lebende Professor für deutsche Literatur kam 1922 als Günther Stern in Hildesheim zur Welt. Dort lebte seine Familie, bis sie von den Nationalsozialisten ins Warschauer Ghetto deportiert wurde. Stern konnte mit Hilfe seines Onkels 1937 nach Amerika fliehen. Seine Eltern und Geschwister wurden verhaftet und in Warschau und Ausschwitz ermordet. In Amerika begann sein neues Leben und er kehrte als Mitglied der „Ritchie Boys“ (eine vorwiegend aus Emigranten bestehende Spezialeinheit, die deutsche Kriegsgefangene verhörte) nach Deutschland zurück. Nach dem Krieg wurde er Professor für deutsche Literatur in New York. Im Jahr 1998 hielt er im Deutschen Bundestag die Gedenkrede anlässlich des 60. Jahrestages der Progromnacht. Guy Stern ist Ehrenbürger der Stadt...

Buchvorstellung: Helmut Hirsch – Ein junges Leben vom Nationalsozialismus gewaltsam ausgelöscht...

Diese Schrift des Mindener Kreises befasste sich anlässlich seines 100. Geburtstages mit „Helle“ Helmut Hirsch. Dieser Angehörige der dj1.11 war ein deutsch-jüdischer Student und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, der im Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag vom NS-Volksgerichthof 1937 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Er war der erste von den Nationalsozialisten hingerichtete US-Bürger. Seine Eltern hatten die amerikanische Staatsbürgerschaft einst durch einen mehrjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten erhalten, selbst aber nach dem Ersten Weltkrieg wieder verloren. Von der Gestapo und dem Volksgerichtshof wurde Helle forthin als „Beweis“ für die generell staatsgefährdende Gesinnung der Bündischen Jugend und insbesondere der dj.1.11 genutzt. Die Schrift basiert inhaltlich auf einem Lebensbild, welches vom Autor bereits zuvor, jedoch wesentlich kürzer, veröffentlicht worden war. Es wurde vom Verfasser überarbeitet, erweitert und vor allem ergänzt durch Anregungen aus der Studie „The Opposite of Treason. Helmut Hirsch versus the Third Reich“ des US-Amerikaners Andrew Roth, der sich der Dokumentation des Widerstands von Juden gegen das NS-Regime gewidmet hat. So konnte ein Bild entstehen, das aus verschiedenen Blickwinkeln das Leben und Sterben von Helle Hirsch beleuchtet. Fritz Schmidt Helmut Hirsch – Ein junges Leben vom Nationalsozialismus gewaltsam ausgelöscht, 1916-1937 Schriftenreihe Mindener Kreis, Heft Nr. 11 76 Seiten | Softcover | 14,8 x 21 cm 8,60 € | A: 8,80 € ISBN 978-3-88778-468-3 Hier geht es zur Bestellung.   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Buchvorstellung: Auf der Suche nach der Blauen Blume...

Linke Strömungen in der Jugendbewegung. Dieses Heft Nr. 13 der Schriftenreihe des Mindener Kreises hat unter zwei unterschiedlichen Aspekten ein und dasselbe Thema im Auge: Die deutsche Jugendbewegung und ihre gesellschaftspolitischen Verwicklungen. Unter der Überschrift „,Wir wollen zu Land ausfahren … Hjalmar Kutzleb, ein problematischer Wandervogel: Autor und Lehrer in Minden von 1919 bis 1935“, hat sich im ersten Beitrag Jurgen Reulecke mit dem Dichter des Liedes, Hjalmar Kutzleb, auseinandergesetzt. Der zweite Aufsatz von Eckard Holler behandelt „Linke Strömungen in der freien burgerlichen Jugendbewegung“, ein Korrektiv zur weitverbreiteten Meinung, die Jugendbewegung sei einseitig rechts zu verorten. Hierzu bringt der Autor vor, daß die deutsche Jugendbewegung auch als eine sozialutopische Unterströmung der deutschen Gesellschaft im 20. Jahrhundert gesehen werden und eine solche Sichtweise mithelfen könne, bei der Analyse der politischen Auswirkungen der Jugendbewegung stärker zu differenzieren. Autor: Jurgen Reulecke, Eckard Holler ISBN 978-3-88778-493-5 96 Seiten Format: 148 x 210 mm 1. Auflage, Softcover mit S/W-Bildern Hier geht es zur Bestellung   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Lebenswege – eine Dokumentation...

„Hatte meine Zeit in einer jungenschaftlichen Horte eigentlich einen Einfluss auf mein Leben und auf das, was ich dachte, machte, wollte?“ Diese Frage stellt man sich, wenn man bei zunehmendem Alter den Blick zurück richtet, sich mit dem eigenen, gelebten Leben beschäftigt, zu bilanzieren versucht, was war gut, was nicht, was würde ich wieder so machen, wodurch wurde mein Leben bestimmt? So kam es dazu, dass das Thema „Lebenswege – geprägt durch die Jungenschaft?“ für die Jahrestagung 2019 des Mindener Kreises gewählt wurde. Sechs Mitglieder des Mindener Kreises hatten angeboten, aus ihrem Leben zu berichten, und im Nachhinein kann man sagen, dass eine interessante Vielfalt dabei herauskam. Das Ergebnis wird hier in Schriftform vorgelegt. Es sind Angehörige einer bestimmten Alterskohorte, die hier aus ihrem Leben berichten. Sie wurden zwischen 1935 und 1945 geboren, der Schwerpunkt liegt bei den 1940er Jahrgängen. Sie alle wurden in besonderem Maße durch die Ereignisse in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt: als Kleinkinder durch den Krieg, als Heranwachsende in der Not der Nachkriegszeit und in ihrer Zeit als Jugendliche und junge Erwachsene durch den staatlichen Neubeginn und das, was Historiker später das „Wirtschaftswunder“ genannt haben. Sie waren in den 1960er Jahren im Zenit ihrer bündischen Aktivitäten, aber bereits auch integriert in die Diskussionen über Zukunftsfragen wie „Was soll aus Deutschland werden und wie soll es in Zukunft aussehen?“. Das schlug sich nieder in den Berufen, die sie wählten. Allen war es wesentlich, darauf hinzuweisen, dass die Zeit in der Jungenschaft eine wichtige Phase in ihrem Leben gewesen ist. Schriftenreihe des Mindener Kreises, Band 21: Lebenswege ‒ eine Dokumentation ISBN 978-3-88778-587-1 104 Seiten, Format: 14,8 x 21 cm Auflage / Softcover 11,90 € Hier geht es zur Bestellung!   Hier als pdf die Gesamtdarstellung der Neuerscheinungen und Neuauflagen im Bereich...