Gedenktag Fredy Hirsch

Heute vor 76 Jahren verstarb Alfred (genannt Fredy) Hirsch im Alter von nur 28 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Er war jüdischer Pfadfinder und setzte sich bis zu seinem Tode für die Verbesserung der Situation der deportierten Kinder ein. Fredy wurde am 11. Februar 1916 als Sohn jüdischer Eltern in Aachen geboren, wo er auch aufwuchs. Sein Vater verstarb bereits 1926 nach langer Krankheit, die Mutter war mit der Erziehung der zwei Söhne und dem Lebensmittelgroßhandel, den der Vater hinterlassen hatte, überfordert. Da seine schulischen Leistungen unzureichend waren, verließ er schon als 15-Jähriger die Schule und seine Heimatstadt und siedelte zunächst nach Düsseldorf und dann nach Frankfurt über. Halt gaben ihm sein Engagement bei den Pfadfindern, im Sport und in seinem jüdischen Glauben. Im November 1935 ging er in die Tschechoslowakei ins Exil. Als aber auch dort die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung immer erdrückender wurden und der jüdische Sportverein geschlossen wurde, übernahm Fredy Hirsch das Sportreferat und gründete den Spielplatz Hagibor, wo er zahlreiche Sportaktivitäten und Wettbewerbe organisierte. Fredy Hirsch versuchte noch, eine Massenevakuierung für Kinder und Jugendliche zu organisieren, doch am 4. Dezember 1941 wurde er gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der jüdischen Gemeinde Prag nach Theresienstadt deportiert. Dort brachte er sich in die Jugendfürsorge und Kinderbetreuung ein, organisierte besseres Essen für die Kinder, organisierte sportliche Veranstaltungen und hielt sie zu Sauberkeit, Ordnung und Disziplin an, damit sie nicht mit den Transporten in den Osten nach Auschwitz geschickt wurden. Als jedoch im Sommer 1943 rund 1.200 verstörte Kinder aus Bialystok in Theresienstadt ankamen, versuchte Fredy trotz Verbotes, zu den Kindern zu gelangen. Zur Strafe wurde er am 6. September nach Auschwitz-Birkenau transportiert. In den Transporten waren auch 274 Kinder unter 15 Jahren. Wieder oblag es Fredy Hirsch, ein Familienlager zu errichten, wo die Kinder...

Auch deutsche Pfadfinder können Fackeln halten – wenn der Zweck stimmt...

Anlässlich der Gedenkfeiern des Überfalls auf Polen, welcher den Start des zweiten Weltkrieges darstellte, war festzustellen, dass der Aufmarsch der polnischen Pfadfinder in voller Montur Seite an Seite mit Soldaten in Deutschland wohl eher weniger denkbar wäre. Doch wer dachte, dass deutsche Pfadfinder grundsätzlich ein geschlossenes Auftreten bei öffentlichen Anlässen und dies zudem mit Fackeln in den Händen, grundsätzlich vermeiden würden, sieht sich nun eines Besseren belehrt. Es kommt halt auf den Anlass an. Anlässlich des Gedenktages der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz waren es die Pfadfinder, welche bei der örtlichen Kranzniederlegung in Niederorschel „befackelt“ den stimmigen Rahmen abgaben. In Ausschwitz selbst entzündeten Pfadfinder aus Polen, Kanada und den USA eine Kerze zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren und eröffneten damit den Tag des Gedenkens. Beachtlich: Trotz Schneelage ohne Jacken. Die teilweise kurzärmeligen Klufthemden kamen voll zur Geltung. Bei der Gedenkfeier in Stuttgart beteiligte sich eine Gruppe der Royal Rangers. Und bei der DPSG lautet das Jahresmotto für 2015, passend in diesen Tagen,  Gastfreundschaft und ganz in diesem Sinne nahm dann auch ein Stamm, nämlich der aus Gmünd, vor einigen Tagen an der städtischen Demo für Toleranz teil. Sie, die deutschen Pfadfinder, können es also doch, nicht für staatliche Belange, aber für jene der Menschlichkeit. Bildnachweis: www.auschwitz.org | Auschwitz-Birkenau State Museum, Jarosław Praszkiewicz Thüringer Allgemeine...

BDP im Konzentrationslager

Der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) aus dem Kreis Bad Kreuznach hat mit einer Gruppe von 23 Jugendlichen und Erwachsenen des Landkreises die Gedenkstätte in Osthofen besucht. In einer leerstehenden Papierfabrik hatten Nationalsozialisten dort Anfang März 1933 das erste Konzentrationslager im damaligen Volksstaat Hessen errichtet. Quelle: scouting...

Zeitzeuge zu Besuch

Bei einer Fahrt des Bundes Deutscher PfadfinderInnen (BDP) zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz vor zwei Jahren lernten die Teilnehmer Stanislav Hantz kennen, der die Inhaftierung in dem Konzentrations- und Vernichtungslager überlebte. Jetzt war der 84-jährige Zeitzeuge zu Gast in Bingen und im Hunsrück. Dabei berichtete er Schülern in Bad Kreuznach und Simmern und den BDP-Mitgliedern beim Infoabend vom täglichen Überlebenskampf im Todeslager Auschwitz. Seit 1985 fährt Hantz regelmäßig nach Deutschland, um vor allem in Schulen von der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie zu berichten. Quelle: scouting...