BSA erwägen Insolvenz!

Die weltweit mitgliederstärkste Pfadfinderorganisation, die Boy Scouts of America (BSA), erwägen, in geregelte Insolvenz zu gehen. Hintergrund sind die zahlreichen gegen die Organisation anhängigen Klagen wegen „unangemessenem Verhalten von Mitarbeitern“ (=sexuellem Missbrauch) bei gleichzeitig schrumpfender Mitgliederzahl. Das Wall Street Journal hatte kurz zuvor berichtet, dass die Pfadfinder eine Anwaltskanzlei für mögliche Insolvenzanträge nach Kapitel 11 eingestellt hatten. Die Boy Scouts of America erklärten, dass keine unmittelbaren Entscheidungen über den Konkurs bevorstünde. Es ist noch völlig unklar, wie sich eine Insolvenzanmeldung auf die 2,4 Millionen Mitglieder und fast 1 Million Erwachsene der jahrhundertealten Organisation auswirken würde. Die finanziell angespannte Situation dürfte sich auch durch den bevorstehenden Mitgliederschwund durch den unmittelbar bevorstehenden Austritt der mormonischen Gruppen aus der BSA weiter verschärfen. Schon im Mai diesen Jahres hatten diese angekündigt, aus der BSA Ende Dezember diesen Jahres mit gut 35.000 Gruppen mit 425.000 Mitgliedern auszuscheiden. Grund hierfür war die neue liberale Haltung der BSA hinsichtlich der Aufnahme von Homosexuellen in der Organisation. Der im vergangenen Jahr gefällte Beschluss der BSA, nun auch Mädchen aufzunehmen, dürfte diesen Schwund nicht ausgleichen, zumal es für diese ja bereits eine eigene Organisation gibt, mit der man in Konkurrenz tritt. Schon 2010 waren die Boy Scouts of America in einem Fall von sexuellem Missbrauch zur Zahlung von umgerechnet 13,9 Millionen Euro verurteilt worden. Die hohen Strafsummen in Amerika resultieren daraus, dass diese sozusagen nach dem generellen Bedeutungsgrad der Abschreckung bemessen werden und nicht in Hinblick auf den jeweiligen Einzelfall. Bei mehreren Millionen Mitgliedern jahrezehntelang auf Vertuschung und Verschweigen gesetzt zu haben und ungeeignete beziehungsweise keine Mittel zur Prävention ergriffen zu haben, wiegt eben schwer. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....

Übermütige Pfadfinder schädigten Naturschutzgebiet...

Das dreitägige Openair-Spektakel „Pfadi Folk Festival“ der Schweizer Pfadi, welches Ende August mit 4000 Teilnehmern in Orpund bei Biel stattgefunden hatte, hat ein erhebliches Nachspiel: Ein kaputtes Naturschutzgebiet und wütende Gläubiger. Das Organisationskommitee ist bankrott und räumt Fehler ein.Das Pfadi Folk Festival – kurz PFF – ist ein dreitägiges Openair für Schweizer Pfadfinder ab 16 Jahren und lokale Bevölkerung, das alle vier Jahre an einem anderen Ort stattfindet und durch wechselnde Kommitees organisiert wird. Damit soll der Austausch aller Pfadi auch über Sprachgrenzen hinaus gefördert werden. Das diesjährige Organisationskommitee (kurz: OK) wollte das «beste Pfadi-Folk-Fest aller Zeiten» auf die Beine stellen, bei dem ein wirklich breites Publikum angesprochen werde. Über 20 Bands aus dem In- und Ausland wurden angeworben, es gab Workshops, einen Chill-out-Bereich mit Massageatelier, geheizten Whirlpools und eine Großraumsauna für 80 Personen. Das kostete zwar alles Geld, aber das OK rechnete mit 4000 bis 6000 zahlenden Besuchern. Tatsächlich kamen aber nur 4500 – und davon zahlten zudem nur 3500, denn die übrigen waren Helfer oder geladene Gäste. Dabei muss, schon rein rechnerisch, ein Minus von mindestens 64.500 Schweizer Franken (über 50.000 €) entstanden sein. Das OK nennt keine Zahlen, spricht nur von einem Defizit. Der für die Organisation gegründete Verein ist zahlungsunfähig, die Gläubiger, wie die Migros (Catering) gucken in die Röhre. Das OK hofft nun auf eine Finanzsspritze des Bundesverbandes. Na der wird sich freuen. Zudem haben die Pfader und ihre Gäste ein ökologisches Desaster hinterlassen. Das war nun nicht unmittelbar ihre Schuld, dass der Chill-Out-Bereich im Naturschutzgebiet lag (da hat womöglich auch im zuständigen Amt bei der Genehmigung der Veranstaltung jemand geschlafen) und dass dieses Areal durch ausdauernde Regenfälle vor der Veranstaltung bereits aufgeweicht war. Das Befahren mit Traktoren und die aufgestellten Whirlpools besorgten den Rest und zerstörten die darunter...