Stellungnahme der DPSG

Wie berichtet, hatte eine Unterkunft der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg vor einigen Monaten unerwünschte Gäste. Inzwischen liegt die Stellungnahme der Gastgeber vor: „Am 07.05.2020 wurden wir darüber informiert, dass eine Gruppierung der rechtsextremistischen „ Identitären Bewegung “ vom 6. bis zum 8. März ein Treffen in unserem Diözesanzentrum Schloss Ebersberg abgehalten hat. Die Gruppe hatte sich als „Schwäbischer Kulturverein Konstanz e.V. “ angemeldet – ein real existierender, uns bisher unbekannter Verein. Erst im Nachhinein stellte sich die Belegung anhand von Veröffentlichungen in den sozialen Medien als „ Aktivistentreffen “ der „ Identitären Bewegung Schwaben “ heraus. Wir – der DPSG Diözesanverband Rottenburg Stuttgart und die Gemeinschaft Sankt Georg e.V. – wurden hier offensichtlich über den tatsächlichen Zweck der Buchung unseres Diözesanzentrums getäuscht. Wir distanzieren uns aufs Allerschäfste von der „ Identitären Bewegung “ und ihren Zielen. […]“ Nun war der Schwäbische Kulturverein Konstanz aber kein unbeschriebenes Blatt. Bereits am 6. April 2018 berichtete der Südkurier, dass eine Gruppe, die sich unter diesem Namen zum Konstanzer Fasnachtsumzug angemeldet hatte, mit Masken von verschiedenen Politikern einschlägige Parolen verbreitet hätte und Bezüge zur Identitären Bewegung Schwaben bestünden. Kurzum: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart als Vermieter war auf den unauffälligen Namen des Kulturvereines hereingefallen und hatte keine Erkundigungen über den Verein angestrengt. Es ist davon auszugehen, dass man künftig bei Buchungsanfragen von einem persönlich unbekannten Gruppen mehr Aufmerksamkeit walten lässt. Das ist auch allen anderen Vermietern von Gruppenunterkünften zu empfehlen, sofern ihnen nicht egal ist, wen sie...

DPSG als unfreiwilliger Gastgeber von Identitären...

Viele Pfadfinderorganisationen, besonders die größeren, verfügen über Gruppenunterkünfte, welche sie vermieten. Dabei kommt es leider immer wieder vor, dass Gruppierungen Einzug halten, die man nicht beherbergen möchte. Vor allem, wenn diese sich nicht unter ihrem korrekten Namen anmelden, sondern stattdessen als „irgendeine Pfadfindergruppe“ oder „irgendein Familientreffen“ oder „irgendeine Wandervogelmischpoke“. Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder hatte vor vier Jahren Glück, dass linke Aktivisten ihn darüber aufklärten, dass sich eine Gruppe des Sturmvogels in seinem Bundeszentrum Immenhausen niedergelassen hatte. Der BdP reagierte sofort und unter Polizeibegleitung wurden die Sturmvögel vor die Tür gesetzt. Ganz so fix waren die Recherchekräfte diesmal nicht: Das diesjährige Aktivistenwochenende der Identitären Bewegung Schwaben fand im Frühjahr auf Schloss Ebersberg und somit ausgerechnet der erklärtermaßen weltoffenen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) statt. Diese Aktivistenwochenenden sind offenbar, möchte man den Videomitschnitten glauben, im Stil einer Kaderschmiede der Leistungs-Wehrsportgruppe gegr. 1933 e.V. bei der u.a. zu lernen ist, wie man sich bei Demos effektiv gegen Angriffe wehren kann oder sein strategisches Vorgehen optimiert. Die DPSG hat selbst erst sehr kürzlich (Sonntag) überhaupt erfahren, wer da zu Gast war – der Bundesvorstand hat noch keine Stellungnahme abgegeben, aber genaugenommen erübrigt sich das auch. Niemals und unter keinen Umständen würde eine DPSG-Unterkunft für eine Gruppe der Identitären Bewegung bewusst zur Verfügung gestellt....