„Manuskript – Nur zum internen Gebrauch“...

Wer einen Liedtext oder eine Melodie (oder einen Satz oder eine Bearbeitung) schreibt, hat das Urheberrecht an diesem. Wer einen Liedtext oder eine Melodie (eines anderen Urhebers) verwendet, hat das Urheberrecht zu beachten. Unproblematisch ist es, wenn ihr für euch selbst ein handgeschriebenes Liederbuch verfasst. Und sinnvoll durch das haptische Lernerlebnis ebenso. Sobald jedoch Liedtexte nicht nur für den privaten Gebrauch kopiert, vervielfältigt oder sogar öffentlich zugänglich gemacht werden (Internet, öffentlicher Verkauf), kommen wir in einen Bereich, in dem der Urheber des Liedes, also die Verfasser des Textes und der Melodie, ein Recht, also ggf.  einen  Anspruch auf Vergütung haben. Das Fotokopieren und das Scannen von Noten ist sogar grundsätzlich untersagt. “Die Vervielfältigung […] graphischer Aufzeichnungen von Werken der Musik […] ist, soweit sie nicht durch Abschreiben vorgenommen wird, stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig[…].” Viele kennen den Hinweis aus käuflich erwerblichen Liederbüchern „Manuskript zur zum internen Gebrauch“. Diese Aussage ist Unsinn. Ebensolcher Unsinn ist es, einfach Liedtexte zu veröffentlichen und dann darunter zu schreiben, dass man um Hinweis bittet, sollte man damit das Urheberrecht verletzt haben. Denn nicht der Rechteinhaber muss aktiv die Nutzung seines Werkes kontrollieren, sondern alle anderen müssen sich die benötigten Nutzungsrechte explizit einräumen lassen, bevor sie zum Beispiel einen Liedtext im Internet zum Abruf bereitstellen dürfen. Ist trotz nachweislicher Bemühungen der Rechteinhaber nicht zu ermitteln gewesen, bringt das aber zumindest mildernde Umstände (§ 100 UrhG). Erstellt man also ein Liederbuch und möchte dies, egal ob käuflich oder kostenfrei, über den Kreis der eigenen Gruppe hinaus vertreiben, ist bei jedem einzelnen Lied zu prüfen, wer a) die Rechte am Text hat (der Verfasser oder hat er seine Verwertungsrechte z.B. an einen Verlag, an die VG Wort oder VG Musikedition abgetreten) und b) wer die Rechte an der Melodie hat...

Buchvorstellung: Pitters Lieder

Mit pitters lieder liegt eine von Helmut König herausgegebene vollständige Sammlung der nachgelassenen Lieder von Peter Rohland in Text und Noten vor. In ihrer Reihenfolge folgt sie der Systematik der schon zuvor von Helmut König bei THOROFON herausgegebenen Tonauf- zeichnungen. Es war das Anliegen der Peter Rohland Stiftung, die Lieder von Peter Rohland einer breiteren Öffentlichkeit in Text und Ton in einem Band zugänglich zu machen. Dies ist nun gelungen. Die Tonaufnahmen von Peter Rohland finden sich auf einer DVD, die diesem Buch beigefügt ist. Zu den vornehmsten Aufgaben der Stiftung gehört die Aufarbeitung und Präsentation des künstlerischen Nachlasses ihres Namensgebers. Mit dem vorliegenden Liederbuch pitters lieder kommt die Stiftung einmal mehr ihrer Aufgabe nach, das von Peter Rohland hinterlassene Werk zu erfassen und der Öffentlichkeit vorzustellen. Peter Rohland (1933-1966) war einer der wichtigen Neuerer und Anreger in der deutschen Lied- und Chanson-Szene der frühen 1960er-Jahre. Mit seinen Liedzyklen der Landstreicherballaden, der Lieder des Francois Villon, der jiddischen Lieder und vor allem der Lieder deutscher Demokraten des Vormärz und der Revolution von 1848 hat er dem schon verloren geglaubten deutschen Volkslied („Wo sind unsre alten Lieder?“ sang Franz Josef Degenhardt damals in einem seiner vielbeachteten Chansons) eine neue Dimension hinzugefügt und zur Entwicklung eines neuen „unverstaubten“ Volksliedverständnisses beigetragen. Rezensionen: „Die sorgfältige, nahezu bibliophile Gestaltung dieses Buches (Leineneinband, Schutzumschlag, Grafik, Lesebändchen, Format, Papier- und Druckqulität) geht erheblich über die Machart vieler vergleichbarer Liederwerke hinaus. Ein Buch, das sich nicht nur für den eigenen Gebrauch, sondern auch zum Verschenken eignet.“ Kei Engelke – Folker 05/14 ISBN 978-3-88778-407-2 248 Seiten Format: 18 x 25 cm Sprache: deutsch 1. Auflage, inkl. DVD mit allen Liedern, Hardcover mit Leinen und Schutzumschlag Hier geht es zur Bestellung. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder-...

„Einmal einfach loszusingen…“ – kann teuer werden...

Unter dem Kürzel GEMA verbirgt sich die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Viele meinen fälschlicherweise, im Rahmen der üblichen Pfadfindertätigkeiten a) keine Kontaktpunkte mit der GEMA zu haben und b) sowieso per se nicht zahlungspflichtig zu sein. Die GEMA vertritt die Rechte der ihr angeschlossenen Komponisten, Textdichter und Musikverleger, also Musikurheber. Durch Verträge mit ähnlichen Gesellschaften im Ausland vertritt sie auch die Rechte ausländischer Musikurheber und verfügt damit praktisch über das gesamte Musikrepertoire der Welt. Daher gilt, dass, egal welche Musik öffentlich läuft, egal wer diese Musik aufführt, die GEMA die betreffende Veranstaltung mit ihrem fest geregelten Vergütungssatz belegen kann. Das gilt sowohl für Pfadfinder, die ein Hannes-Wader-Lied beim Tag der offenen Tür (=öffentliche Veranstaltung!) auf der Bühne schmettern, als auch für Wandervögel, die am Rande eines offiziellen Flohmarktes einfach so ein Liedchen „mehr so für sich“ hinträllern oder auch für solche, die bei einer Diafilmpräsentation über die letzte Irland-Großfahrt ein Best-of von den Pogues als CD im Hintergrund laufen lassen. Eine öffentliche Veranstaltung ist teilweise bereits dann der Fall, sobald nicht mehr jeder jeden kennt – das kann bereits bei Partys ab ca. 30 Personen der Fall sein. Gelingt es einem „GEMA-Spion“, sich unbemerkt Zutritt zu verschaffen, ist dieser Tatbestand sowieso erfüllt. Ruft man per Facebook zur großen Singerunde im Hofgarten auf, so muss man sich nicht wundern, wenn dies als öffentliche Veranstaltung gilt. Soweit zur Öffentlichkeit. Doch welche Lieder sind überhaupt geschützt? Zunächst einmal ist es sicherer, davon auszugehen, jedes sei geschützt. Genau lässt sich dies im Titelverzeichnis der GEMA unter https://online.gema.de/werke/ recherchieren.  Für den Abdruck von Texten ist die GEMA nur indirekt durch die VG Musikedition beauftragt, die eigentliche Zuständigkeit für Texte liegt nicht bei der GEMA. Die Vergütungspflicht entfällt für Veranstaltungen der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, der Alten- und...

Gedenktag: Helm König

Heute vor einem Jahr, am 27.05.2021, verstarb Helm König nach längerer Erkrankung im Alter von 91 Jahren. Der bekannte Musikherausgeber, Liedermacher und „berüchtigter“ Förderer und Kritiker bündisch-musikalischem Schaffens wurde am 15. April 1930 in Bremen geboren. Helm kam über die Deutsche Jungenschaft zur bündischen Jugend. Ursprünglich studierte er Germanistik und Geschichte, später kamen noch Pädagogik, Chorleitung und Philosophie hinzu; er arbeite als Verlagsassistent bei Voggenreiter („Turm“), als Gymnasiallehrer und als Lektor in Kalkutta. 1968 übernahm er ein kleines bündisches Schallplattenlabel und gründete mit Freunden aus der Jungenschaft die Schallplattenfirma Thorofon. Wann immer bündischer Gesang oder das Beherrrschen von Instrumenten im Niveau abzugleiten drohte, wurde ein deutliches Wort von Helm hörbar – ab 1985 war er als Jurymitglied regelmäßig bei verschiedenen pfadfinderisch-bündischen Singewettstreiten anzutreffen. Mehr zu helm bei Scout-o-wiki. Bücher von, mit und über Helm: Der Turm A (Lieder der Söldner, Seeleute und Piraten / Shanties / Lieder aus aller Welt / alte und neue Chöre / Galgenlieder) ISBN 10: 3802400283 / ISBN 13: 9783802400285 Der Turm B (Folklore aus allen Ländern) ISBN-10: 3802400291 / ISBN-13: 978-3802400292 Rote Sterne glühen – Lieder im Dienste der Sowjetisierung (antiquarisch zu erwerben) helms lieder: Die Lieder von Helmut König ISBN-10: 3887785460 /ISBN-13: 978-3887785468 pitters lieder: Die Lieder von Peter Rohland (inkl. DVD) ISBN-10: 3887785460 / ISBN-13: 978-3887785468 tejo, Unser Schiff und die Jungenschaften 1945-1949 ISBN 978-3-88778-448-5 Roland Eckert (Hrsg.): Der Ring wird geschlossen, der Abendwind weht. Festschrift für Helmut (helm) König. ISBN...

Lieder-Sammlung Helm König im Deutschen Pfadfinder-Museum...

Das Deutsche Pfadfinder-Museum in Baunach kann eine weitere wichtige Sammlung vermelden. Am Wochenende wurde die Liederbuchsammlung HELM KÖNIG von seinem Sohn Christian König übergeben – insgesamt acht Kartons Bücher. Die Sammlung wird im Deutschen Pfadfinder-Museum als Ganzes aufbewahrt und ist neben der Liederbuch-Sammlung von OSS KRÖHER ein weiterer wichtiges Archivdetail. Bei der Übergabe war auch Dr. Eberhard Schürmann vom Mindener Kreis mit dabei, dem Helm König ebenfalls angehörte. Helm König war jahrzehntelang mit dem Spurbuchverlag, dem Initiator des Deutschen Pfadfinder-Museums, eng verbunden und hat im Spurbuchverlag selbst mehrere Bücher veröffentlicht. Wer Bücher, Zeitschriften und andere Artikel aus der Pfadfinder- und Jugendbewegung abgeben möchte, kann dies gerne im Deutschen Pfadfinder-Museum tun. Bitte meldet Euch vorübergehend bei pth@spurbuch.de. Wir kümmern uns um die Weitergabe. Das Museum sammelt alles, was mit der der Geschichte und Veröffentlichungen zum Thema Pfadfinder- und Jugendbewegung zu tun hat....