Philatelie-Artikel zu Exilpfadfindern...

In der aktuellen November-Ausgabe Ausgabe 521 der Zeitschrift Philatelie ist ein Artikel von Gottfried Steinmann (von der ArGe Pfadfinder, einer nicht-kommerzielle Vereinigung von Pfadfinder-Briefmarken-Sammlerinnen und -Sammlern, Philatelistinnen und Philatelisten) erschienen, der sich mit Exilpfadfindergemeinschaften befasst. Nach dem zweiten Weltkrieg waren im Rahmen von Flüchtlingsströmen auch aus den Baltischen Staaten auch zahlreiche Pfadfinder nach Deutschland gelangt. Litauen zählte zu den ältesten Pfadfinderorganisationen mit einer großen Zahl von Pfadfindern, gemessen an der Bevölkerung. Nach ihrer Ankunft in Deutschland fanden sich viele dieser Pfadfinder wieder zusammen und gründeten Gemeinschaften von Exilpfadfindern in Deutschland. Daraus entstanden dann anlässlich von Lagern auch Postkarten, Lagerbriefmarken und Poststempel, die heute das Herz von Sammlern und historisch Interessierten höher schlagen lassen. Informationen zu DP-Exilpfadfindern („Displaced Persons“) finden sich übrigens auch in der Ausarbeitung von Heinz...

Im Zeltlager wird nur russisch gesprochen...

Ihre Großeltern und Urgroßeltern flohen vor der russischen Oktoberrevolution 1920 nach Deutschland: Fünfzig deutsch-russische St. Georgs-Pfadfinder des Stammes St. Petersburg verbrachten ein dreiwöchiges Zeltlager in Seibersbach. Auch in der Ferne blieben die Flüchtlinge seinerzeit der Pfadfinderbewegung treu und gründeten „Exilgemeinschaften“, die mittlerweile in dritter oder vierter Generation bestehen.Die Verbundenheit mit der alten Heimat ist auch heute noch sehr hoch. So hingen neben einer weiß-blauen Marinefahne die russische Nationalfahne und die Stadtfahne von St. Petersburg am Mast. Da es seit 1991 auch wieder in ihrer alten Heimat möglich ist, Pfadfinder zu werden, freuten sich die Pfadfinder besonders über den Besuch russischer Pfadfinder. Mittlerweile bestehen in vier russischen Regionen wieder Pfadfinderorganisationen. Der Gottesdienst wurde durch den Erzpriester Ignatiew von der Orthodoxen Gemeinde aus Frankfurt/Main zelebriert. Die Lagerleitung lag in den Händen der für Westeuropa zuständigen Feldmeister Sergej Tarassow und Feldmeisterin Galina Brandmeyer vom Stamm Frankfurt. In Seibersbach schlugen die deutsch-russischen Pfadfinder zum vierten Male ihre Zelte auf. Quelle: scouting...