Mordfall Nicky Verstappen

Seit April diesen Jahres suchten Freunde und Angehörige der Bushcraft- und Pfadfinderbewegung nach dem Niederländer Jos B., der, nachdem er angekündigt hatte, auf Wildnistour (grob Richtung Wissembourg) zu gehen, wochenlang nicht mehr von sich hatte hören lassen. Die Sorge war groß, es könnte ihm etwas zugestoßen sein. Nun wurde er an in Spanien verhaftet. Die von der Polizei nach seinem Verschwinden in seinem Chalet von ihm genommenen DNA-Spuren stimmten überein mit jenen des vermutlichen Mörders von Nicky Verstappen. Zum Hintergrund: 1998 wurde der elfjährige Nicky aus einem Sommerlager an der deutschen Grenze entführt und einen Tag später getötet aufgefunden. Jos B. trat damals als Passant in Erscheinung, der zufällig in der Nähe des Tatortes gesehen worden war. Mit Hilfe von Spuren an der Kleidung von Nicky konnte, allerdings erst 2008, ein DNA-Profil des vermeintlichen Täters erstellt werden. In diesem Jahr (2018) kam es dann zum größten DNA-Massentest, den es je in den Niederlanden gegeben hatte. Proben von 14.000 Männern wurden mit den DNA-Spuren verglichen, welche auf der Kleidung des ermordeten Elfjährigen gefunden worden waren. Doch es gab keine Übereinstimmung, denn Jos B. war zu diesem Zeitpunkt bereits verschwunden. Da er aber schon 1998 als Person bei den Ermittlungen in Erscheinung getreten war, verglich die Polizei seine DNA-Spuren mit jenen des vermeintlichen Mörders. Sie stimmten überein. Daraufhin wurde seit dem 22. August öffentlich nach Jos B. als dringend Tatverdächtigtem faahndet. Gestern wurde er in der Nähe von Barcelona festgenommen. Die spanische Polizei wird ihn ausliefern. Danach wird zu klären sein, welche harmlose Erklärung er vielleicht dafür vorbringen kann, wie es zu den DNA-Spuren an Nicky hatte kommen können. Die Frage ist dann allerdings, wieso er nicht schon 1998, als er als Zeuge befragt wurde, eingeräumt hat, Nicky persönlich begegnet zu sein und welcher Art die...