Schutzkonzept der Ludwigstein

Die Jugendburg Ludwigstein hat ihr Schutzkonzept erarbeitet und beschlossen. Damit dürfte sie zu den „Vorreitern“ unter den Veranstaltungsorten der Pfadfinder- und Jugendbewegung gehören (Bünde, die eines haben, gibt es glücklicherweise mehrere). Die Erarbeitung des Schutzkonzeptes erfolgte in einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe mit Vertreter:innen aus dem Archiv der deutschen Jugendbewegung, der Jugendbildungsstätte Ludwigstein, des Stiftungsvorstandes, des Kuratoriums, der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein, des Herbergsbetriebs und des Bauhüttenkreises. Die Erarbeitung fand unter der Leitung der Kasseler Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt statt. Inhaltlich hat sich die Arbeitsgruppe an bereits existierenden Schutzkonzepten und den Standards des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs orientiert. Zum Teil komplette Formulierungen wurden aus den Schutzkonzept-Empfehlungen des überbündischen Netzwerks TabuBruch übernommen. Der Vorstand der Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deutschen Jugendbewegung hat in seiner Sitzung am 16. März 2021 das Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt einstimmig verabschiedet. Es ist hier zu...

Aus dem Burgblick der Ludwigstein…...

Momentan ist die Burg noch weitestgehend geschlossen; dafür kann unser Gästehaus „Brunnenhaus“ am Fuß des Burgbergs entsprechend den Hygienevorgaben als Selbstverpflegungshaus genutzt werden. Unsere Freiwilligen vom FÖJ, FJD und BFD halten die technischen Anlagen am Laufen. Fachlich angeleitet und unterstützt werden sie derzeit von der Steinmetzin und fahrenden Gesellin Jennifer Lynn Ellis, die sich spontan entschied, für einige Monate auf der Burg zu helfen. Da zur Zeit die sonst üblichen Tätigkeiten unserer Bundesfreiwilligen (BFD), wie Bedienung der Großspülmaschine, Betreuung des Burgkiosks oder Mülltransport aus den Gästebereichen zum Müllpresscontainer nicht notwendig sind, kümmern sich alle Freiwilligen um die Instandhaltung der Burg. Dafür werden täglich viele Manometer und Zähler der zahlreichen technischen Anlagen, von Heizung über Schwimmbad bis zur Kläranlage, abgelesen. Die Zimmer werden kontrolliert und Wasserhähne zur Vermeidung von Legionellenbildung kurzfristig geöffnet. Die Außenanlagen werden weiterhin gepflegt. Wenn dann noch Zeit bleibt, werden unter Beachtung der geltenden Hygienevorgaben kleinere Reparaturen und Verschönerungsarbeiten in den Gästezimmern durchgeführt. Damit sind wir auf eine weitere Freigabe des Beherbergungsbetriebes auf der Burg durch Politik und Gesundheitsfachleute gut vorbereitet. Sobald eine solche Freigabe vorliegt und es wirtschaftlich sinnvoll ist, können wir also den Betrieb wieder aufnehmen. Wir freuen uns bereits auf diesen Zeitpunkt! Nächste Archivtagung erst 2021 Die für das vorletzte Oktoberwochenende geplante Archivtagung „Transzendental obdachlose Jugend? Sinnsuche, Sinnfragen, sinn-volle Praktiken der jungen Generation in den ersten Nachkriegsjahren (1945–1949)“ muss in diesem Jahr leider ausfallen. Unter den Bedingungen der Corona-Krise wäre eine Veranstaltung mit – wie üblich – 80 bis 100 Teilnehmenden auf der Burg nicht zu realisieren. Daher haben sich die Veranstalter, Prof. Dr. Wolfgang Braungart (Bielefeld) vom wissenschaftlichen Beirat des Archivs und die Archivleitung, entschlossen, die Tagung auf das kommende Jahr zu verschieben (22.-24.10.2021). Gedenkstunde für Hans Paasche Am 21. Mai 2020 fand an der Paasche-Linde unterhalb der...

Nutzung Archiv der Jugendbewegung...

Wie die Burg Ludwigstein in ihrem aktuellen Burgblick berichtete, sind die Lesesäle vieler hessischer Archive, darunter auch jener des Archivs der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein selbst, bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet. Übernachtungen sind auf dem Burggelände möglich, sofern ein eigenes (Einzel-)Zelt mitgebracht wird, auch einzelne Hotels in Witzenhausen sind für Geschäftsreisende geöffnet. Personen, die berufs- oder ausbildungsbedingt im Archiv recherchieren, haben die Möglichkeit, diese Unterkünfte zu nutzen. Auf die Spendenaktion zum Erhalt der Ludwigstein weisen hier hier nochmals hin. Bildnachweis:...

Bericht Missbrauchsseminar

15 Teilnehmer waren der Einladung zum Seminar „Wie weiter nach Missbrauch“ vom 08.-10. November auf Burg Ludwigstein gefolgt. Es war wohl das erste Seminar der bündischen Jugend, welches unmittelbar die Möglichkeit eröffnete, mit Betroffenen aus ihren Reihen ins Gespräch über deren Wünsche und Forderungen in Hinblick auf Aufarbeitung zu kommen. Es war aber auch – und dies war vielleicht noch wichtiger – für die meisten der Betroffenen die erste Möglichkeit, in größerem Kreis mit jenen zu sprechen, die sich in den Bünden für Aufarbeitung einsetzen. In vertrauensvoller Atmosphäre fanden sie den Mut, in der Gruppe von den eigenen, schwierigen Erfahrungen zu berichten. Die Bereitschaft der Gruppe, ihre Worte auch anzunehmen, ließ Stärke erwachsen. Zweifelsohne war die emotionale Dichte auch eine Herausforderung. Andreas Huckele, (Autor, Dozent und Supervisor) gab einen Einstieg zu der Frage, wie die Forderung nach Aufklärung und Aufarbeitung von Betroffenen selbst erfolgreich geschehen kann, zumal wenn der Versuch klärender Gespräche nicht unmittelbar zu spürbarer Resonanz und Veränderung führt. Seine These: Einmal das Gespräch suchen, wenn einem danach ist, muss reichen. Erfolgt keine angemessene Reaktion, sucht man sich Verstärkung und wendet sich an Außenstehende, wie die Justiz oder die Presse. Tatsächlich erleben Betroffene in der Regel, dass sie immer und immer wieder innerhalb des Missbrauchskontextes, der übergeordneten Organisation, einen Gesprächsversuch nach dem anderen unternehmen, ohne dass sich irgendetwas ändert oder eine echte Reaktion erfolgt. Den anwesenden aktiven Mitgliedern aus Organisationen der bündischen Jugend stellte sich somit unmittelbar die Frage, ob ein Selbstreinigungsprozess von betroffenen Organisationen überhaupt möglich ist. Denn jede/r weiß um die Hemmungen und Widerstände, aber auch ganz praktischen Schwierigkeiten des Unterfangens Aufklärung und Aufarbeitung. Angefangen von begrenztem Wissen, unvollständigen Archiven bis hin zu aus Eigenmitteln gar nicht finanzierbarer eventueller externer Aufarbeitung. Die Forderung, dass ein krankes System dann halt eben zugrunde...

Kamin der Lu wird saniert

Am 1. April 2017 hatten wir in einer Scherzmeldung verkündet, der Kamin der Burg Ludwigstein werde „nach dem Dauerärger durch nistende Dohlen“ abgerissen und „durch ein Plexiglasscheibe ersetzt“. Diese Meldung enthielt ein Körnchen Wahrheit: Es gab tatsächlich Ärger wegen der Dohlen, zudem fürchtete man um seinen Bauzustand. Eine mittels Drohne durchgeführte Untersuchung bestätigte später, dass das Mauerwerk tatsächlich erhebliche Schäden aufweist, besonders an der Wetterseite. Dank Zuwendungen aus Denkmalschutz, Trägerverein und der Einbringung von Eigenmitteln wird der historische Schornstein nun saniert. Das für die Arbeiten notwendige Baugerüst ragt bereits gut 20 Meter empor und wird knapp einen Monat lang das Bild der Burg weithin sichtbar mitprägen. Nach Abschluss der Maßnahmen ist das Bauwerk für die kommenden 40 Jahre wieder fit, so Burgbetriebsleiter Selmar Sechtling. Also keine Plexiglasscheibe. Ist auch besser so: Der Hauptkamin (gehört zum Speisesaal) gehört wie der Burgturm zum markanten Profil des Ludwigstein und ragt überproportional weit aus der Dachfläche der Kernburg heraus. Gerade wegen seiner exponierten Lage muss er sich ungeschützt gegen Wind und Wetter behaupten. Infoquelle: Burgblick Oktober...