„Pädo-Netzwerk Balduinstein“: Weiteres Urteil gesprochen...

Heute vor 5 Jahren: Am 5. Juni wurde ein weiteres Urteil wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige, die sich zu einem großen Teil auf der Jugendburg Balduinstein ereigneten, gesprochen. Der 54-jährige Angeklagte, bekannt unter dem Fahrtennamen eines ebenfalls einschlägig bekannten römischen Kaisers, war langjähriges und engagiertes Mitglied des Bildungswerkes, dem die Burg gehört und Gründungsmitglied des Autonomen Wandervogels, der sich sehr regelmäßig auf der Burg aufhielt. Er war zunächst wegen 27 Übergriffen, davon 24 Fällen des Kindesmissbrauchs, angeklagt. Da sich aber nicht sicher beweisen ließ, dass das/die Opfer zum Tatzeitpunkt noch unter 13 Jahren alt war, konnte der Tatbestand des Missbrauchs aufgrund Verjährung nicht dingfest gemacht werden. Letztlich wurde er wegen dreier nachgewiesener Übergriffe verurteilt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Als Bewährungsauflage hat er drei Beratungsgespräche bei der psychiatrischen Ambulanz in Trier wahrzunehmen, um seine weitere Therapiebedürftigkeit abzuklären, zudem zahlt er jeweils eine niedrige vierstellige Summe an Schmerzensgeld an die beiden Opfer. Wieder deuteten die Schilderungen und Aussagen der Beteiligten darauf hin, dass auf der Jugendburg Balduinstein über Jahre hinweg eine Art von pädophilem Netzwerk existiert hatte, in dessen Rahmen die Täter frei agieren konnten und Zugriff auf die Jungen erhielten. Bereits im vergangenen Jahr verurteilt wurde ein 37-jähriger Ordensführer (und ebenfalls Gründungsmitglied) des Autonomen Wandervogels. Dieser wurde wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Die Zeugenaussagen im damaligen Prozess hatten die Ermittlungen gegen weitere Mittäter des Netzwerkes Balduinstein ins Rollen gebracht. Gegen vier weitere Personen, teilweise Wandervögel, teilweise Mitglieder im Bildungswerk Balduinstein, wird derzeit noch ermittelt. Der jetzt Verurteilte war zudem tätig im Filmteam des ursprünglich geplanten Filmes zur heutigen Jugendbewegung „Fürsten in Lumpen und Loden“. Das Projekt wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe unmittelbar abgebrochen. Quelle: Rhein-Zeitung 06.06.2014...

Balduinstein? Kann weg. Muss weg....

Heute vor 4 Jahren: Der Pfadfinder-Treffpunkt hat ein deutliches Zeichen gegen die absolut unzulängliche Aufarbeitung und Distanzierung der Jugendburg Balduinstein hinsichtlich der mit ihr eng verknüpften Missbrauchsfälle gesetzt. Die Jugendburg Balduinstein wurde aus dem PT-Verzeichnis aller bündischen Begegnungsstätten gelöscht, gleiches wurde dem Autonomen Wandervogel zuteil. Letzerer besteht noch in Form einiger Personen, die weiter treu zu dem verurteilen Sexualstraftäter aus ihren Reihen stehen. Dem Trägerverein der Balduinstein wird vorgeworfen, seine Erklärungen zu den  Missbrauchsfällen seien reine Lippenbekenntnisse, solange Personen, die in den abgeschlossenen beiden Verfahren bereits als Täter „geoutet“ wurden, weiterhin in prägnanter Position auf der Burg tätig seien. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Dritter Verhandlungstag (und kein Urteil)...

Am heutigen dritten Verhandlungstag des Missbrauchsverfahrens gegen ein früheres Vorstandsmitglied des Freien Bildungswerkes Balduinstein sowie Mitglied des Autonomen Wandervogel wurden fünf Zeugen gehört, einer davon zweimal. Ein früheres Mitglied der Pfadfindergruppe, zu der auch der Nebenkläger (Betroffene) gehörte, schilderte, dass er persönlich erst zu der Silvesterfeier, welche der Angeklagte als ersten Zeitpunkt des Kennenlernens mit der Gruppe benannt hatte, anwesend gewesen sei. Seine Gruppe sei aber bereits in Silvester des Vorjahres zu Gast gewesen. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem der Nebenkläger und Betroffene noch nicht 14 Jahre alt war. Auch der zweite Zeuge des Tages war dieser Pfadfindergruppe zugehörig gewesen und bestätigte, dass ihr später selbst verurteilte Stammesführer schon vor der fraglichen Silvesterfeier in Führungsverantwortung stand. Der Richter ließ in einem Nebensatz erkennen, dass er einige Aussagen des Stammesführers über Zeitpunkte, welche dieser als Zeuge beim zweiten Verhandlungstag geäußert hatte, für widerlegt hält. Ein weiterer Zeuge aus dem späteren Autonomen Wandervogel erklärte, niemals Lieblingspimpf oder angehender Lieblingspimpf des Angeklagten gewesen zu sein und auch nie eine Lederhose von diesem erhalten zu haben, wie eine Zeugin des zweiten Verhandlungstages vermutet hatte. Weiterer Zeuge war langjähriger „erster Mann“ auf der Burg bis 2005. Er brachte Ausdrucke von Belegungsbüchern der Burg mit, aus denen hervorging, dass zu dem Zeitpunkt, den der Angeklagte angegeben hatte, der saarländische Pfadfinderstamm gemäß Unterlagen tatsächlich vor Ort war. Dass dies jedoch schon auf das Vorjahr zutraf, war diesen Ausdrucken nicht zu entnehmen. Der Zeuge hatte die Ausdrucke auch erst vor drei Wochen auf Geheiß der ersten Vorsitzenden des Bildungswerkes Balduinstein vorgenommen, nachdem diese ihm gesagt hatte, es könne gut sein, dass er in den Zeugenstand gerufen werden würde. Der Antrag des Anwaltes des Nebenklägers, durch ein Gutachten klären zu lassen, ob die Originaldatei eventuell nachträglich manupuliert worden sei, wurde auch vom...

Vorankündigung: Dritter Verhandlungstag und vielleicht Urteilsverkündung...

Morgen, am 21.02.2019, wird voraussichtlich die Verhandlung gegen einen früheren langjährigen Vereinsvorstand des Freien Bildungswerkes Balduinstein am Amtsgericht Diez fortgesetzt. Der Beginn ist auf 10 Uhr festgelegt. Die Verhandlung ist öffentlich. [Es kann immer dazu kommen, dass Termine verschoben werden. Sollte dies rechtzeitig bekannt werden, wird hier aber darüber informiert]. Sollte an diesem Verhandlungstag ein Abschluss erfolgen (das Verfahren war ursprünglich auf drei Verhandlungstage angesetzt), ist mit einer Urteilsverkündigung am selben Tag zu rechnen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich die Notwendigkeit zu einem vierten Verhandlungstag ergibt, dieser wäre dann voraussichtlich am 07.03.2019. Der Vorwurf gegen den 74jährigen Angeklagten lautet auf sexuellen Missbrauch eines 12/13-jährigen Jungen. Der Angeklagte war vor seiner Mitgliedschaft im Autonomen Wandervogel (dieser entstand offiziell erst 2005/2006) lange Zeit Vorstandsmitglied im Freien Bildungswerk Balduinstein. In früheren Verfahren waren schon zwei weitere Mitglieder des (inzwischen eher nicht mehr existierenden) Autonomen Wandervogel, einer davon ebenfalls ein ehemaliger Vereinsvorstand des Bildungswerkes, wegen sexuellen Missbrauchs gegen Schutzbefohlene verurteilt worden. Da die Täter und der jetzt Angeklagte gut miteinander befreundet waren und gemäß bisherigen Zeugenaussagen aus ihrer sexuellen Neigung zu Jüngeren voreinander kein Geheimnis gemacht haben sollen, handelte es sich augenscheinlich um ein Netzwerk sexualisierter Gewalt. (Mutmaßlicher) Tatort war auch die Burg Balduinstein, wo das Freie Bildungswerk Balduinstein seinen Sitz hat. Der Autonome Wandervogel war dort sehr regelmäßig zu Gast, der jetzt Angeklagte hatte dort ein Privatzimmer im Obergeschoss und auch einer der bereits verurteilten Täter. Für den anstehenden Gerichtstermin am 21.02. war ursprünglich nur ein Zeuge geladen, auf welchen der Staatsanwalt aber inzwischen erklärte, verzichten zu können. Stattdessen ergaben sich bei bereits erfolgten Zeugenaussagen Hinweise auf weitere Zeugen beziehungsweise aktuelle Adressen von Zeugen, die bereits erfolglos zu laden versucht worden war. Es ist durch deren Aussagen weiterhin zu klären, ob zu beweisen sein wird,...

Vorankündigung: Zweiter Verhandlungstag...

Morgen, am 14.02.2019, wird voraussichtlich die Verhandlung gegen den ehemaligen Präsidenten des Autonomen Wandervogel am Amtsgericht Diez fortgesetzt. Der Beginn ist auf 10 Uhr festgelegt. Die Verhandlung ist öffentlich. [Es kann immer dazu kommen, dass Termine verschoben werden. Sollte dies rechtszeitig bekannt werden, wird hier aber darüber informiert]. Der Vorwurf gegen den 74jährigen Angeklagten lautet auf sexuellen Missbrauch eines 12/13-jährigen Jungen im Zeitraum 2001/2002. Der Angeklagte war vor seiner Mitgliedschaft im Autonomen Wandervogel (dieser entstand offiziell erst 2005/2006) lange Zeit Vorstandsmitglied im Freien Bildungswerk Balduinstein. In früheren Verfahren waren schon zwei weitere Mitglieder des (inzwischen eher nicht mehr existierenden) Autonomen Wandervogel wegen sexuellen Missbrauchs gegen Schutzbefohlene verurteilt worden. Da die Täter und der jetzt Angeklagte gut miteinander befreundet waren und gemäß bisherigen Zeugenaussagen aus ihrer sexuellen Neigung zu Jüngeren voreinander kein Geheimnis gemacht haben sollen, handelte es sich augenscheinlich um ein Netzwerk sexualisierter Gewalt. (Mutmaßlicher) Tatort war auch die Burg Balduinstein, wo das Freie Bildungswerk Balduinstein seinen Sitz hat. Der Autonome Wandervogel war dort sehr regelmäßig zu Gast, der jetzt Angeklagte hatte dort ein Privatzimmer im Obergeschoss und auch einer der bereits verurteilten Täter. Bei dem Gerichtstermin am 14.02. sind neun Personen als Zeugen geladen, die Aussagen werden sich voraussichtlich bis 16 Uhr hinziehen. Der Zeitplan ist ambitioniert, denn am ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen waren für einen identischen Zeitraum nur vier Zeugen geladen. Der zweite Verhandlungstag soll mit der Aussage des 2014 rechtskräftig verurteilen Ordensführers und maßgeblichen Mitbegründers des Autonomen Wandervogel beginnen. Darauf folgt die Aussage einer ebenfalls 2014 verurteilten Person, welche ebenfalls Mitbegründer des Autonomen Wandervogel war, davor und früher allerdings auch, wie der jetzt Angeklagte, ein Vorstandsmitglied des Freien Bildungswerk Balduinstein. Es folgen Aussagen von weiteren früheren Mitgliedern des Autonomen Wandervogel und weiterer Personen. Da die Anklage auf sexuellen Missbrauch eines...