Gedenktag: Agnes Baden-Powell

Heute vor 74 Jahren, am 02. Juni 1945, verstarb im Alter von 86 Jahren Agnes Baden-Powell (Azzie). Sie war die Schwester von Bi-Pi und die erste Weltführerin der Pfadfinderinnenbewegung nach deren Gründung im Jahre 1910. Aus ihrer Feder stammt das „Handbook of the Girl Guides“. Ihre wesentliche Rolle bei der Gründung der weltweiten Pfadfinderinnenbewegung wurde hierzulande viele Jahre gänzlich unterschätzt – galt doch ihre Nachfolgerin ab 1917, Olave Baden-Powell, die Ehefrau des Gründers, als diejenige, der sämtliche Verdienste zustanden und welcher beim „Founders Day“ jährlich am 22.02. gedacht wird. Agnes blieb jedoch stellvertretende Vorsitzende der Girl Guides bis zu ihrem Tode. Ihr oblag es, in den schwierigen Anfangsjahren der Pfadfinderinnenbewegung, Vorurteile aus dem Wege zu räumen, dass es sich bei den Pfadfinderinnen um eine Art Amazonenzusammenschluss handle und aus der jungen, rasch wachsenden Bewegung eine Organisation zu formen. Mehr zu Agnes Baden-Powell insbesondere auf den englischen Wikipediaseiten. Und für die Personen mit weiteren Fremdsprachenkenntnissen hier ein Dokumentationsvideo über Agnes.   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Luxemburger Pfadfinder trauern Mai02

Luxemburger Pfadfinder trauern

Die Pfadfinder Luxemburgs, de Lëtzebuerger Scoutissem, trauern um ihr Oberhaupt. Im Alter von 98 verstarb am 23. April Jean von Luxemburg. Von 1964 bis 2000 war er als Großherzog der Staatschef von Luxemburg. In Monarchien ist es üblich, dass das Staatsoberhaupt zugleich auch Oberhaupt und Schirmherr der nationalen Pfadfinderbewegung ist. Hier der offizielle Nachruf der Pfadfinder in Landessprache: De Lëtzebuerger Scoutissem huet en aussergewéinleche Chef verluer. Le véritable chemin du bonheur est de donner celui-ci aux autres. Essayez de quitter la terre en la laissant un peu meilleure que vous l’avez trouvée et quand l’heure de la mort approchera, vous pourrez mourir heureux en pensant que vous n’avez pas perdu votre temps et que vous avez fait «de votre mieux». (Lord Robert BADEN-POWELL)  Eemol Scout, ëmmer Scout… dëst war vun Ufank un Devis vum Grand- Duc Jean. A Präsenz vu 5000 Scouten, déi aus allen Ecke vum Land zesumme komm  sinn, huet S.A.R. de Prënz Jean vu Lëtzebuerg  den 28. Oktober 1945 am Stadion op der Arelerstrooss Säi Scoutsverspriechen ofgeluecht. A Senger Usprooch sot de Prënz : « …Ech hunn elo grad virun Iech an Är Hänn d’Scoutsverspriechen ofgeluecht. Ech faassen dat Verspriechen als eng ganz eescht Saach op, déi e Mënsch fir d’Liewe bënnt, viru sengem Härgott a viru sengem Gewëssen ! Am Scoutissem erkennen ech méi ewéi e Spill fir grouss, kleng a ganz kleng Bouwen ; ech gesinn an him eng wonnerbar Method, fir jonk Mënschen zu charaktervolle Männer an zu gudde Bierger z’erzéien… ». Hien huet sech vun dunn un als Chef-Scout vun der « LUXEMBOURG BOY SCOUTS ASSOCIATION / LBSA engagéiert. Deemools war de jonke Prënz nach Ierfgroussherzog; 1964 huet hien d’Charge als « Chef d’État » iwwerholl. Schonn am Joer 1943, wéi d’Groussherzogin Charlotte mat Hirer Famill an Hirer Regéierung zu London am Exil war, hu...

Gedenktag: mac (Erik Martin)

Heute vor zwei Jahren, am 25. April 2017, verstarb im Alter von 81 Jahren „mac“ Erik Martin. Bekannt geworden war er – neben seinem literarischem Schaffen – durch die von ihm verfassten Lieder (darunter der Evergreen „Wenn der Abend naht“). Hier der Link zum Video der Original-Uraufführung der Waldjugend vom HaSiWe 1984 dieses Liedes. Geboren wurde er am 12. Januar 1936 in Neuss und verbrachte seine Kindheit in Kaldenkirchen. Nach Schuljahren in Bad Godesberg und in Kempen, jeweils an Internaten, studierte er in Aachen und war lange Zeit als Deutsch- und Biologielehrer in Viersen tätig. Als Liedermacher für seine eigenen, zunächst autonomen Horten und später für die Viersener Waldjugend verfasste er zahlreiche Fahrtenlieder, die weite Verbreitung erfuhren und weiterhin erfahren. Die Jahresschrift „Muschelhaufen“ für Literatur und Grafik (sie stellte ihr Erscheinen in 2007 ein) wurde von Mac seit 1969/70 mit einer zwölfjährigen Unterbrechung herausgegeben. Für seine Verdienste um den Naturschutz sowie sein Jugendbuch „Fjellwanderung“ erhielt Mac im Jahr 1997 den Klaus-Gundelach-Preis der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Bildnachweis: Sverrrir Mirdsson, Wikipedia creative commons Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Gedenktag: Jochen Senft

Heute vor 7 Jahren, am 22. April 2012, verstarb Jochen Senft (Hans Joachim Senft) im Alter von 82 Jahren in Ascheffel. Er war Bundesfeldmeister im Bund Deutscher Pfadfinder (BDP), Theologe, Pädagoge und Buchautor. Geboren worden war er am 07. Dezember 1929 in Berlin, zu den Pfadfindern kam er 1947. Ein Jahr später gehörte er als Mitbegründer des Horstes Elbmark dem BDP an. Von 1961 bis 1966 betrieb er als Bundesfeldmeister des BDP offensiv dessen Pädagogisierung (gegen alle Widerstände) und bemühte sich vergeblich um die Einigung des deutschen interkonfessionellen Pfadfindertums. Er wollte den BDP stärker in die internationale Pfadfinderei integrieren (so hielt er als erster Deutscher einen Vortrag auf der Internationalen Trainingskonferenz des WOSM) und die Organisationsformen im Bund anpassen, trat dann aber frühzeitig als Bundesfeldmeister zurück. Er legte auch im fortgeschrittenen Alter noch Wert auf die Feststellung, dass der „Bund Deutscher Pfadfinder in Schleswig-Holstein an Baden-Powell orientiert hat und nicht an der Bündischen Jugend“ (der er persönlich nicht viel abgewinnen konnte). Im Spurbuchverlag sind von ihm erschienen: „Pfadfinder – der Zeit voraus„. Bildnachweis: Pitt / Stiftung Pfadfinden Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung.  ...

Gedenktag: „Ore“ Hans von Gottberg...

Heute vor 32 Jahren, am 15.04.1987, verstarb der Bundesgründer und langjährige Bundesführer des Jomsburg Freier Pfadfinderbund e.V. (damals: Freie Pfadfinderschaft Schleswig-Holstein Gau Jomsburg) „Ore“ Hans-Lorenz von Gottberg, im Alter von 63 Jahren. Er verfasste zahlreiche Jugend- und Abenteuerbücher, am bekanntesten dürfte allerdings sein Handbuch „Fahrten Ferne Abenteuer“ sein. Er veranlasste zudem den Bau der Jugendburg Jomsburg als Bundeszentrum in Schwedeneck/Dänisch-Nienhof und sorgte dafür, dass sie durch die jungen Pfadfinder und ihre Eltern in Eigenleistung gebaut wurde. Aufgrund einer Kriegsverletzung war er darauf angewiesen, die Saiten seiner Gitarre umzuspannen und aus dem Ellenbogen zu spielen, denn sein Unterarm war gelähmt. Ore, geboren 05.08.1923 in Scherbitzberg bei Jena, war in Pommern aufgewachsen und in Stettin um 1930 als Wölfling in eine Gruppe des Bundes „Sturmvaganten“ gekommen. Sein Onkel Hans-Egon von Gottberg (1891-1914) gilt als einer der deutschen Pfadfindergründer und beeinflusste Ores bündischen Weg schon früh. Der Bund Sturmvaganten war 1927 auf einer Sommergroßfahrt auf den Prinzeninseln im Marmarameer (Türkei) aus Gruppen der „Ringpfadfinder“, der „Deutschen Freischar“ und der „Fahrenden Gesellen“ gegründet worden. Die „Sturmvaganten“ waren ein Großfahrtenbund mit Konzentration auf die Gebiete Pommerns; die Gruppierung im Bereich Stettin hieß Jomsburg (daher der Name des heutigen Bundes). 1934 wurden die Sturmvaganten, wie nahezu alle Pfadfindergruppen, verboten. Nach Kriegsdienst und russischer Kriegsgefangenschaft während des zweiten Weltkrieges hatte Ore ein Studium in Göttingen begonnen. Dort „wiederbegründete“ er zunächst 1952 die Sturmvaganten. Seine Kriegsverletzung, eine Lähmung der linken Hand, hielt ihn nicht davon ab, weiter Gitarre zu spielen. Er spannte die Saiten einfach um und griff mit der rechten Hand, während er aus dem linken Ellenbogen die Schlagbewegung machte. Dies steht stellvertretend für seinen starken Willen. Ore brach sein Studium ab und bewarb sich erfolgreich bei der Bundeswehr, wo er bis zum Oberst aufstieg. Die militärische Laufbahn (Oberstleutnant i.G.) entsprach...

Nachruf auf Hartmut Rupprecht (Trapper) Apr08

Nachruf auf Hartmut Rupprecht (Trapper)...

Am 28. März verstarb in Lübeck im Alter von 86 Jahren Hartmut Rupprecht (Trapper). Trapper setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert für die während der Naziherrschaft verbotene Pfadfinderbewegung in Lübeck ein, gab den Jugendlichen Halt und vermittelte ihnen Ziele. Heute gibt es wieder 250.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland, weltweit sind es 41 Millionen. Auch als langjähriger Vorsitzender des Lübecker Jugendringes vertrat er Ende der sechziger Jahre die über hundert damals in Lübeck tätigen Vereine und arbeitete eng mit den damaligen Jugendpflegern Stooß und Krellenberg zusammen. Trappers Jugend war durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges bestimmt. 1944 wurde er wie alle Zwölfjährigen zum Jungvolk eingezogen und musste einmal pro Woche zum Gruppentreffen. „Außer dem blöden Formaldienst: Antreten, Durchzählen, Links um, Rechts um, Abmarsch, „Ein Lied, drei, vier“ auf dem Schulhof und dem politischen Unterricht in den Klassenräumen, wo uns gezeigt wurde, wie das Großdeutsche Reich immer und überall siegte, gab es noch die Geländespiele zur Wehrertüchtigung.“ All dieses konnte Trapper überhaupt nicht begeistern. Er liebte es vielmehr, mit dem Fahrrad in die nahe Palinger Heide zu fahren; dort gab es ein großes Moor mit Laufstegen aus Holz und einer Hütte. Mit zwei Klassenkameraden gründete er dort heimlich den „Naturbund“ und praktizierten so häufig wie möglich die „Pfadfinderei“. Inspiriert dazu hatte Trapper ein Beitrag in seinem Englisch-Lehrbuch über die britischen Boy Scouts. Als endlich am 2. Mai 1945 die britischen Truppen in Lübeck einzogen, war der Weg frei für das Wiedererwachen von Pfadfindergruppen, die allerdings noch unter einem unverfänglichen Decknamen, dem „Späherring“ nach dänischem Vorbild, liefen. Es dauerte noch drei Jahre bis die Alliierten die Gründung des Bund Deutscher Pfadfinder genehmigten. Hier fand Trapper seine Heimat und so entwickelte sich aus dem kleinen „Naturbund“ in Lübeck der Stamm „Panther“ und später unter seiner Leitung...