Luxemburger Pfadfinder trauern Mai02

Luxemburger Pfadfinder trauern

Die Pfadfinder Luxemburgs, de Lëtzebuerger Scoutissem, trauern um ihr Oberhaupt. Im Alter von 98 verstarb am 23. April Jean von Luxemburg. Von 1964 bis 2000 war er als Großherzog der Staatschef von Luxemburg. In Monarchien ist es üblich, dass das Staatsoberhaupt zugleich auch Oberhaupt und Schirmherr der nationalen Pfadfinderbewegung ist. Hier der offizielle Nachruf der Pfadfinder in Landessprache: De Lëtzebuerger Scoutissem huet en aussergewéinleche Chef verluer. Le véritable chemin du bonheur est de donner celui-ci aux autres. Essayez de quitter la terre en la laissant un peu meilleure que vous l’avez trouvée et quand l’heure de la mort approchera, vous pourrez mourir heureux en pensant que vous n’avez pas perdu votre temps et que vous avez fait «de votre mieux». (Lord Robert BADEN-POWELL)  Eemol Scout, ëmmer Scout… dëst war vun Ufank un Devis vum Grand- Duc Jean. A Präsenz vu 5000 Scouten, déi aus allen Ecke vum Land zesumme komm  sinn, huet S.A.R. de Prënz Jean vu Lëtzebuerg  den 28. Oktober 1945 am Stadion op der Arelerstrooss Säi Scoutsverspriechen ofgeluecht. A Senger Usprooch sot de Prënz : « …Ech hunn elo grad virun Iech an Är Hänn d’Scoutsverspriechen ofgeluecht. Ech faassen dat Verspriechen als eng ganz eescht Saach op, déi e Mënsch fir d’Liewe bënnt, viru sengem Härgott a viru sengem Gewëssen ! Am Scoutissem erkennen ech méi ewéi e Spill fir grouss, kleng a ganz kleng Bouwen ; ech gesinn an him eng wonnerbar Method, fir jonk Mënschen zu charaktervolle Männer an zu gudde Bierger z’erzéien… ». Hien huet sech vun dunn un als Chef-Scout vun der « LUXEMBOURG BOY SCOUTS ASSOCIATION / LBSA engagéiert. Deemools war de jonke Prënz nach Ierfgroussherzog; 1964 huet hien d’Charge als « Chef d’État » iwwerholl. Schonn am Joer 1943, wéi d’Groussherzogin Charlotte mat Hirer Famill an Hirer Regéierung zu London am Exil war, hu...

Nachruf auf Hartmut Rupprecht (Trapper) Apr08

Nachruf auf Hartmut Rupprecht (Trapper)...

Am 28. März verstarb in Lübeck im Alter von 86 Jahren Hartmut Rupprecht (Trapper). Trapper setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert für die während der Naziherrschaft verbotene Pfadfinderbewegung in Lübeck ein, gab den Jugendlichen Halt und vermittelte ihnen Ziele. Heute gibt es wieder 250.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland, weltweit sind es 41 Millionen. Auch als langjähriger Vorsitzender des Lübecker Jugendringes vertrat er Ende der sechziger Jahre die über hundert damals in Lübeck tätigen Vereine und arbeitete eng mit den damaligen Jugendpflegern Stooß und Krellenberg zusammen. Trappers Jugend war durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges bestimmt. 1944 wurde er wie alle Zwölfjährigen zum Jungvolk eingezogen und musste einmal pro Woche zum Gruppentreffen. „Außer dem blöden Formaldienst: Antreten, Durchzählen, Links um, Rechts um, Abmarsch, „Ein Lied, drei, vier“ auf dem Schulhof und dem politischen Unterricht in den Klassenräumen, wo uns gezeigt wurde, wie das Großdeutsche Reich immer und überall siegte, gab es noch die Geländespiele zur Wehrertüchtigung.“ All dieses konnte Trapper überhaupt nicht begeistern. Er liebte es vielmehr, mit dem Fahrrad in die nahe Palinger Heide zu fahren; dort gab es ein großes Moor mit Laufstegen aus Holz und einer Hütte. Mit zwei Klassenkameraden gründete er dort heimlich den „Naturbund“ und praktizierten so häufig wie möglich die „Pfadfinderei“. Inspiriert dazu hatte Trapper ein Beitrag in seinem Englisch-Lehrbuch über die britischen Boy Scouts. Als endlich am 2. Mai 1945 die britischen Truppen in Lübeck einzogen, war der Weg frei für das Wiedererwachen von Pfadfindergruppen, die allerdings noch unter einem unverfänglichen Decknamen, dem „Späherring“ nach dänischem Vorbild, liefen. Es dauerte noch drei Jahre bis die Alliierten die Gründung des Bund Deutscher Pfadfinder genehmigten. Hier fand Trapper seine Heimat und so entwickelte sich aus dem kleinen „Naturbund“ in Lübeck der Stamm „Panther“ und später unter seiner Leitung...

Nachruf auf „Hund“ Wolfgang Lauinger Feb14

Nachruf auf „Hund“ Wolfgang Lauinger...

Bereits in der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember entschlief „Hund“, Wolfgang Lauinger, im Alter von 99 Jahren in Frankfurt. Hund, Jahrgang 1918,  hatte unter den Nationalsozialisten unter schweren Repressalien aufgrund seiner Herkunft (Sohn eines jüdischen Vaters) und seiner homosexuellen Orientierung zu leiden gehabt. Während der Verbotszeit gehörte er zur illegalen Nerother Gruppe der Pacchanten unter Paul Leser sowie zur Swingjugend. Hund war ein Jugendfreund des bekannten Berry, Herbert Westenburger. Auch nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus war für ihn die Verfolgung nicht zu Ende: 1950 wurde er wegen eines vermuteten Verstoßes gegen den § 175 erneut inhaftiert. Hund war Mitbegründer des Freien Bildungswerkes Balduinstein und lebte bis ins Alter von 94 Jahren im Ort Balduinstein selbst. Erst dann siedelte er in ein Pflegeheim in Frankfurt um. Seit den 1990er Jahren wurde Hund für sein gesellschaftliches Engagement mehrfach geehrt. Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Balduinstein ernannte ihn am 13.06.2005 einstimmig zum Ehrenbürger der Ortsgemeinde Balduinstein. „Diese Würdigung ist Ausdruck der Dankbarkeit und Anerkennung, die sich Herr Lauinger durch sein Engagement zur Nutzung des Burgsaales und der Restaurierung der Burg Balduinstein erworben hat.“ Am 28.11.2008 wurde ihm durch Staatssekretär Roger Lewentz das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die Ablehnung eines Entschädigungsantrags für die 1950/51 erlittene Untersuchungshaft kurz vor Lauingers Tod 2017 wurde in Medien und Politik auf nationaler Ebene kritisiert. Der letzte Wunsch von Hund war es, in Balduinstein beigesetzt zu werden. Auf seinem letzten Weg vom Burgsaal der Ruine Balduinstein zum jüdischen Friedhof im Ortsteil Hausen begleiteten ihn Angehörige und Freunde.  Beigesetzt wurde er unter der großen Eiche auf dem alten Friedhof am Waldrand hoch über der Lahn in einem schlichten Holzsarg. Er wurde nach jüdischem Ritus eingebettet. Rabbiner Andrew Steinmann gedachte des 99-Jährigen, sprach und sang...

Nachruf auf Dietrich „Dirk“ Hespers Feb05

Nachruf auf Dietrich „Dirk“ Hespers...

Im Alter von 86 Jahren ist der Schriftsteller, Dichter und Liedschöpfer Dirk Hespers („Trampt durch Länder, Kontinente“) am 31. Januar verstorben. Geboren war er am 21. Februar 1931 in Mönchengladbach, seine Kindheit verlebte er jedoch in der niederländisch/belgischen Emigration. 1942 wurden seine Eltern in Antwerpen durch die Gestapo verhaftet. Dirk Hespers wurde von der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt zwangsrückgeführt nach Mänchengladbach, der Vater Theo Hespers, ein katholischer Widerstandskämper, durch die Gestapo 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.  Nach dem Ende des Krieges war es Dirk Hespers endlich möglich, Deutschland, welches er als Gefängnis empfand, zu verlassen. Beeinflusst durch die Bündische Jugend begab er sich für mehrere Jahre auf „große Fahrt“, die ihn durch ganz Europa und den Nahen Osten führte. Er gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur Deutschen Jungenschaft unter Michael Jovy. 1950 gründeteDirk Hespers jedoch zusammen mit Turi (Kurt Kremers) den Piratenorden im Nerother Wandervogel. Nach Abitur am Abendgymnasium in Düsseldorf studierte er Pädagogik und war bis zur Pensionierung als Lehrer tätig. Besonderse verbunden fühlte sich Dirk Hespers der Folklore. Unter der Bezeichnung: „Dirk & Makkers“ trat Dirk Hespers, in unterschiedlicher Besetzung überregional öffentlich als Barde und Bänkelsänger auf, bis 2000 auch auf Mundartveranstaltungen. Zahlreiche Mundartlieder hat Dirk Hespers getextet und vertont, Liederbücher herausgegeben und im Eigenverlag „Vive le Geuse“ gedruckt. Hierfür erhielt er den Rheintaler verliehen. Zudem war er  stellvertretender Vorsitzender der Theo Hespers Stiftung, welche sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Neo-Faschismus, Fremden- feindlichkeit, Hass und Gewalt einsetzt. Seine Tocher schrieb: „Heute Nacht hat mein Vater Dietrich Hespers, der Sohn des Widerstandskämpfers Theo Hespers, seine letzte große Reise angetreten. Oder wie man in seinen bündischen Kreisen sagt: die letzte große Fahrt. Er war ein ebenso unterhaltsamer wie streitbarer Mensch. Ein wacher Geist. Unbequem, unangepasst, provokant – aber eben auch ein großer und großartiger Erzähler, ein...

Heinz Hoffmann bei einem Lager in Gleusdorf...

Der soeben verstorbene Landesfeldmeister Heinz Hoffmann (links) mit Pater Lederer (Mitte) auf einem Lager in...

Nachruf auf Heinz Hofmann Sep27

Nachruf auf Heinz Hofmann

Heinz Hofmann, zweiter Landesfeldmeister der Pfadfinder St. Georg (DPSG) der Diözese Würzburg 1949-1953, starb am 11. September im Alter von 94 Jahren. „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Glauben bewahrt, im übrigen harrt meiner die Gnade des himmlischen Vaters“, heißt es in seiner Traueranzeige. Bis zuletzt war er über die Pfadfinder gut informiert. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....