Gedenktag: Karl Oelbermann

Heute vor 45 Jahren, am 09. Oktober 1974, verstarb Karl Oelbermann im Alter von 78 Jahren auf Burg Waldeck im Hunsrück. Karl Oelbermann war Mitbegründer des Nerother Wandervogels und wurde nach dem Tode seines Zwillingsbruders Robert Oelbermann (1941 im KZ Dachau) dessen Bundesführer und Wiederbegründer des Bundes nach dem zweiten Weltkrieg. Die Zwilligsbrüder wurden am 24. April 1896 in Bonn geboren. In der Silvesternacht 1919 gründeten Karl und Robert Oelbermann zusammen mit ausgewählten Freunden auf dem Nerother Kopf bei Neroth/Eifel den Geheimbund / die Ritterschaft der Nerommen innerhalb des Altwandervogels. Dessen Bundesführung war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und in Folge dessen entstand ein eigener Bund, der Nerother Wandervogel, der sich am 27. März 1921 offiziell gründete. Wesentliche, bis heute erhaltene Formen des Nerother Wandervogel sind der reine Jungenbund, die Weltfahrten, der Ausbau der Burg Waldeck als Jugendburg, die organische Struktur in Form von überregionalen Orden mit individueller Prägung, ein Bundesführer auf Lebenszeit und nicht zuletzt ihr reges musikalisches Schaffen. Den ausführlichen Scout-O-Wiki-Eintrag zu Karl (und Robert) Oelbermann findet ihr hier. Bildausschnitt aus „Die letzten Wandervögel“, Deutscher Spurbuchverlag Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Nehmt Abschied, Brüder Sep11

Nehmt Abschied, Brüder

Mit vielen lebendigen Erinnerungen an dutzende gemeinsame Fahrten, Lager, Hajks und überbündische Treffen, mit Erinnerungen an wilden Gesang ebenso wie an heftige Diskussionen in der Leiterrunde, an hunderte Nachrichten auf den digitalen Kanälen, an Gruppenstunden, Jurtenbauten und vieles, vieles mehr nehmen wir, die Pfadfinder Vogelsberg, Abschied von unserem Ranger Andi. Seit 2010 ist er Mitglied in unserem Stamm. Er war maßgeblich am Aufbau der Gruppe “Luchse” beteiligt und bei vielen gemeinsamen Projekten prägend. Ungezählte Fotos in unserem Archiv zeugen davon, dass Andi – trotz seiner vielen andern Beschäftigungen – viel Zeit mit unserem Stamm verbracht hat: ob der jährliche Wirberg oder das Friedenslicht, ob Hessenstein oder Jugendkirchentag, ob AZN oder Feste in unseren Schwarzzelten, Andi war immer mittendrin. In der Außenvertretung unserer pfadfinderischen Jugendarbeit war er darüber hinaus im Evangelischen Dekanat Alsfeld und im hessischen Landesverband der Evangelischen Jugend (EJHN) engagiert. Mit Pausierung unserer Meuten- und Sippenarbeit vor zwei Jahren hat sich Andi aus unserem aktiven Geschehen stark zurückgenommen. Und doch erreichen uns nun aus befreundeten und zum Teil weit entfernten Stämmen Beileidsbekundungen, weil Andi auch ihnen noch in guter Erinnerung ist. Wir sind sehr dankbar für die gemeinsamen Erfahrungen und wissen, dass Andi für viele Kinder, Jugendliche und natürlich auch für uns ein toller Pfadfinder war. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie. Allzeit bereit und gut Pfad, Lux (Stammesführer Evangelische Pfadfinder Vogelsberg), mit Hannes, Mona, Simon (Pfamudi), Seli, Philipp und Christian “Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr…” – das singen alle Pfadfinder in Deutschland (und in anderen Sprachen Pfadfinder in vielen Ländern der Welt) zur Verabschiedung nach gemeinsamen Fahrten und größeren Treffen. Wir haben es auch mit Andi gemeinsam oft gesungen. Am Ende des Abschlussgottesdienstes bei Evangelischen Kirchentagen heißt es alle zwei Jahre: Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Kirchentag, “so...

Gedenktag: Christof Stählin

Heute vor vier Jahren, am 09. September 2015, ist Christof Stählin im Alter von 73 Jahren nach längerer Erkrankung in Hechingen verstorben. Der Liedermacher, Kabarettist, Schriftsteller mit pfadfinderisch-jungenschaftlichen Hintergrund war bei Waldeck-Festivals der 60er Jahre dabei, aber auch bis vor wenigen Jahren bei Terminen der bündischen Jugend, wie der Bündischen Akademie oder Tagungen auf Burg Ludwigstein.  Stählin war Träger des Ehrenpreises der deutschen Schallplattenkritik.Geboren wurde Christof Stählin am  18. Juni 1942 in Rothenburg ob der Tauber. Zu den christlichen Pfadfindern kam er 1954, als er in einem Dorf namens Neuendettelsau lebte. Bereits 1956 verschlug es ihn jedoch nach München und dort wechselte er nach einem kurzen Intermezzo zur Jungenschaft, bei der er bis 1962 aktiv war. Bekannt wurde er, der „die deutsche Sprache“ zu seinem eigentlichen Beruf machte, nicht zuletzt durch die gekonnte Nutzung der Vihuela, einer arabischen Gitarre. Bildnachweis: Stählin   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Gedenktag: tusk – Eberhard Koebel...

Heute vor 64 Jahren, am 31. August 1955 verstarb tusk – Eberhard Koebel in Berlin. tusk („der Deutsche“) war Gründer der dj.1.11. und formte einen Stil, der weit über die deutsche jungenschaft selbst und bis heute nachwirkt. So entwickelte er die Kohte und die Jungenschaftsjacke, die insbesondere von „bündisch“ geprägten Jugendgruppen bis heute verwendet werden. Auch die Kleinschreibung brachte er in die Bewegung ein. Seine Werke, wie der „gespannte bogen“ oder seinen „fahrtenbericht 29“ zu Lappland gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen seines umfangreichen Schaffens. Den ausführlichen Wikipediaeintrag zu tusk findet ihr hier.   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Gedenktag: Falado

Heute vor sechs Jahren, am 09. August 2013, sank die Brigantine „Falado von Rhodos“ vor der Küste Islands. Bei dem Unglück wurde niemand verletzt, das Schiff selbst allerdings verblieb auf See. Sie war ein (sehr schönes) Segelschiff für Gruppen der bündischen Jugend. Gebaut worden war die Falado 1968 in Griechenland im Auftrag des Altphilologen Herbert Hörhager. Dieser nutze zunächst das Schiff, um griechische Seeschlachten für seine Studenten erlebbar zu machen. Doch schon bald wurde die Idee Realität, das Schiff für Hochseefahrten der bündischen Jugend zur Verfügung zu stellen. Nach dem Tod des Eigners ging die Falado in die Hände des gleichnamigen Vereines über. Der nach dem Versinken der Falado veröffentlichte Untersuchungsbericht der BSU unterstellte neben grundsätzlicher Konstruktionsschwächen und darauf unangepasster Motorisierung der Falado auch einen unzureichenden Gesamtzustand des doch in die Jahre gekommenen Schiffes. Die Falado sei zum Zeitpunkt des Unglücks, trotz der dauerhaften Instandhaltungsbemühungen, nicht mehr in seetauglicher Form gewesen. Die Entscheidung des Vereines, sie dennoch mit Jugendlichen an Bord nach Island zu schicken, sei unverantwortlich gewesen. Der Verein wies und weist diese Vorwürfe von sich und begründet dies auch mit sachlichen Fehlern im Untersuchungsbericht. Mit großer finanzieller Unterstützung zahlreicher Spender konnte der Verein die „Whydah“ als Ersatz für die versunkene Falado erwerben. Damit kann der Traum von Segeln auch auf hoher See fortgesetzt werden. Ein echt schönes Video von einem Törn auf der Falado in 2011 findet ihr hier. Und ein schönes Doku-Bild wurde zufälligerweise von einem google-Streetview-Wagen kurz vor dem Sinken gemacht. „Unser Schiff – Eine Chronik der Brigantine Falado von Rhodos“ Wikipediaeintrag über die Falado   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....

Gedenktag: Herbert Westenburger (Berry)...

Heute vor vier Jahren, am 08. August 2015, verstarb der Autor Herbert „Berry“ Westenburger in seinem 95. Lebensjahr. Berry wurde am 5. Januar 1920 in Frankfurt geboren. In seinem Werk „Wir pfeifen auf den ganzten Schwindel“ schildert Berry die Geschichte eines 12jährigen Knaben mit jüdischen Vorfahren, der versucht, in einer Freundesrunde die Ideale der inzwischen verbotenen freien Jugendbewegung, der „bündischen Jugend“, trotz Ausgrenzung, Haft und Gestapoterror aufrechtzuerhalten. Als Heranwachsende werden die Freunde Soldaten für Hitlers Angriffskrieg. Obwohl Soldat, zuletzt bis zur Niederlage im Afrika-Korps, hinderte dies die Rassenfanatiker nicht daran, seine Mutter als „Halbjüdin“ nach Auschwitz zu deportieren, wo sie 1943 emordet wurde. Es ist die persönliche Lebensgeschichte von Berry. Seine bündische „Karriere“ beginnt dort mit einem bundesunmittelbaren Fähnlein im Nerother Wandervogel, welches bis zur Auflösung 1932 beisammen bleibt und dessen „harter Kern“ dann in zu einer illegalen Jungenschaft findet und trotz Endeckung und Gestapohaft den Kontakt zueinander nicht verliert. Nach dem Krieg wurde Berry einer der Neubegründer der Jungenschaft in Hessen. Allein zwischen 2008 und 2010 hielt Berry 75 Lesungen (!) vor Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um seine persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen an diese weiter zu geben und wider das Vergessen der Gräuel anzugehen. 1992 erhielt Berry die Johanna-Kirchner-Medaille für seinen Widerstand während des Nationalsozialistischen Regime, im Jahr 2010 das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement in der Jugendbildung und Friedensarbeit. Siehe hierzu ausführlich Berrys Homepage. Die Beerdigung fand am 9. September 2015 statt, an einem der letzten sonnigen und warmen Sommertage des Jahres. Hier das Video von der Beerdigung.   Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...