Unendliche Diskussion um die Traufkante...

Anlässlich der Pfingstlager war wieder zu beobachten, dass hinsichtlich der Abspannung von Jurtendächern mit Traufkante zwei unterschiedliche Varianten existieren, die von ihren Anhängern auch jeweils als „die einzig richtige“ angesehen werden. So wurde meine wunderbar abgespannte Jurte wieder (einmal) demontiert und neu abgespannt, weil ich es gewagt hatte, die Abspannschnüre am D-Ring der Traufkante anzubringen, statt an der Seitenstange. Seitenstangen-Anhänger sind der Ansicht, dass die Ösen der Seitenstangen eher ausreissen, wenn man am D-Ding der Traufkante abspannt. Lustigerweise sind die Anhänger der Traufkanten-Abspannung exakt gegenteiliger Ansicht. Und schon ist man mitten in einer Diskussion, statt das Ding endlich hochziehen zu können. Glücklicherweise hat Ralph Fröhlich von „Jurtenland“ dazu ein Video verfasst, in welchem er erläutert, weshalb nach seiner Ansicht die Abspannung am D-Ring der Traufkante die richtige ist: https://www.youtube.com/watch?v=jnkthjZ_l2E Sie verteilt die Last nämlich über die verstärkten Nähte, sofern der Abspannungswinkel optimal ist, gleichmäßig und die Seitenstangen haben dann fast nur noch die Funktion, das Dach oben zu halten. Ein „Ab-knicken“ der Ösen wird nach seiner Ansicht eher durch eine zu schmale Auflagefläche auf den Seitenstangen getriggert, insbesondere, wenn es sich um eine Dachvariante oder „Baujahr“ handelt, die vom Hersteller an der Öse (noch) nicht mit Leder verstärkt wurde. Manche empfehlen, bei solchen Seitenstangen einen solchen Lederschutz auf die Stangenspitze nachzurüsten und darauf das Dach zu setzen. Solche Ösenschoner kann man kaufen....

„Live & in Farbe“: 2000 DPSGler im Pfingstlager...

2.000 Georgspfadfinderinnen und Georgspfadfinder nahmen „am größten Pfingstlager Deutschlands“* teil. Nach drei Jahren Corona-Pause haben sich 2.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder am Pfingstwochenende im Bundeszentrum Westernohe der DPSG im Westerwald getroffen. Im Mittelpunkt stand die Wiederbegegnung nach Corona. Durch die Corona-Pandemie mussten die Pfingstlager 2020 und 2021 in reine virtuelle Treffen umgewandelt werden. Für das Pfingstlager 2022 wurde ein spezielles Hygiene- und Testungskonzept entwickelt und die Zahl der Teilnehmenden auf 2.000 Personen halbiert. Anstelle von Großveranstaltungen, wie Konzert, Gottesdienst und großes Lagerfeuer, fanden in diesem Jahr kleinere Veranstaltungen an mehreren Orten des DPSG-Bundeszentrums Westernohe statt. „Pfadfinden lebt von Begegnung und Interaktion. Trotz digitaler Angebote kann nichts den persönlichen Austausch am Lagerfeuer und die Übernachtung in der freien Natur ersetzen“, betonte DPSG-Bundesvorsitzender Joschka Hench. „Daher sind wir dankbar, dass Pfingsten in Westernohe in diesem Jahr unter dem Motto: ‚Live & in Farbe‘ in Präsenz stattfinden konnte , wenn auch in reduzierter Form.“ Am Pfingstwochenende kamen 70 Pfadfindergruppen zum größten Pfingstlager Deutschlands im DPSG-Bundeszentrum Westernohe im Westerwald zusammen. Neben Workshops und Mitmachaktionen lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der Jahresaktion „Farbfinden – Von Natur aus bunt“, die sich mit den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbilder/Stereotype und sexuelle Vielfalt auseinandersetzt. Zum ersten Mal wurde zudem ein Awareness-Konzept in Westernohe durchgeführt. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten in der so genannten „Schutzhütte“ Gesprächs- und Beratungsangebote erhalten. Damit möchte die DPSG sich dem Ziel nähern, dass sich bei Großveranstaltungen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlfühlen. Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) ist der größte Verband katholischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland. Rund 80.000 Mitglieder lernen bei gemeinsamen Abenteuern, Verantwortung für sich und für andere in der Gruppe zu übernehmen. Ziele des Kinder- und Jugendverbandes sind die Vermittlung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Dabei spielen die Grundsätze des christlichen Glaubens eine wesentliche Rolle *Anführungszeichen stammen...

Arbeitseinsatz „Zeit zum Bäume pflanzen“...

Arbeitseinsatz im Rahmen der bundesweiten Aktion „Zeit zum Bäume pflanzen“ Rund 30 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Buchen und Walldürn haben im Götzinger Forst 600 Bäume gepflanzt. Während dreieinhalb Stunden setzten sie unter Anleitung von Revierleiter Bernhard Linsler, dem angehenden Förster Lukas Haas sowie den Waldarbeitern Jann Pallas und Dennis Mechler Douglasien und Lärchen. Die Bäume wurden in Reihen gesetzt, um den Waldarbeitern die Pflege beim späteren Ausputzen zu erleichtern. Sich für die Natur einzusetzen, ist ein Kernanliegen von Pfadfindern, das in einem ihrer Pfadfindergesetze genannt wird: „Der Pfadfinder schützt Pflanzen und Tiere“. Außerdem hat der „Verband Deutsche Altpfadfindergilden“ vor gut zwei Jahren die Pfadfinderaktion „Zeit zum Bäume pflanzen“ ins Leben gerufen. Diese fördert in Zusammenarbeit mit der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“, der Deutschen Waldjugend und anderen Naturschutzverbänden das Pflanzen von Bäumen. Der Stamm „Wildenburg“ im Pfadfinderbund Süd mit Gruppen in Buchen, Walldürn und Mudau beteiligte sich bereits das zweite Mal an dieser Aktion....

Bundeslager des Deutschen Pfadfinderbundes...

Nein, es ahnte niemand beim Abschlusskreis des Bundeslagers 2019, dass es drei Jahre dauern sollte, ehe man wieder zusammentreten können werde. Und zudem ein Intervallwechsel des Bundeslagers von „an allen ungeraden Jahren“ auf „na gut, dann halt die geraden Jahre“ notwendig werden würde. Über 1000 Mitglieder des DPB fanden ihren Weg an Pfingsten nach Leopoldstal, wo die aneinandergrenzenden Weiden gleich mehrerer Landwirte und in der Größe mehrerer Fußballfelder den Pfadfinderinnen und Pfadfindern von sehr jung bis Junggeblieben genügend Platz boten, um es (Ortsbezug – der Teutoburger Wald, der ja eigentlich höchstwahrscheinlich nicht der Ort der Varusschlacht war, liegt dort) den Römern mal so richtig zu zeigen. Geht ja nicht an, dass einfach eine militärisch scheinbar überlegene Macht einfällt und das Sagen übernimmt. Mit dem Wetter hatte man insofern Glück, als dass der primär auf Sonntag begrenzte Regen das „Kultur-„Festival einen Ort weiter scheinbar absaufen ließ, so dass plötzlich statt des vorherigen rundum-die-Uhr „Wumm Wumm Wumm“-Geräusches irgendwann erstaunlicherweise der Titelsong von „Titanic“ zu hören war und dann herrliche Stille herrschte. Also soweit 1000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder dann mal still sind. Netterweise war man sich in der Facebook-Gruppe „Wir Horn-Bad Meinberger“ einig, dass die Beschallung extrem nerve, aber bestimmt nicht von den Pfadfindern stamme. Recht hatten sie. Weniger Glück hatte man mit dem 9€-Ticket bzw. mit dem Bahn-Böschungsbrand bei Menden/Rhein-Sieg-Kreis, der den Bahnverkehr noch eine Runde mehr durcheinanderwirbelte und die letzte Gruppe am Freitag erst um halb ein Uhr nachts ankommen ließ. („Ich glaub, die Bahn hat den Böschungsbrand selbst gelegt, um davon abzulenken, das die Pfingsten und 9€-Ticket gleichzeitig nicht auf die Kette zu kriegen.“) Höhepunkt des Lagers war neben dem traditionellen Bundesfeuer eindeutig der Postenlauf. *Eigentlich* sind Postenläufe ja oft so konzipiert, dass man gefühlt 20-30 km läuft, minderinteressante Aufgaben löst, sich zwischendurch verläuft,...

Free-TV-Premiere des Filmes „Sommerfahrt“...

„Sommerfahrt – Zeit heilt keine Wunden“ ist ein Dokumentationsfilm von Gereon Wetzel, der im Rahmen des Dok.Fest München vor einigen Wochen seine Kinopremiere erlebte und nun am 01.06.2022, 23.00 – 00.25 Uhr erstmals im WDR Fernsehen ausgestrahlt wird. In den 80er Jahren gehörte der Filmemacher selbst einer kleinen unabhängigen Pfadfindergruppe im Rheinland an, welche an ein Internat des Jesuitenordens angegliedert war. Ab 2011 wurden Missbrauchsvorwürfe an der Schule bekannt, schließlich auch gegen den charismatischen und angesehenen Leiter der Pfadfindergruppe, der bis heute alle Vorwürfe bestreitet. 30 Jahre nach der Türkei-Sommergroßfahrt 1991 traf der Filmemacher seine damaligen Fahrtengenoss*innen der wieder. War es möglich, dass inmitten ihrer engen Gemeinschaft unbemerkt mutmaßlich sexuelle Gewalt ausgeübt werden konnte? Welche Schuld traf die Strukturen und deren Vertreter? Und die schonungsloseste aller Fragen: Welche Schuld traf sie selbst? Vorsichtig tastet sich Gereon Wetzel an die Vergangenheit heran. „Zwischen rosaroten Brillen, zaghaften Erinnerungsversuchen, scharfer Analyse und einem Jahrzehnt der persönlichen Aufarbeitung tut sich ihnen ein Abgrund auf, als sie ihre gemeinsame Sommerfahrt in die Osttürkei erneut in den Blick nehmen.“ (WDR) Entstanden ist eine beeindruckende Dokumentation, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen, aus deren Schilderungen sich das Puzzle der Strukturen und Systeme von mutmaßlich psychischem und sexuellem Missbrauch entfaltet. Und dann bleibt einem die Luft weg. Das Premierenpublikum in München war sich uneins, ob diesem Film gerade auch Heranwachsende sehen sollten – denn das waren ja auch die Teilnehmer der Sommerfahrt ’91 selbst – oder ob er eher geeignet sei, falsche Vorstellungen bei Älteren auszuräumen. Die Möglichkeit, mit dem Filmemacher über den Film zu diskutieren, wurde bei der Weltpremiere in München rege genutzt. Produziert wurde der Film von Südkino Filmproduktion GmbH. In der Mediathek des WDR ist er auch nach dem Ausstrahlungstermin einsehbar. Absolut sehenswert, gerade im Rahmen einer Gruppe....

Einweihung nach 14 Jahren Renovierung...

Nur älteren Bonner Bürgern dürfte es wie dem Auerberger Stadtverordneten Jürgen Wehlus gehen, der sich im Rahmen seines Grußwortes zur Eröffnungsfeier des Mühlenstumpfes noch gut daran erinnerte, dass dieser früher zugemauert, zugewachsen und dem Verfall einheimgegeben war. Dies änderte sich ab 2007, als der denkmalgeschützte Gebäuderest durch die Stadt Bonn an den Deutschen Pfadfinderbund als zukünftiges Gruppenheim übergeben worden war. Nach 14 Jahren Renovierungsarbeiten, in deren Rahmen um die 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet worden waren und knapp 220.000€ investiert wurden, konnte am Wochenende vor Christi Himmelfahrt endlich die feierliche Einweihung erfolgen. Ein Grußwort sprach neben Jürgen Wehlus auch Franz-Josef Lersch-Mense, der Stiftungsvorstandes der NRW Stiftung, welche die Renovierung mit insgesamt 135.000€ bezuschusst hatte. Zu den Programmpunkten gehörten ein Vortrag über die Geschichte der Windmühle und der früher gegenüberliegenden Wassermühle von Lokalhistoriker Jürgen Haffke, eine „verrückte Versteigerung“, Filme zu vergangenen Sommergroßfahrten der Pfadfinderinnen und das sehr beliebte Badeentenwettschwimmen. Bei bestem Wetter lockte Leckeres vom Grill insgesamt weit über 100 Gäste an, darunter zahlreiche Vertreter des Ortsausschuss Auerberg sowie Bonner Politiker und Vertreter der Verwaltung. Finanziell gefördert wurde die Einweihungsparty aus Landesmitteln im Rahmen von „Neustart miteinander“. Im Rahmen der Renovierung hat sich im, am und rund um den Mühlenstumpf vieles verändert. Treppe und Etage wurden eingezogen, innenliegende Mauern entfernt, die Betonabdeckung erneuert, ein Dach aufgesetzt, es erfolgte eine Drainage und zuletzt der Anschluss an Ver- und Entsorgung. Ein festes Zentrum der Arbeit, wie sie im Mühlenstumpf entstanden ist, fördert das Fortbestehen und die Qualität der Gruppenarbeit in erheblichem Maße. Genutzt wird das Gebäude nun für die wöchentlichen Gruppenstunden der Pfadfinderinnen und Pfadfinder ab 7 Jahren ebenso wie für Wochenendaktionen oder Singerunden. Mitte vorn v.l.n.r.: Frau Heix, Regionalbotschafterin NRW-Stiftung; Herr Lersch-Mense, Stiftungsvorstand NRW-Stiftung; Almut Heimbach, Fördervereinsvorsitzende der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Bildnachweis: Niklas Schröder. Zustand 2022 Scouting...