Dritter Verhandlungstag (und kein Urteil)...

Am heutigen dritten Verhandlungstag des Missbrauchsverfahrens gegen ein früheres Vorstandsmitglied des Freien Bildungswerkes Balduinstein sowie des Autonomen Wandervogel wurden fünf Zeugen gehört, einer davon zweimal. Ein früheres Mitglied der Pfadfindergruppe, zu der auch der Nebenkläger (Betroffene) gehörte, schilderte, dass er persönlich erst zu der Silvesterfeier, welche der Angeklagte als ersten Zeitpunkt des Kennenlernens mit der Gruppe benannt hatte, anwesend gewesen sei. Seine Gruppe sei aber bereits in Silvester des Vorjahres zu Gast gewesen. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem der Nebenkläger und Betroffene noch nicht 14 Jahre alt war. Auch der zweite Zeuge des Tages war dieser Pfadfindergruppe zugehörig gewesen und bestätigte, dass ihr später selbst verurteilte Stammesführer schon vor der fraglichen Silvesterfeier in Führungsverantwortung stand. Der Richter ließ in einem Nebensatz erkennen, dass er einige Aussagen des Stammesführers über Zeitpunkte, welche dieser als Zeuge beim zweiten Verhandlungstag geäußert hatte, für widerlegt hält. Ein weiterer Zeuge aus dem späteren Autonomen Wandervogel erklärte, niemals Lieblingspimpf oder angehender Lieblingspimpf des Angeklagten gewesen zu sein und auch nie eine Lederhose von diesem erhalten zu haben, wie eine Zeugin des zweiten Verhandlungstages vermutet hatte. Weiterer Zeuge war langjähriger „erster Mann“ auf der Burg bis 2005. Er brachte Ausdrucke von Belegungsbüchern der Burg mit, aus denen hervorging, dass zu dem Zeitpunkt, den der Angeklagte angegeben hatte, der saarländische Pfadfinderstamm gemäß Unterlagen tatsächlich vor Ort war. Dass dies jedoch schon auf das Vorjahr zutraf, war diesen Ausdrucken nicht zu entnehmen. Der Zeuge hatte die Ausdrucke auch erst vor drei Wochen auf Geheiß der ersten Vorsitzenden des Bildungswerkes Balduinstein vorgenommen, nachdem diese ihm gesagt hatte, es könne gut sein, dass er in den Zeugenstand gerufen werden würde. Der Antrag des Anwaltes des Nebenklägers, durch ein Gutachten klären zu lassen, ob die Originaldatei eventuell nachträglich manupuliert worden sei, wurde auch vom Staatsanwalt...

Vorankündigung: Dritter Verhandlungstag und vielleicht Urteilsverkündung...

Morgen, am 21.02.2019, wird voraussichtlich die Verhandlung gegen einen früheren langjährigen Vereinsvorstand des Freien Bildungswerkes Balduinstein am Amtsgericht Diez fortgesetzt. Der Beginn ist auf 10 Uhr festgelegt. Die Verhandlung ist öffentlich. [Es kann immer dazu kommen, dass Termine verschoben werden. Sollte dies rechtzeitig bekannt werden, wird hier aber darüber informiert]. Sollte an diesem Verhandlungstag ein Abschluss erfolgen (das Verfahren war ursprünglich auf drei Verhandlungstage angesetzt), ist mit einer Urteilsverkündigung am selben Tag zu rechnen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich die Notwendigkeit zu einem vierten Verhandlungstag ergibt, dieser wäre dann voraussichtlich am 07.03.2019. Der Vorwurf gegen den 74jährigen Angeklagten lautet auf sexuellen Missbrauch eines 12/13-jährigen Jungen. Der Angeklagte war vor seiner Mitgliedschaft im Autonomen Wandervogel (dieser entstand offiziell erst 2005/2006) lange Zeit Vorstandsmitglied im Freien Bildungswerk Balduinstein. In früheren Verfahren waren schon zwei weitere Mitglieder des (inzwischen eher nicht mehr existierenden) Autonomen Wandervogel, einer davon ebenfalls ein ehemaliger Vereinsvorstand des Bildungswerkes, wegen sexuellen Missbrauchs gegen Schutzbefohlene verurteilt worden. Da die Täter und der jetzt Angeklagte gut miteinander befreundet waren und gemäß bisherigen Zeugenaussagen aus ihrer sexuellen Neigung zu Jüngeren voreinander kein Geheimnis gemacht haben sollen, handelte es sich augenscheinlich um ein Netzwerk sexualisierter Gewalt. (Mutmaßlicher) Tatort war auch die Burg Balduinstein, wo das Freie Bildungswerk Balduinstein seinen Sitz hat. Der Autonome Wandervogel war dort sehr regelmäßig zu Gast, der jetzt Angeklagte hatte dort ein Privatzimmer im Obergeschoss und auch einer der bereits verurteilten Täter. Für den anstehenden Gerichtstermin am 21.02. war ursprünglich nur ein Zeuge geladen, auf welchen der Staatsanwalt aber inzwischen erklärte, verzichten zu können. Stattdessen ergaben sich bei bereits erfolgten Zeugenaussagen Hinweise auf weitere Zeugen beziehungsweise aktuelle Adressen von Zeugen, die bereits erfolglos zu laden versucht worden war. Es ist durch deren Aussagen weiterhin zu klären, ob zu beweisen sein wird,...

WOSM startet Online-Ressource

Die Weltorganisation der Pfadfinderbewegung (WOSM) startete am 08. Februar die WOSM-Dienste als integrierten Ansatz, um die Kapazitäten der nationalen Pfadfinderorganisationen zu stärken und mehr jungen Menschen auf der ganzen Welt bessere Pfadfinderaktivitäten und -programme anzubieten.   Dies war ein gewaltiges Unterfangen für WOSM und wird die Art und Weise, wie Programme und Angebote an die Mitgliedsverbände weitergegeben werden können, stark verändern. Da die WOSM-Dienste jetzt vollständig verfügbar sind, hat jeder Mitgliedsverband jetzt einen einfachen und benutzerfreundlichen Überblick über alle angebotenen Supportangebote sowie Zugriff auf ein umfangreiches Zentrum an Ressourcen, Publikationen und neu eingeführten E-Learning-Kursen. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Mitgliedsverbände jetzt in der Lage sind, WOSM auf einfache und intuitive Weise um einen Dienst zu bitten. Die „WOSM Service Platform“ umfasst mehr als 700 strukturierte Publikationen, Infografiken, Präsentationen, Videos, E-Learning-Kurse und viele andere Ressourcen in den verschiedenen Arbeitssprachen von WOSM und ist damit die größte Drehscheibe für Scouting-Ressourcen. Darüber hinaus können die Mitgliedsverbände auf einen Pool von 50 ausgebildeten Beratern, die sich aus WOSM-Freiwilligen und World Scout Bureau-Mitarbeitern zusammensetzen zugreifen und diese um persönliche Unterstützung bitten. Über die Plattform können auch regionale Schulungsangebote angefordert werden, um den Pool von Beratern auszubauen. Die „WOSM Service Platform“ ist derzeit in Englisch, Französisch und Spanisch und bald auch in Russisch und Arabisch verfügbar. Im Laufe des Jahres werden weitere neue E-Learning-Kurse und -Ressourcen veröffentlicht sowie ein neuer WOSM-Service für Wachstum, der die Mitgliedsverbände dabei unterstützt, Strategien zu entwickeln, um mehr junge Menschen und Freiwillige für das Scouting zu gewinnen. Mit den WOSM-Diensten, die nun vollständig in Betrieb genommen werden, zielen die WOSM-Strukturen auf Welt- und Regionalebene nun darauf ab, die Kapazität aller nationalen Mitgliedsverbände zu stärken und weiterhin erstklassige Unterstützung zu leisten, um der Bewegung zu helfen, die Vision 2023 zu erreichen: „By 2023 Scouting will...

MY EUROPE MY SAY

Politisches Netzwerktreffen der Pfadfinder*innen in Brüssel Berlin/Brüssel, den 13. Februar. 14 Pfadfinder*innen aus vier Verbänden beschäftigten sich vom 7. bis 10. Februar beim zweiten Jugendpolitischen Netzwerktreffen der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (rdp) intensiv mit dem Thema Europa. Brüssel war hierbei ein sehr gut geeigneter Austragungsort für das Treffen, um mit verschiedenen Akteur*innen ins Gespräch zu kommen, vor allem über die Europäische Union als Institution und Idee. Dabei tauschten sich die Teilnehmenden mit Vertreter*innen der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Europabüros der beiden Weltverbände der Pfadfinder*innenbewegung, der World Association of Girl Guiding and Girl Scouting (WAGGGS) und der World Organization of the Scout Movement (WOSM) , des European Youth Forums und der jungen europäischen Föderalisten aus. Thema war unter anderem wie sie jeweils Einfluss auf das Geschehen in Brüssel nehmen können, wie Themen von Kindern und Jugendlichen aus Deutschland nach Brüssel kommen und Gehör finden können oder wie Förderprogramme entstehen. Besonders interessierte die Pfadfinder*innen, ob ihr Wirken auf europäischer Ebene wahrgenommen wird und wie jugendpolitische Aktionen im Parlament ankommen. Tino Kunert, Büroleiter von MdEP Petra Kammerevert forderte die jungen Erwachsenen auf: „Seid lauter und rebellischer!“ Junge Menschen müssen sich für das einsetzen, was sie bewegt und wofür sie brennen – jede*r kann etwas bewegen, vor allem wenn man sich in einer so starken Jugendbewegung wie dem Pfadfinden engagiert. „Europa braucht junge Leute, die zu einer gemeinsamen und friedlichen Zukunft beitragen wollen! Und es sieht so aus, als ob Pfadfinder*innen bereit wären, dazu beizutragen.“, fasst Marius Schlageter, Organisator des Treffens, das Wochenende zusammen. Denn nach einem Besuch im Europäischen Parlament, wurden ganz konkret gemeinsame Ideen erarbeitet, wie die Kampagne #myeuropemysay von WOSM in Deutschland umgesetzt werden kann. Dabei geht es darum, wie eine stärkere Partizipation junger Menschen erreicht werden kann, aktuell fokussiert auf die Europawahl....

Vorankündigung: Zweiter Verhandlungstag...

Morgen, am 14.02.2019, wird voraussichtlich die Verhandlung gegen den ehemaligen Präsidenten des Autonomen Wandervogel am Amtsgericht Diez fortgesetzt. Der Beginn ist auf 10 Uhr festgelegt. Die Verhandlung ist öffentlich. [Es kann immer dazu kommen, dass Termine verschoben werden. Sollte dies rechtszeitig bekannt werden, wird hier aber darüber informiert]. Der Vorwurf gegen den 74jährigen Angeklagten lautet auf sexuellen Missbrauch eines 12/13-jährigen Jungen im Zeitraum 2001/2002. Der Angeklagte war vor seiner Mitgliedschaft im Autonomen Wandervogel (dieser entstand offiziell erst 2005/2006) lange Zeit Vorstandsmitglied im Freien Bildungswerk Balduinstein. In früheren Verfahren waren schon zwei weitere Mitglieder des (inzwischen eher nicht mehr existierenden) Autonomen Wandervogel wegen sexuellen Missbrauchs gegen Schutzbefohlene verurteilt worden. Da die Täter und der jetzt Angeklagte gut miteinander befreundet waren und gemäß bisherigen Zeugenaussagen aus ihrer sexuellen Neigung zu Jüngeren voreinander kein Geheimnis gemacht haben sollen, handelte es sich augenscheinlich um ein Netzwerk sexualisierter Gewalt. (Mutmaßlicher) Tatort war auch die Burg Balduinstein, wo das Freie Bildungswerk Balduinstein seinen Sitz hat. Der Autonome Wandervogel war dort sehr regelmäßig zu Gast, der jetzt Angeklagte hatte dort ein Privatzimmer im Obergeschoss und auch einer der bereits verurteilten Täter. Bei dem Gerichtstermin am 14.02. sind neun Personen als Zeugen geladen, die Aussagen werden sich voraussichtlich bis 16 Uhr hinziehen. Der Zeitplan ist ambitioniert, denn am ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen waren für einen identischen Zeitraum nur vier Zeugen geladen. Der zweite Verhandlungstag soll mit der Aussage des 2014 rechtskräftig verurteilen Ordensführers und maßgeblichen Mitbegründers des Autonomen Wandervogel beginnen. Darauf folgt die Aussage einer ebenfalls 2014 verurteilten Person, welche ebenfalls Mitbegründer des Autonomen Wandervogel war, davor und früher allerdings auch, wie der jetzt Angeklagte, ein Vorstandsmitglied des Freien Bildungswerk Balduinstein. Es folgen Aussagen von weiteren früheren Mitgliedern des Autonomen Wandervogel und weiterer Personen. Da die Anklage auf sexuellen Missbrauch eines...

Das Ende von Stadtstreicher Records...

Stadtstreicher Records war ein vor einigen Jahren entstandener Musikverlag der bündischen Musik für die entwachsenden Älteren und für die aktiven jungen gleichermaßen. Sie boten Musik von Liedermachern und Bands aus der Szene und Aufnahmen für Singewettstreite und Gruppen. Die Gründer waren „ein paar den Jugendbünden entwachsene alte Fahrtenhasen“, die eine Gesellschaft gegründet hatten, um dem bündischen und bündisch-verwandten Singen und Musizieren einen angemessenen Raum zu geben. Sie verlegen CDs von Venija, Prinz König, Robert Alexander Welti und Kai Deutsch. Alles ehrenamtlich. Am 10. Februar verkündeten sie jedoch bei Facebook das Ende des Labels: „Schön war’s! Liebe Freunde, liebes Publikum, liebe Kunden, … es ist in den letzten Monaten sehr ruhig um uns geworden. An manchen Stellen brodelte es leicht in der Gerüchteküche und den ersten Abgesang gab es, als im Herbst letzten Jahres die Vorbereitsungscrew des 42. Hamburger Singewettstreits nach Rücksprache mit uns verkündete, dass wir in 2019 die Vorfeier nicht mehr ausrichten werden. Sie schmeichelten uns sehr, in dem sie schrieben wir hätten eine kleine Ära der gemeinsamen Vorfeiern zum Hamburger Singewettstreit begründet! So, haben wir großartige Feste gefeiert, ein kleines Festival in der Honigfabrik zelebriert, eine CD mit Venija produziert, bei Kais CD waren wir immerhin so etwas wie Geburtshelfer, wir haben etliche CDs in die Welt verschickt und hatten tausend Ideen. Wir haben aber auch öfter mal verpennt auf Mails rechtzeitig zu reagieren, unser Shop hat sich regelmäßig selbst in den Sommerurlaub geschickt und von einem Beräunerfest gibt es dank uns keine Aufnahmen. Mittlerweile hat das Leben andere Aufgaben für uns gefunden und nach dem das Label in den letzten Monaten nur noch vor sich rum dümpelte und auch die Suche nach Nachfolgern erfolglos blieb, ist es nun an der Zeit Abschied zu nehmen. Wir danken allen, die trotz der etwas...