Pfingsten: Westernohe!

Über 4.000 Pfadfinder*innen mit internationalen Gästen aus sieben Nationen trafen sich im Westernoher Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) zu ihrem traditionellen Pfingstlager. Auf dem Programm standen neben Lagerfeuer, Gottesdienst und dem gemeinsamen Austausch auch Zukunftsthemen wie Ökologie, Inklusion und Internationale Gerechtigkeit. Ein Camp-Besuch von Bischof Dr. Michael Gerber unterstrich die Bedeutung pädagogischer Kinder- und Jugendarbeit für die Gesellschaft und deren Unterstützung.

„Pfadfinden elektrisiert“, so lautet das Motto des diesjährigen DPSG Pfingstlagers im Westerwald. Damit sind vor allem die vielfältigen Aktivitäten gemeint, die sich um die gleichlautende Jahresaktion der Pfadfinder*innen abspielen. So finden die Kinder und Jugendlichen heraus, wie Energie Menschen mit Behinderungen unterstützen kann, oder wie man innovative und kreative Elektromodelle baut – nur mit Hilfe von Dingen, die ein Lagerplatz zur Verfügung stellt. Mit Expert*innen wird darüber diskutiert, wie die Stromnetze der Zukunft aussehen und eine klimaneutrale Versorgung erreicht werden kann. Ein selbstgebautes Windrad erzeugt auf dem Zeltplatz die entsprechende Energie.

Themen für die Zukunft

„Elektrisierend“ sind auch andere Bereiche, mit denen sich die Pfadfinder*innen aktiv auseinandersetzen: Interaktive Workshops zum globalen Frieden, Projekte und Themen zu Natur, Nachhaltigkeit, Politik und Gemeinschaft oder Geländespiele für nachhaltige Entwicklung entsprechen der Pfadfinder*innen-Philosophie, „die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

Voneinander lernen

Im „Internationalen Dorf“ auf dem Gelände informieren 30 Gäste aus sieben verschiedenen Nationen, darunter Pfadfinder*innen aus Jordanien und Finnland, über die Weltpfadfinderei. Die Kinder und Jugendlichen erfahren, wie Friedens-Pfadfinden im Nahen Osten funktioniert und was eine Partnerschaft mit Bolivien bedeutet. Hochspannend sind auch die Programme von Partnerorganisationen: Das Internationale Katholische Missionswerk „Missio“ zeigt im Spiel „Eine Welt-keine Sklaverei!“, wo sich bei der Produktion von Kleidung, Essen und elektronischen Geräten moderne Sklaverei versteckt und wie man sich dagegen einsetzt. Mit der Kampagne „Rote Karte für Katar!“ macht missio auf das Problem Arbeitsmigration in den Golfstaaten aufmerksam. Zur „72-Stunden-Aktion“ 2024 lädt die Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der katholischen Jugendverbände in Deutschland ein. Dabei werden im kommenden Jahr drei Tage lang bundesweit soziale Projekte unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ umgesetzt.

Leidtragende der Pandemie

Kinder und Jugendliche gehören zu den größten Leidtragenden der Pandemie. Daher stehen sie und ihre Entwicklung auch auf dem Pfingstlager in Westernohe an erster Stelle.  Die Pandemie hat auch die Bedeutung außerschulischer Kinder- und Jugendarbeit deutlich gemacht. Daher ist es jetzt umso wichtiger, Kindern und Jugendlichen Freiheit und Erlebnisräume zu geben, in denen sie sich entwickeln und austauschen können. Auf dem 28 ha großen Gelände mit Platz für bis zu 5.000 Menschen fand schon 1958 das erste inklusive Zeltlager statt. Hier haben Pfadfinder*innen genügend Raum und beste Voraussetzungen, um sich wohlzufühlen und frei entfalten zu können. Das pädagogische Angebot der DPSG steht dabei im Zeichen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Verantwortungsvolles Handeln und der Schutz der Umwelt wird dabei stets groß geschrieben.

Ein neuer Anfang

Der Freiluft-Gottesdienst, den der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber, gleichzeitig Kontaktbischof der DPSG, am Pfingstsonntag auf dem Campgelände zelebriert, und ein anschließendes großes Campfire beschließen dann das diesjährige DPSG Pfingstlager in Westernohe, bei dem sich die vielen Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene gemeinsam bei Lagerfeuer und Musik, Workshops, Gottesdienst, Gruppenstunden und Geländespielen darin einig sind, sich für eine bessere Welt zu engagieren und damit jeden Tag neu anzufangen, getreu dem Pfadfinder*innen-Motto „Allzeit bereit!“

Bildnachweis: Sebastian Humbek


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