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Lebensreformerische Tendenzen

Steht die Bewegung der Lebensreform vor einem neuen Durchbruch? Historisch gesehen neigt die Menschheit ja zum Ausgleich. Nimmt Technik und Fremdbestimmung im persönlichen Empfinden überhand, brechen sich Gegenbewegungen Bahn. Beobachten kann man das aktuell auch beim „Sammelbecken“ der Querdenker. Lucius Teidelbaum hat sich deshalb in einem aktuellen Artikel auf addn.me mit Hellerau und den völkischen Schattenseiten der Lebensreform befasst und leitet inhaltlich gegen Ende auf die Anastasia-Familiensiedlungsprojekte über. Wenn man von denen noch nie gehört hat und deshalb die Bildersuche betätigt, stößt man dann doch recht schnell auf Personen, die völlig problemlos rein optisch als völkische Vertreter einer Wandervogelgruppierung wie dem Sturmvogel durchgehen würden und auf einen begeisterten Bericht über das erste Anastasia-Festival in Deutschland, welches offenbar im Sommer/Herbst 2014 an einem Ort erfolgte, der zu dem Zeitpunkt für Pfadfinder und Wandervögel noch gesperrt war, um die thematisch dazu passende Diskussion, die nach dem Meissnerlager 2013 entbrannt war, zu befrieden. Das tut weh und man kann sich wundern, wenngleich ein Bericht im „Lotta-Magazin“ aus dem Jahr 2020 einräumt, dass die Bedenklichkeit der Anastasia-Bewegung weitgehend noch unbekannt sei – 2014 wohl erst recht noch war. Gut, einschlägig antifaschistische Webseiten gelten nicht als neutrale Quelle und „man“ ist ja in der Jugendbewegung Leute in seltsamen Klamotten, die selber filzen, Volkstanz machen und gerne Singen, durchaus gewohnt. Die Verantwortlichen stellten sich 2020 kritischen Fragen der HNA und erklärten: „Für die Zukunft haben wir uns klar positioniert. […] In der Konsequenz ist z.B. die Anastasia-Bewegung […] nicht mehr erwünscht.“