Jungenbund Phoenix singt „Wenn die bunten Fahnen wehen“

Tief in die Mottenkiste des Schubladendenkens griffen der Journalist und sein Interviewpartner, welche einen ausführlichen Bericht über den Jungenbund Phoenix für die Sächsische Zeitung verfassten. Pfadfinder kannte der Journalist, aber Wandervögel? Was soll das schon sein, als Pfadfinder, die keine sein wollen. Und schon hatte er seine Artikelüberschrift gefunden. Bundesführer Felix gelang es halbwegs, ihm den Aufbaumechanismus einer Kohte zu erklären, bei anderen Dingen wurde es schwieriger. Wie will man denn mit jemanden, dessen Liedgut bei Null liegt, ein gemeinsames Lied finden, welcher er in seinem Artikel erwähnen kann – und das muss der Journalist, denn sonst ergäbe das Erwähnen der Gitarre keinen Sinn. Nun kennt der Wandervogel viele Lieder, der Journalist kaum eines und der kleinste gemeinsame Nenner ist dann „Wenn die bunten Fahnen wehen“, was hundertpro mehr über die Liedgutkenntnis des Journalisten aussagt, als über die tatsächlich favorisierten Lieder der Gruppe. Ist zumindest zu hoffen.

Dass der wesentliche Unterschied zwischen Pfadfindern und Wandervögeln ist, dass erstere Abzeichen sammeln – das freut sicherlich die ARGE-Pfadfinder der Briefmarkensammler, hat aber mit den tatsächlichen Unterschieden fast ebensowenig zu tun wie mit der Guten Tat, welche Pfadfinder vollbringen sollen, die Wandervögel hingegen dürfen. Und zu behaupten, dass die Strukturen beim Wandervogel weniger fest seien, als bei den Pfadfindern, um dann postwendend ausführlich zu erkären, wie viele Orden der eigene Wandervogelbund hat (16??!) und wie der eigene Orden heißt und warum, Himmel. Dabei weiß doch wirklich jedes Kind, dass der Unterschied zwischen Pfadfindern und Wandervögeln ist, dass erstere Kinder werfen, während zweitere alle sieben Jahre ein grünes Ei legen. Ist das denn so schwer zu erklären?

Hier der Zeitungsbericht.

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