Helms Lieder

In der Zeitschrift Köpfchen der ABW erschien im Februar folgende Besprechung der Spurbuch-Veröffentlichung „helms lieder“, erstellt von Oss Kröher:

helms lieder – Eine musikalische Schatzkiste
Wenn man, wie ich, mit Liederbüchern nicht nur aufgewachsen ist, sondern auch über eine Handvoll veröffentlicht hat, dann kommt Freude auf beim In-die-Hand-nehmen der  Neuerscheinung helms lieder. Die Lieder von Helmut König, 96148 Baunach (Spurbuchverlag) 2018, 205 Seiten, ISBN 978-3-88778-546-8 (gefördert von der Peter Rohland Stiftung).
Die Sammlung von über einhundert Liedern besticht durch ihren Reichtum an Musik und Poesie in feiner Ausstattung. Der Komponist und Dichter gliedert sein illustriertes Werk mit Vor- und Nachwort in elf Kapitel: Zum Anfang, Wandern im Land, Im Lager und auf Fahrt, Zum Tanze, Die Freundschaft, Die Liebe, Balladen, Moritaten, Der Spaß ohne Maß, Zum Abend, Zur Weihnacht, Zum Schluss.
Helm (88), der versierte (Mit-)Herausgeber stilprägender Werke wie z.B. Der Turm, Der schräge Turm, Chanson 67, Der Regenpfeifer — alle im Voggenreiter Verlag erschienen — war lange in der Deutschen Jungenschaft mit „tejo“ (Walter Scherf) befreundet. Dabei entwickelte er seine Meisterschaft als bündischer Liedermacher und Verleger mit dem eigenen Plattenlabel Thorofon, nicht aber als Sänger. Dies erwähnt er eigens.
Alte Liederfreunde/innen mögen in diesen Weisen schwelgen. Ihre Melodien aus längst vergangenen Zeiten ertönen aus den Notationen. Das damals in den Fünfzigern ersehnte Europa ersteht hier in bündischer Liederromantik eigenen Stils.
Auch mit Übersetzungen und helms glänzenden Vertonungen wie z.B. „Zwischen Don und Woronesch“, dem Gedicht von George Forestier (Pseudonym). Ob allerdings junge Sänger heutiger Tage damit viel anfangen können, bleibt fraglich.
Nur ein Makel auf der Titelseite ist zu rügen: Der Falke und die Wellen sind in Rot falsch gefärbt.
Auf unserer Seidenfahne der Jungenschaft fliegt nämlich ein „Weißer Falk` auf grauem Feld“. Die roten Falken in der SPD konnten ja auch bei weitem nicht so gut singen wie wir. Das ist lange her.
Oss Kröher