Großartiges analoges Leben

Gleich sechs Wandergesellen auf der Walz und ein Pfadfinder schlugen gemeinsam Ende Februar in Wadersloh auf und erhielten in der Zimmerei Bühlbecker ein Dach über den Kopf. Anlass für B. Brüggenthies, für die Plattform „Mein Wandersloh“ einen Bericht darüber zu verfassen, was ein Leben auf der Walz ohne Smartphone, nur mit dem Nötigsten ausgestattet und mindestens 50 Km von der Heimat entfernt, bedeutet. Hier der Link zum Bericht.

Wie der Pfadfinder (bei dem es sich lustigerweise um ein Scouting-Redaktionsmitglied aus dem Pfadfinderbund Weltenbummler handelt) in die Gruppe Handwerksgesellen hineingeraten ist, lässt sich grob vereinfacht wie folgt zusammenfassen: Der Lebensstil von Pfadfindern und reisenden Handwerksgesellen (und -gesellinnen freilich auch!) ist durchaus kompatibel. Nicht selten werden „Walzende“ (sie selbst nennen sich „Fremde“) im Vorfeld großer Lager als helfende Bautrupps hinzugeladen oder wuppen „bündische“ Baustellen. Hierdurch ergeben sich auch persönliche Kontakte. Es ist gut vorstellbar, dass auf diese Weise auch Nachwuchs für das Handwerk gewonnen wird und dass dieser Nachwuchs dann auch besonders „Walzaffin“ sein dürfte.

Der Einstein, der im Bericht in Analogie zu den Namen der reisenden Gesellen (Vorname, Gewerk) als „Einstein Pfadfinder“ bezeichnet wird, hat nun leider das Pech, dass er seine Begeisterung für die Walz erst entdeckte, als er schon längst angestellter Ingenieur im Bahnbereich und viel zu alt war. Da war es nix mehr mit der Walz. Zu seinem großen Glück sind aber einige der reisenden Handwerksgesellen (und -gesellinnen) so freundlich, ihn bisweilen unter sich zu dulden und seinen Wissensdurst hinsichtlich ihrer Bräuche usw. zu stillen, die weit über das hinausgehen, was man auf Infozetteln wie diesem erfahren kann. Mutmaßlich stillt er im Gegenzug ihren Durst in anderen Hinsichten. Ich nehme an, dass es dafür einen Fachausdruck in der „Kundensprache“ der „Fremden“ gibt.

Beitragsbild: Archivaufnahme vom „ÜT“


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