Aufarbeitung DPSG

Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) initiiert einen umfassenden Aufarbeitungsprozess von sexualisierter und spiritualisierter Gewalt in ihrer Organisation und ruft alle Betroffenen sowie Zeitzeug*innen zur aktiven Beteiligung auf.

Die DPSG hat ein renommiertes Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Maschke, Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg (UMR), und Prof. Dr. Ludwig Stecher, Professur für Empirische Bildungsforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Justus-Liebig Universität Gießen (JLU), beauftragt, sexualisierte und spiritualisierte Gewalt in den Reihen der deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg aufzuarbeiten. Ziel ist es, die Gründe und Strukturen, die zu diesen Missständen geführt haben, zu identifizieren und Maßnahmen zur Prävention und für ein sichereres Umfeld für Kinder- und Jugendliche im Verbandskontext zu entwickeln. Wichtig ist dem Verband vor allem die Transparenz und Aufklärung, um langfristig einen konsequenten Schutz für alle Mitglieder ermöglichen zu können. Hierzu ist die Einbeziehung der Betroffenen entscheidend für einen tiefgreifenden Aufarbeitungsprozess. Der Verband will ihnen Raum für ihre Erfahrungen geben und sie eine aktive Rolle einnehmen lassen. Er legt großen Wert darauf, den individuellen Erfahrungen Gehör zu verschaffen und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Geschehnissen zu ermöglichen. Die Anonymität und Freiwilligkeit hat dabei Priorität.

Die Ergebnisse werden Ende 2025 erwartet und sollen öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Forschungsteam und die DPSG laden alle aktuellen und ehemaligen Mitglieder, die von sexualisierter oder spiritualisierter Gewalt direkt oder indirekt betroffen waren, ein, sich am Forschungsprojekt zu beteiligen.

Wer sich am Projekt beteiligen möchte, kann unter folgender Adresse AufarbeitungDPSG@erziehung.uni-giessen.de bzw. folgenden Telefonnummern Kontakt zum Forschungsteam aufnehmen:

Kati Schipmann, wiss. Mitarbeiterin
kati.schipmann@erziehung.uni-giessen.de
TELEFON: 0641 9924072, montags und dienstags von 9-13 Uhr, donnerstags 16-17 Uhr

Tim Heinmöller, wiss. Mitarbeiter
tim.heinmoeller@uni-marburg.de
TELEFON: unter 06421 2824739, mittwochs und freitags von 10-13 Uhr, und unter 0170 3808671 dienstags 16-17 Uhr

Auch postalisch ist das Team erreichbar: Prof. Dr. Sabine Maschke; Philipps-Universität Marburg; FB 21; D – 35032 Marburg, Bunsenstr. 3

Und es gibt auch die Möglichkeit, Erfahrungen anonym auf der datenschutzkonformen Onlineplattform des Projekts mitzuteilen

Der vollständige Aufruf des Forschungsteams ist hier zu finden
Hier geht es zum Stream

Weitere Informationen zum Aufarbeitungsprojekt der DPSG unter https://www.dpsg.de/de/verbandsleben/themen/kinder-und-jugendschutz/aufarbeitung

Über die DPSG

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (“ DPSG“) ist mit 80.000 aktiven Mitgliedern der größte Verband von Pfadfinderinnen in Deutschland, hat bundesweit etwa 1.400 Stämme (Ortsgruppen) und bildet zusammen mit vier weiteren Verbänden (BdP, PSG, VCP, BMPPD) den Ring deutscher Pfadfinderinnenverbände ( rdp). Dieser ist Mitglied der Weltpfadfinderinnenbewegung. Die DPSG ist ein Verband mit eigenständigem Erziehungsauftrag. Die sog. „Ordnung“ des Verbandes beschreibt Grundlagen, Auftrag und Ziele der DPSG. Als Leitbild gibt sie Orientierung, Anstöße und benennt Verpflichtungen – sie zeigt Chancen für jedes einzelne Mitglied und die Gruppen des Verbandes auf. Ziel ist, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Verband in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Sie sollen sich ihrer sozialen, emotionalen, spirituellen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten bewusst werden, diese weiterentwickeln und lernen, sie einzusetzen. Die DPSG ermöglicht ihnen, neue Erfahrungen zu machen. Dadurch eignen sie sich Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen an und lernen, diese innerhalb und außerhalb des Verbandes in Handeln umzusetzen. Auf Grundlage des Wertekanons der DPSG, der ein Zusammenspiel aus pfadfinderischen, gesellschaftlichen sowie christlichen Werten ist, bilden sich junge Menschen eine Meinung darüber, wie die Gesellschaft, in der sie leben, aussehen soll und setzen sich dafür aktiv ein. Sie lernen, als verantwortungsbewusste Bürgerinnen, als Christinnen sowie als Mitglieder ihrer lokalen, nationalen und weltweiten Gemeinschaften zu handeln sowie Verantwortung für andere zu übernehmen. Sie verstehen sich als Friedenspfadfinderinnen.


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