Zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren

Geboren wurde Astrid Anna Emilia Ericsson  am 14. November 1907 auf dem Hof Näs in

Astrid Lindgren als junge Frau.

Astrid Lindgren als junge Frau.

der Nähe des smaländischen Städtchens Vimmerby als zweites Kind des Pfarrhofpächters Samuel August und seiner Ehefrau Hanna Ericsson. Sie hatte einen älteren Bruder, Gunnar und zwei jüngere Schwestern, Stina und Ingegerd. Ihre Kindheit hat sie stets als besonders glücklich beschrieben.

„Gunnar, Astrid, Stina und Ingegerd, so hießen die Erikssonskinder auf Näs. Es war schön, dort Kind zu sein, und schön, Kind von Samuel August und Hanna zu sein. Warum war es schön? Darüber habe ich oft nachgedacht, und ich glaube, ich weiß es. Zweierlei hatten wir, das unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie gewesen ist – Geborgenheit und Freiheit.“Mit 18 Jahren wurde Astrid Lindgren, inzwischen Volontärin bei der Zeitung in Vimmerby, schwanger. Ein Skandal, denn den Vater des Kindes wollte sie nicht heiraten. Sie flüchtete nach Stockholm, bekam Sohn Lasse und wurde Sekretärin. Fünf Jahre darauf heiratete sie ihren Kollegen Sture Lindgren. 1934 kam Tochter Karin zur Welt, die Auslöser der schriftstellerischen Betätigung ihrer Mutter wurde. Denn als Karin im Alter von sieben Jahren krank im Bett lag, bat sie ihre Mutter darum, ihr von Pippi Langstrumpf zu erzählen. Ein Name, der ihr spontan eingefallen war.

Über ihr Wirken schreibt Lindgren selber: „Das einzige, was ich hier auf Erden zustande gebracht habe, sind eine Menge Einfälle, und es ist mir selber rätselhaft, wie man so unentwegt mit lauter, zum Teil überdies noch recht verschrobenen Einfällen leben und fast sterben kann.“

Der Schuppen von Michel aus Lönneberga ist heute ein Museum.

Der Schuppen von Michel aus Lönneberga ist heute ein Museum.

Die Helden ihrer Bücher lassen es an gutem Benehmen und Einmaleins mangeln, zeigen aber dabei, daß mutiges Handeln und ein gutes Herz mehr zählen. Alle ihre Werke haben eines gemeinsam: Die Forderung nach der freien Entfaltung und die eigene Welt der Kinder. Von pädagogischem Zeigefinger hielt Astrid Lindgren nichts. Dennoch hoffte sie, ein wenig zu einer menschenfreundlichen und lebensbejahenden Grundeinstellung der Kinder beitragen zu können. „Ich schreibe, um das Kind in mir selbst zu unterhalten, und hoffe, daß auf diese Weise auch andere Kinder ein wenig Spaß haben.“

Astrid Lindgren wäre dieses Jahr 100. Jahre alt geworden. Sie starb am 28. Januar 2002 in Stockholm. „Kinder sollten mehr spielen, als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist – dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird.“

Quelle: scouting 04-07

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