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Wandern auf Spuren des Grauens

Bei der Überschrift denkt man an Halloween, stimmt aber nicht. Auf Einladung des Fördervereins der Kaldauer Pfadfinder machte sich eine Gruppe von Interessierten auf den Weg, um in Erfahrung zu bringen, wie es möglich war, dass vor knapp 400 Jahren Menschen, vorwiegend Frauen, als Hexen denunziert, gefoltert und grausam getötet wurden. So Anna Katharina Spee, eine vermögende Frau mit vier Kindern, die in die Fänge des von weit her angereisten Hexenkommissar Dr. Jan Möden geriet. Heimatforscher Gerd Wachs führte die Wanderer ab der Alten Brauerei in Kasbach-Ohlenberg (Kreis Neuwied) durch den bunt gefärbten Herbstwald und berichtete unterwegs darüber, wie es dort im Jahre 1631 zuging. Anna Katharina Spee war damals eine von 18 Frauen und zwei Männern, die dem Verfolgungswahn zum Opfer fielen. Die Folgen der Pest und eine allgemeine Hungersnot waren offenbar der Anlass, Schuldige für diese Katastrophen zu suchen, aber sicherlich auch die Gier, sich auf solche Tribunale das Eigentum der Hingerichteten anzueignen. Der Heimatforscher schilderte detailgenau die Gerichtsverhandlungen und das Procedere, dass den Hinrichtungen vorausging. Er zeigte das noch erhaltene und heute noch bewohnte herrschaftliche Anwesen der Familie Spee, den Weg zur Hinrichtungsstätte und die Stätte ihres qualvollen Todes. In der Wallfahrtskirche in Bruchhausen, wo eine Grabplatte von Robert Spee, dem Ehemann der angeblichen Hexe, zu sehen ist, erinnerte Sopranistin Claudia Wachs mit schöner Solostimme an das Schicksal der zu Unrecht verfolgten Frauen und Männer des Jahres 1631. Hier zum Wikipediaeintrag zu Anna Katharina Spee.

Quelle: Nach Informationen der Stadtverwaltung Siegburg, online u.a. bei Focus 06.11.2017

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