„Wachsen in Sachsen“ – ein Pilotprojekt des BdP

Mit den Projekt „Wachsen in Sachsen“ des Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) sollen innerhalb von drei Jahren im Freistaat Sachsen unter professioneller Betreuung durch erfahrene Pfadfinder mindestens 5 neue Pfadfinderstämme entstehen. Die Initiatoren hoffen, mittelfristig über 400 und langfristig einer Vielzahl weiterer Kinder und Jugendlicher in Sachsen die Möglichkeit zu eröffnen, in einer offenen Gemeinschaft vielfältige und prägende Abenteuer zu erleben, sich auszuprobieren und in der Gruppe zu individuellen Persönlichkeiten heranzuwachsen. Zwei hauptamtliche „Gründungshelfer“ unterstützen das Pilotprojekt des BdP in Sachsen und suchen Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Pfadfindergruppe gründen möchten, bilden diese aus und begleiten die Gruppen, bis sie sich nachhaltig etabliert haben. So soll der Grundstein gelegt werden für solide und langfristige Pfadfinderarbeit in Sachsen.

„Die aktuelle Situation in Chemnitz zeigt, wie wichtig es offenbar gerade in Sachsen ist, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, zu weltoffenen, vorurteilsfreien und engagierten BürgerInnen des 21. Jahrhunderts heranzuwachsen. Das kann in Pfadfindergruppen geschehen“, so die Vorsitzende der Stiftung Pfadfinden des BdP, Karin Dittrich-Brauner. Pfadfinden leiste damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Gegen Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit setze die internationale Pfadfinder- und Pfadfinderinnen-Bewegung praktische Solidarität über nationale, kulturelle und sprachliche Barrieren hinweg. Die Stiftung Pfadfinden unterstützt das Pilotvorhaben in Sachsen finanziell und ideell und hilft, weitere Förderer zu gewinnen. Sie hat für das Projekt bereits 2017 den „Take Off Award“ des privaten Unternehmerverbunds „Vier Freunde“ erhalten, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Eine ähnliche Summe legt die Stiftung aus eigenen Mitteln hinzu.

Doch weitere Finanzhilfe ist erforderlich. Besonders anfällig für rechte Ideologie seien Jugendliche, da für sie kaum attraktive Freizeitangebote in Sachsen existierten, so die Verantwortlichen der BdP-Initiative auf ihrer neuen Webseite. Auch 28 Jahre nach der Wende gebe es noch keine ausreichenden jugendverbandlichen Strukturen in den neuen Bundesländern. „Durch eine zeitgemäße Kinder- und Jugendarbeit tragen wir zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bei. Wir sind frei von politischen Weltanschauungen und wollen eine demokratische, weltoffene Gesellschaft mitgestalten und mittragen“, heißt es dort. Aktuell hat der BdP in Sachsen Gruppen an fünf Standorten (Leipzig, Taucha, Dresden, Riesa und Bad Schandau). Eine der neuen Gruppen soll auch in Chemnitz entstehen, so die Initiatoren. Das Pilotprojekt soll in Sachsen nachhaltig verbandliche Strukturen aufbauen.Das Projekt wird hauptamtlich begleitet, ausgewertet und dokumentiert. Die gemachten Erfahrungen sollen nach Projektende auch anderen deutschen Pfadfinderverbänden zur Verfügung stehen.

Näheres unter www.wachseninsachsen.de oder bei Jessica Kieb (Kürbiss), kurb@wachseninsachsen.de.
Projekt-Pdf: Sachsen-PLan-Grafik-WebPDF

Arno merkt noch an:

Mit dem Projekt will der BdP LV Sachsen, der seit 3 Jahren im Wachstum begriffen ist (40% Wachstum in 2 Jahren und 2 Aufbaugruppen und 2 weitere in Planung), aber noch immer nur 250 Mitglieder umfasst, aktiv die Zivilgesellschaft in Sachsen stärken, mehr Jugendlichen Pfadfinden ermöglichen und sich selber zu einer nachhaltig wirkenden Größe entwickeln. Wir möchten, dass das Projekt weiterempfohlen wird, dass dafür gespendet wird und wir irgendwann mit einer hauptamtlichen Stelle (befristet) 5 Stämme dort gründen können, wo sie am dringensten benötigt werden …

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