Viel Wind um nichts oder heftiges Unwetter mit Starkregen?

Großeinsatz von DRK und Feuerwehr beim Lager der Baptistischen Pfadfinder

Jeder kennt wohl den alten Witz von dem alten Mütterchen, das gegen ihren Willen von dem Pfadfinder über die Straße geführt wird. So ähnlich werden sich wohl die Pfadfinder der BPS gefühlt haben, als ein Großaufgebot von DRK und Feuerwehr versuchte, ihr Bundeslager auf dem CVJM-Zeltplatz in Herbstein aus Sicherheitsgründen zu evakuieren.

Starker Regen hatte den Untergrund aufgeweicht, die ersten Häringe lockerten sich, der Wind drohte die Zelte abzureißen. Eine ganz normale Situation für Pfadfinder. Die Lagerleitung erkundigte sich telefonisch bei der Leitstelle Vogelsberg, ob technische Hilfe möglich wäre, um die Häringe sicherer im Boden zu verankern. Daraufhin rückten Feuerwehr und DRK sogleich mit Blaulicht und insgesamt 55 Einsatzkräften an und sondierten die Lage. Eine Zeitung berichtete anschließend, die 550 Kinder und Jugendlichen hätten wegen des heftigen Unwetters und des unzumutbaren Zustandes des Platzes in sichere Unterkünfte evakuiert werden müssen, auch seien 200 Wolldecken zum Einsatz gekommen. Sondereinsatztruppen, Bereitschaften und Gefahrenabwehrzentrale seien alarmiert worden. Die Eltern der Wölflinge und Pfadfinder aus ganz Deutschland waren aufgeschreckt, riefen in Herbstein an und befürchteten, ihre Sprößlinge seien durch die Wetterkapriolen in irgendeiner Gefahr.

Die Lagerleitung vor Ort dementierte den unzutreffenden Zeitungsbericht entschieden. Eine Evakuierung sei nicht notwendig gewesen und zudem nicht erfolgt. „Eigentlich suchte die Lagerleitung nur einen fachlichen Ratschlag – niemand hat die vielen ehrenamtlichen Rettungskräfte an einem Sonntag herausklingeln wollen“, sagte der Leiter des CVJM-Feriendorfes, Jörg Podlinski. Über die 200 Wolldecken freuten sich die zum Teil arg durchweichten Pfadfinder dennoch – ebenso wie über trockenes Holz von hilfsbereiten Bauern der Umgebung, dessen Zustellung die Hilfskräfte koordinierten. Nach einer Dreiviertelstunde hatten die Rettungskräfte wieder abrücken können.

Quelle: scouting 03-07

Spurbuchverlag - Pfadfinder und Jugendbewegung