TFF Rudolstadt: 1086 Künstler und neuer Besucherrekord

Mit einem neuem Besucherrekord von 87.300 Besuchern an vier Tagen ist am 06.7. das 24. Tanz- und Folkfest (TFF) in Rudolstadt zu Ende gegangen. Wieder ein Rekord, denn im Vorjahr wurden 85.500 Besucher gezählt. Auffällig sei 2014, so die Festivalleitung gestern, dass im Landkreis 1300 Dauerkarten mehr als im Vorjahr verkauft wurden – die Akzeptanz der Einheimischen habe zugenommen. Auch seien mehr Festivalbesucher als bislang bereits Donnerstag angereist, um die Programmvielfalt bestmöglich auszukosten. Das Wetter dafür – perfekt und fast niederschlagsfrei. Die Stimmung – ausgelassen, skandalfrei und heiter wie jedes Jahr. Und die Besucher – ebenfalls fast aus der ganzen Welt kommend, aufgeschlossen und neugierig, was beim TFF geboten wird. Und das war wieder allerhand. Angefangen von dem deutsch-tansanischen Gemeinschaftsprojekt „Safi Theatre & Circus Bombastico“ als buntes und lebensfrohes Kinderprogramm für die kleinsten Festivalbesucher.

Beim TFF mischt sich alles: Stile, Sprachen, Tänze, Kulturen, Straßenmusiker und große Formationen. Es gibt ruhige Auftritte, zum Beispiel von Monika Drasch &Band auf der Burg­terrasse mit traditioneller Volksmusik. Es gibt ausgelassene Stimmung, wenn Mexican Institue of Sound schnelle Beats, lateinamerikanische Percussion und spanischen Gesang mischt. Und es gibt Überraschendes, beispielsweise von dem angesagten DJ Mercan Dede, der die traditionelle Musik der drehenden Derwische in seinen elektronischen Versionen neu interpretiert. Auch Judith Holofernes begeistert mit kritischen Texten und eigenen Liedern jenseits von Wir sind Helden im Heinpark das Publikum.

Peter Rohland – Pitters Lieder

Letztes Jahr wäre er 80 geworden, vor 50 Jahren fand das erste der legendären Festivals auf Burg Waldeck statt – wir mussten uns für eine Jahreszahl entscheiden. Durch sein kurzes Leben – er wurde ja nur 33 Jahre alt – ist Peter Rohland nicht so in Erinnerung wie andere, die sich (später) um die Wiederbelebung des deutschen Volksliedes verdient gemacht haben. Dabei war er der erste, der die „demokratischen Lieder“ ausgrub, der erste, der jiddische Lieder sang, der erste, der die Lieder der Fahrenden popularisierte. Zudem hatte er, als er starb, eigentlich gerade erst angefangen, seinen Weg vom französischen Chanson (Villon, Brassens) zum deutschen Volkslied zu gehen. Den allerdings konsequent und sehr durchdacht: Durch Debattenbeiträge und Aufsätze gab er der Diskussion um das deutsche Volkslied viele Impulse, nicht zuletzt ja auch die eines Praktikers, die stark von der damals überwiegend vertretenen Lehrmeinung differierten.
Genau deshalb war ein besonderer Themenpunkt in diesem Jahr Peter Rohland und seinen Liedern gewidmet. Es gab nicht nur eine umfangreiche Ausstellung in den Säulensälen der Heidecksburg zum Thema „Peter Rohland und die Waldeck-Festivals“, sondern insgesamt wurden sechs Programmpunkte unterschiedlichster Art angeboten. Auf insgesamt 17 Seiten werden im Programmheft die Liedern Peter Rohlands, das Waldeck-Festival und die Hintergründe zur Jugendbewegung dargestellt. Beim Mitmachsingen stand das Repertoire von Peter Rohland im Mittelpunkt. Dem Sänger und Vorreiter des westdeutschen Waldeckfestivals der 1960er Jahre ist ein Themenschwerpunkt des diesjährigen TFF gewidmet. Und so machen sich auch Lambertz & Saam singend auf eine revolutionäre Landstreichertour!

Die bunte Mischung macht das Festival, das größte der Weltmusik in Deutschland, so einzigartig. Und dazu gehören auch die vielen Straßenkünstler wie DJuggledy aus Berlin mit seinen Diabolos oder der Engländer Andy Snatch, der nicht nur mit Jonglage, sondern ebenso mit schwarzen Humor und seiner Schlagfertigkeit punktet. Fast 60 von ihnen stehen bei TFF offiziell im Programm, doch die Zahl derer, die sich spontan dazugesellt, nimmt zu, schätzt auch Festivaldirektor Ulrich Doberenz ein. Spät Abends wurden gestern noch die Creole-Preisträger ausgezeichnet – das TFF-Publikum durfte sogar mitwählen.

Umfangreicher Artikel:
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