Urteil im Berliner Gerichtsprozess...

Der 31-jährige Vorsitzende von zwei Berliner Pfadfindervereinen, der wegen der Unterschlagung von 67.000 Euro in 540 Einzeltaten und dem illegalen Besitz von Pyrotechnik und einem Gewehr angeklagt war, wurde auf ein Jahr auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah 43 Fälle und einen Umfang von 8545 Euro sowie den Besitz des alten verosteten Gewehres als erwiesen an. Zu den juristischen Schwierigkeiten bei solchen Auseinandersetzungen siehe hier. SYMBOLbild: Bundeslager eines nicht-betroffenen Bundes (nämlich der EPSG). Quelle: B.Z.  25.07.2017 Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....

„Silk Road“-Gründer war Pfadfinder...

Pfadfinder (und auch Pfadfinderzeitschriften) weisen ja gerne und stolz auf all die (positiven) Berühmtheiten hin, die in ihrer Jugend bei den Pfadfindern waren. Ob nun Neil Armstrong oder David Beckham – Logisch, aufgrund des herausragenden Erziehungsgedankens der Pfadfinderbewegung können ja daraus ausschließlich famose Menschen erwachsen: Sie glänzen durch Durchsetzungsstärke, Ideenreichtum und oft auch durch internationale Vernetzung. All diese Eigenschaften dürften auch Ross Ulbricht, dem Gründer von „Silk Road“, einem Umschlagplatz für Drogen, gefälschte Pässe, Waffen und was sonst noch illegal ist, zugute gekommen sein. Und ja, auch er war in seiner Jugend Pfadfinder. Jetzt wurde er zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt. Findet er sich auf der Liste berühmter Pfadfinder? Lieber nicht. Quelle: u.a. Rheinische Post online 02.06.2015 Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Doch kein Pfiff aus dem Knast?

Der vor bereits einem Jahr zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung wegen Missbrauchs Schutzbefohlener verurteilte Ordensführer aus dem Autonomen Wandervogel hat Widerspruch gegen sein Urteil eingelegt. Nach einem für ihn erfolgreichen Revisionsverfahren am Bundesgerichtshof, der die Verjährung einiger Vorfälle festgestellt hat, muss sein Fall erneut verhandelt werden. Gestern war Prozessauftakt. Die weitere Verhandlung wurde auf den 4. November vertagt, da eines der Opfer in Erwägung zieht, sich mit einer Schmerzensgeldzahlung abfinden zu lassen. Das Gerichtsverfahren vor einem Jahr hatte eine ganze Lawine an Ermittlungsverfahren im personellen Umkreis der Balduinstein losgetreten, die ihrerseis noch nicht abgeschlossen sind. Zeugenaussagen ließen die Burg als Ort eines potentiellen „Pädo-Netzwerkes“ offenbar werden. Spekulativ ist, wie sich die vom BGH festgestellte Verjährung einiger Vorfälle und der eventuelle Rückzug eines der Opfer aus dem Verfahren auf das neue Urteil und das Strafmaß für Markus M. auswirken wird. Wohl eher zu seinen Gunsten. Quelle: BILD...

„Pädo-Netzwerk Balduinstein“: Weiteres Urteil gesprochen...

Am 5. Juni wurde ein weiteres Urteil wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige, die sich zu einem großen Teil auf der Jugendburg Balduinstein ereigneten, gesprochen. Der 54-jährige Angeklagte, bekannt unter dem Fahrtennamen eines ebenfalls einschlägig bekannten römischen Kaisers, war langjähriges und engagiertes Mitglied des Bildungswerkes, dem die Burg gehört und Gründungsmitglied des Autonomen Wandervogels, der sich sehr regelmäßig auf der Burg aufhielt. Er war zunächst wegen 27 Übergriffen, davon 24 Fällen des Kindesmissbrauchs, angeklagt. Da sich aber nicht sicher beweisen ließ, dass das/die Opfer zum Tatzeitpunkt noch unter 13 Jahren alt war, konnte der Tatbestand des Missbrauchs aufgrund Verjährung nicht dingfest gemacht werden. Letztlich wurde er wegen dreier nachgewiesener Übergriffe verurteilt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Als Bewährungsauflage hat er drei Beratungsgespräche bei der psychiatrischen Ambulanz in Trier wahrzunehmen, um seine weitere Therapiebedürftigkeit abzuklären, zudem zahlt er jeweils eine niedrige vierstellige Summe an Schmerzensgeld an die beiden Opfer. Wieder deuteten die Schilderungen und Aussagen der Beteiligten darauf hin, dass auf der Jugendburg Balduinstein über Jahre hinweg eine Art von pädophilem Netzwerk existiert hatte, in dessen Rahmen die Täter frei agieren konnten und Zugriff auf die Jungen erhielten. Bereits im vergangenen Jahr verurteilt wurde ein 37-jähriger Ordensführer (und ebenfalls Gründungsmitglied) des Autonomen Wandervogels. Dieser wurde wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Die Zeugenaussagen im damaligen Prozess hatten die Ermittlungen gegen weitere Mittäter des Netzwerkes Balduinstein ins Rollen gebracht. Gegen vier weitere Personen, teilweise Wandervögel, teilweise Mitglieder im Bildungswerk Balduinstein, wird derzeit noch ermittelt. Der jetzt Verurteilte war zudem tätig im Filmteam des ursprünglich geplanten Filmes zur heutigen Jugendbewegung „Fürsten in Lumpen und Loden“. Das Projekt wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe unmittelbar abgebrochen. Quelle: Rhein-Zeitung 06.06.2014...

Strafzahlung für die BSA

Die Boy Scouts of America sind in einem Fall von sexuellem Missbrauch zur Zahlung von umgerechnet 13,9 Millionen Euro verurteilt worden. Das Opfer war in den 1980ern fünfmal von seinem Pfadfinderleiter missbraucht worden und ist bis heute traumatisiert. Mit der Rekordstrafe soll nach Einschätzung amerikanischer Medien die jahrelange Politik des Wegschauens und Vertuschens von Missbrauchsfällen bei den Boy Scouts of America bestraft werden. Quelle: scouting...