Nachruf auf „Hund“ Wolfgang Lauinger Feb14

Nachruf auf „Hund“ Wolfgang Lauinger...

Bereits in der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember entschlief „Hund“, Wolfgang Lauinger, im Alter von 99 Jahren in Frankfurt. Hund, Jahrgang 1918,  hatte unter den Nationalsozialisten unter schweren Repressalien aufgrund seiner Herkunft (Sohn eines jüdischen Vaters) und seiner homosexuellen Orientierung zu leiden gehabt. Während der Verbotszeit gehörte er zur illegalen Nerother Gruppe der Pacchanten unter Paul Leser sowie zur Swingjugend. Hund war ein Jugendfreund des bekannten Berry, Herbert Westenburger. Auch nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus war für ihn die Verfolgung nicht zu Ende: 1950 wurde er wegen eines vermuteten Verstoßes gegen den § 175 erneut inhaftiert. Hund war Mitbegründer des Freien Bildungswerkes Balduinstein und lebte bis ins Alter von 94 Jahren im Ort Balduinstein selbst. Erst dann siedelte er in ein Pflegeheim in Frankfurt um. Seit den 1990er Jahren wurde Hund für sein gesellschaftliches Engagement mehrfach geehrt. Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Balduinstein ernannte ihn am 13.06.2005 einstimmig zum Ehrenbürger der Ortsgemeinde Balduinstein. „Diese Würdigung ist Ausdruck der Dankbarkeit und Anerkennung, die sich Herr Lauinger durch sein Engagement zur Nutzung des Burgsaales und der Restaurierung der Burg Balduinstein erworben hat.“ Am 28.11.2008 wurde ihm durch Staatssekretär Roger Lewentz das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die Ablehnung eines Entschädigungsantrags für die 1950/51 erlittene Untersuchungshaft kurz vor Lauingers Tod 2017 wurde in Medien und Politik auf nationaler Ebene kritisiert. Der letzte Wunsch von Hund war es, in Balduinstein beigesetzt zu werden. Auf seinem letzten Weg vom Burgsaal der Ruine Balduinstein zum jüdischen Friedhof im Ortsteil Hausen begleiteten ihn Angehörige und Freunde.  Beigesetzt wurde er unter der großen Eiche auf dem alten Friedhof am Waldrand hoch über der Lahn in einem schlichten Holzsarg. Er wurde nach jüdischem Ritus eingebettet. Rabbiner Andrew Steinmann gedachte des 99-Jährigen, sprach und sang...

Nachruf auf Dietrich „Dirk“ Hespers Feb05

Nachruf auf Dietrich „Dirk“ Hespers...

Im Alter von 86 Jahren ist der Schriftsteller, Dichter und Liedschöpfer Dirk Hespers („Trampt durch Länder, Kontinente“) am 31. Januar verstorben. Geboren war er am 21. Februar 1931 in Mönchengladbach, seine Kindheit verlebte er jedoch in der niederländisch/belgischen Emigration. 1942 wurden seine Eltern in Antwerpen durch die Gestapo verhaftet. Dirk Hespers wurde von der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt zwangsrückgeführt nach Mänchengladbach, der Vater Theo Hespers, ein katholischer Widerstandskämper, durch die Gestapo 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.  Nach dem Ende des Krieges war es Dirk Hespers endlich möglich, Deutschland, welches er als Gefängnis empfand, zu verlassen. Beeinflusst durch die Bündische Jugend begab er sich für mehrere Jahre auf „große Fahrt“, die ihn durch ganz Europa und den Nahen Osten führte. Er gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur Deutschen Jungenschaft unter Michael Jovy. 1950 gründeteDirk Hespers jedoch zusammen mit Turi (Kurt Kremers) den Piratenorden im Nerother Wandervogel. Nach Abitur am Abendgymnasium in Düsseldorf studierte er Pädagogik und war bis zur Pensionierung als Lehrer tätig. Besonderse verbunden fühlte sich Dirk Hespers der Folklore. Unter der Bezeichnung: „Dirk & Makkers“ trat Dirk Hespers, in unterschiedlicher Besetzung überregional öffentlich als Barde und Bänkelsänger auf, bis 2000 auch auf Mundartveranstaltungen. Zahlreiche Mundartlieder hat Dirk Hespers getextet und vertont, Liederbücher herausgegeben und im Eigenverlag „Vive le Geuse“ gedruckt. Hierfür erhielt er den Rheintaler verliehen. Zudem war er  stellvertretender Vorsitzender der Theo Hespers Stiftung, welche sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Neo-Faschismus, Fremden- feindlichkeit, Hass und Gewalt einsetzt. Seine Tocher schrieb: „Heute Nacht hat mein Vater Dietrich Hespers, der Sohn des Widerstandskämpfers Theo Hespers, seine letzte große Reise angetreten. Oder wie man in seinen bündischen Kreisen sagt: die letzte große Fahrt. Er war ein ebenso unterhaltsamer wie streitbarer Mensch. Ein wacher Geist. Unbequem, unangepasst, provokant – aber eben auch ein großer und großartiger Erzähler, ein...

Heinz Hoffmann bei einem Lager in Gleusdorf...

Der soeben verstorbene Landesfeldmeister Heinz Hoffmann (links) mit Pater Lederer (Mitte) auf einem Lager in...

Nachruf auf Heinz Hofmann Sep27

Nachruf auf Heinz Hofmann

Heinz Hofmann, zweiter Landesfeldmeister der Pfadfinder St. Georg (DPSG) der Diözese Würzburg 1949-1953, starb am 11. September im Alter von 94 Jahren. „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Glauben bewahrt, im übrigen harrt meiner die Gnade des himmlischen Vaters“, heißt es in seiner Traueranzeige. Bis zuletzt war er über die Pfadfinder gut informiert. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....

Nachruf auf „mac“ Erik Martin Apr28

Nachruf auf „mac“ Erik Martin...

Im Alter von 81 Jahren verstarb am Dienstag, 25. April 2017  „mac“ Erik Martin. Bekannt geworden war er – neben seinem literarischem Schaffen – durch die von ihm verfassten Lieder (darunter der Evergreen „Wenn der Abend naht“). Geboren wurde er am 12. Januar 1936 in Neuss und verbrachte seine Kindheit in Kaldenkirchen. Nach Schuljahren in Bad Godesberg und in Kempen, jeweils an Internaten, studierte er in Aachen und war lange Zeit als Deutsch- und Biologielehrer in Viersen tätig. Als Liedermacher für seine eigenen, zunächst autonomen Horten und später für die Viersener Waldjugend verfasste er zahlreiche Fahrtenlieder, die weite Verbreitung erfuhren und weiterhin erfahren. Die Jahresschrift „Muschelhaufen“ für Literatur und Grafik (sie stellte ihr Erscheinen leider in 2007 ein) wurde von Mac seit 1969/70 mit einer zwölfjährigen Unterbrechung herausgegeben. Für seine Verdienste um den Naturschutz sowie sein Jugendbuch „Fjellwanderung“ erhielt Mac im Jahr 1997 den Klaus-Gundelach-Preis der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Waldjugend schreibt zum Ableben von Mac: „Gute Nacht, ihr wilden Vögel ich gehe jetzt zur Ruh und euer Flügelschlagen sei mir ein Lied dazu.“ Text: Thomas Brasch […] Die Waldjugend trauert mit dem Horst Viersen und seiner Familie um den Verlust. Wir sind dankbar, jemanden in unseren Reihen gehabt zu haben, der sich mit seinem ganzen Herzen dem bündischen Leben und unserem Musikgut verschrieben hat. mac war und ist eine Inspiration für viele von uns. Nähere Informationen zur Beisetzung stehen noch nicht fest. Wir werden euch rechtzeitig informieren, in welchem Umfang die Waldjugend daran teilnimmt. Ein ausführlicher Nachruf wird in der nächsten „die info“ erscheinen.“ Bildnachweis: Sverrrir Mirdsson, Wikipedia creative commons Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...