Lese ich da „Jurte“?

in unserer heutigen, vernetzten Welt mit den 1000+ Informationen die ständig auf einen einbrechen muss man selektiv lesen. Man scrollt durch die Tweets oder den Facebook-feed und schaut was einen interessiert, einem ins Auge sticht um dann auf einen weiterfolgenden Link zu lesen. Ist man in der Pfadfinderei oder Bündischen Jugend verwurzelt dann horcht man bei so Stichwörtern wie „Jurte“ auf. Immerhin sind außerhalb des Schwarzzeltvolkes Jurten weniger verbreitet (zumindest in der westlichen Welt). Umso erstaunter sah ich diesen Tweet von einem großen deutschen Magazin: Quelle: twitter von Spiegel Online Ganz im Sinne des Marketings ist die Neugierde geweckt und ich klicke auf den Link. Worum geht es in dem Artikel? Um Wandervögel, Pfadfinder oder andere Jugendgruppen, die als Ausgleich auf Fahrt gehen? Es kommt jedoch ganz anders. Der Titel liest sich plötzlich: „Luxus-Einsiedler: Daheim in der Highend-Hütte“ … das habe ich nicht erwartet. Die Jurte wie sie für uns auf Lagern als Heimat und Treffpunkt für die Gruppe dient wird hier für den einleitenden Satz verwendet, die auf die neuste Trend-Welle des Urlaubs zu erklären: Hütten als Ferienhäuser weit ab vom Schuss. Danach wird sie nicht mehr erwähnt, übrigens auch nicht was es eigentlich mit Jurten auf sich hat oder wer sie benutzt. Trotzdem lässt mich der erste Satz vermuten, dass die Autorin selbst Erfahrungen mit „unseren“ Jurten gemacht hat. Interessant ist dieser Urlaubstrend, der allerdings ähnlich wie  „Glamping“ (Glamour Camping) mir nur ein amüsiertes Lächeln entlockt. Und die Moral von der Geschichte? Ein weiteres mal wurde etwas entdeckt, dass schon vielen in der bündischen und pfadfinderischen Szene bekannt ist und in Deutschland kaum umzusetzen für Privatleute (und ich bin auf den Spiegel herein gefallen)...

Baunacher Pfadfinder beim Weihnachtsmarkt 2014...

Jedes Jahr am zweiten Adventswochenende findet in Baunach (bei Bamberg) ein Weihnachtsmarkt statt. Wie jedes Jahr waren auch diesmal die Pfadfinder dabei, wie schon in den gut 40 Jahren davor. Immerhin hatten die Mitglieder des Stammes damals den Weihnachtsmarkt mitbegründet. In der Mitte des Marktes steht eine Jurtenburg in der nicht nur ein gemütliches Feuer brennt, sondern auch Kaffee und Kuchen verkauft werden. Außerhalb der Jurte gab es eine Losbude mit bunt verpackten Lospreisen. Mehr Bilder gibt es hier:...

Nur den Winter verbringt die Heilerin im Haus...

Da staunen selbst Pfadfinder: Seit vier Jahren verbringt die Mittfünfzigerin Barbara Greiner-Bechert das vollständige Sommerhalbjahr in Lauscha in einer handelsüblichen Pfadfinder-Jurte. Nur im Winter ist sie wegen der Witterung gezwungen, in einem Haus von Freunden unterzukommen. Die ehemalige Direktorin für Außenwirtschaft und Absatz wandte sich vor einigen Jahren der alternativen Medizin zu. Beginnend mit Qi-Gong über Akupressur bis zur Tuina-Anmo-Massage, einer Technik aus der TCM, belegte sie über 20 Kurse und bezeichnet sich heute als seelische Lebensberaterin. In der Jurte fühlt sich Barbara Greiner-Bechert wohl. Was anderen Angst mache, nämlich allein in der freien Natur zu leben, macht sie nach eigenem Bekunden stark. „Dazu gehört, dass man mit sich und seiner Umwelt im Reinen ist. Und bis dahin ist es ein Stück Arbeit, um die Erkenntnis zu gewinnen, dass das für einen selbst das Richtige, Wahre und Einzige ist, um zufrieden zu sein“, sagt Barbara Greiner-Bechert, die am liebsten barfuß geht. Sie gibt gern ihre Überzeugung weiter, dass Oberflächlichkeit, Schönheit, Reichtum und viele anderen Dinge der zivilisierten Welt nicht das sind, was sich die Menschen insgeheim erhoffen und wünschen. „Bei mir merken die Leute, wie sie unter Druck stehen und das nicht ausleben können, was sie vom Inneren her in Wirklichkeit möchten“, erklärt sie. „Das habe ich gefunden und bin dankbar dafür, dass ich in dieser Richtung weitergemacht habe. Anders denken ist ein Prozess, über den man nicht sagen kann, wie lange er dauert. Das ist eine Entwicklung“, so das Statement der Aussteigerin in einem Zeitungsinterview für „Freies Wort“. Für Freunde und Gäste steht neben ihrer Jurte übrigens eine Kohte – als Gästezimmer sozusagen. Quelle: scouting...

Die Jurte stammt aus der Mongolei...

Es zählt zum Allgemeinwissen unter Pfadfindern, dass die Jurte aus der Mongolei stammt. Doch darüber hinaus reicht unser Wissen zumeist nicht, weder die Jurte, noch die Mongolei betreffend. Im Rahmen der Initiative „Schafft zwei, drei, viele Jurten“ für der Autor Kai Ehlers des vorgestellten Buches im Februar 2005 nach Ulaanbaatar, führte Gespräche mit der Ethno-Pädagogin  Prof. Dr. Dorjpagma Sharav und dem Veterinärmediziner Dr. Ganbold Dagvadorj, sammelte Geschichte und Geschichten zur Entstehung der Jurte, ihrer praktischen Verwendung und ihrer Zukunftsoptionen in einem Land des Umbruchs. „Über die Grenzen der Mongolei hinaus ist die Jurte ein Symbol dafür, dass man anders leben kann, als die urbanen Zentren der Industriegesellschaft dies heute vorgeben. Zumindest stellt sie eine Herausforderung dar, andere Wege der Modernisierung zu suchen, als die des bloßen technischen Wachstums.“ Nach der Lektüre ist die Jurte weitaus mehr als „nur ein Zelt“ und es erscheint als pure Gedankenlosigkeit, sich nicht schon viel eher um ihren bereichenden Kontext bemüht zu haben, denn „Rund scheint so oder so die Urform des Lebens zu sein.“ Kai Ehlers Die Zukunft der Jurte – Kulturkampf in der Mongolei? 220 Seiten Abb. s/w ISBN 3-938396-01-6 R. Mankau Verlag 14,95...

Schwarzzelte

Gemeinsam raus ins Abenteuer – genauer gesagt auf die grüne Wiese – ging die DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) Velen. Das Vorstandsteam, Agnes und Michael Storcks, sowie Jürgen und Martina Thesing hatten von Freitag bis Sonntag zum „Schwarzzelt-Wettbewerb“ zwischen Velen und Ramsdorf eingeladen. Die Jugendlichen sollten durch Anleitung, aber auch eigene Ideen sehen, was aus schwarzen Zelten zu bauen möglich ist. Die Jurten und Kothen wurden von der Diözese Münster zur Verfügung gestellt. Quelle: scouting...