So richtig nass geworden

Wenn der Ex-Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes in seiner Eifeler Mundart jemanden als „sickenass“ bezeichnet, dann bedeutet dies, dass demjenigen das Glück eines ausdauernden Regenschauers beschehrt wurde, der ihn bis auf die Haut durchnässte. In diesem Fall traf es junge Pfadfinder von der DPSG aus Berlin, die auf Hajk in der Eifel in mehreren Kleingruppen unterwegs waren. Gemeinsamer Treffpunkt wäre an diesem Tag Wolfgarten gewesen, doch die Truppe, die beim DRK vorstellig wurde, war eben so „sickenass“, dass die DRKler, die gerade mit Renovierungsarbeiten an ihrem Transit befasst waren, diese nicht nur trocken unterbrachten, sondern zudem auch die beiden übrigen Gruppen einsammelten – mit ihrem geländegängigen Quad. Die eine trafen sie am vorab vereinbarten Treffpunkt an, die andere Gruppe hatte sich etwas verlaufen (bis zur Urftstaumauer), wurde dann aber auch noch gefunden. Die drei Jungpfadfindergruppen aus Berlin hatten im Anschluss an das Verbandstreffen in Westernohe noch einige Tage angehängt, um in Sippengröße die Eifel zu erkunden. Die Übernachtungen erfolgten jeweils gemeinsam. Für die Wanderungen hingegen bekam jede der drei Gruppen dann eine Karte und einen Kompass in die Hand und hatte sich selbst zu orientieren. Ein Notfallhandy war selbstverständlich in einem versiegelten Umschlag griffbereit. Nachdem sie sich mit Hilfe des DRK tüchtig zum Trocknen „auf die Leine gehängt“ hatten, führte sie ihr Weg am folgenden Tag weiter nach Heimbach und von dort zurück mit günstigen Regionalzügen in die Heimat zurück. Witzig: Google Maps für Fußgänger besagt, dass die Tagesstrecke der Pfadfinder zwischen Gemünd und Wolfgarten ganze drei Kilometer lang ist und in 33 Minuten zu bewältigen. Junge, das muss ja wie aus Eimern geschüttet haben. Quelle: Kölnische Rundschau 15.08.2014 Bildnachweis: wikipedia...

Gefährliche Waldwege im Harz

Für einen Aufreger sorgte ein Bericht in der Ostthüringer Zeitung, in welchem ein Leser sein Erlebnis mit einer Gruppe junger belgischer Pfadfinder schilderte. Diese befanden sich offenbar auf Wanderung im Harz und hatten Schwierigkeiten mit der Verständigung. Die Jungpfadfinder wollten mit ihrer etwa 14jährigen Leiterin zu Fuß von Ilfeld über den Poppenbergturm nach Sophienhof wandern. Dieses Ziel erreichten sie auch offenbar problemlos, wussten dann aber scheinbar nicht weiter. Auch mehrmalige Telefonate mit ihrer Basissation führten offenbar nicht dazu, dass sie effektiv versorgt wurden, wusste der Leser zu berichten. Stattdessen wären sie schließlich kurzerhand von der Hotelbesitzerin selbst untergebracht und versorgt worden. Unterlegt man die dramatische Schilderung mit eigenem Wissen über das übliche Pfadfinderverhalten, so stellt man fest, dasss die beglischen Pfadfinder es auf ihrem Haik ofensichtlich erfolgreich geschafft haben, kostenlos mit alle Mann in einem Hotel versorgt zu werden. Aber ein unbedarfter Beobachter kann ja nicht wissen, wie gern Pfadfinder sich helfen lassen. Oft ist es bei belgischen Pfadfindern üblich, dass sie bei Wanderungen von einem Versorgungsauto begleitet werden, welches die benötigte Infrastruktur, also Zelte und Küche als Vorauskommando am Zielort errichtet. Vielleicht fand das Vorauskommando in diesem Fall nicht erfolgreich bzw. rechtzeitig mit der Gruppe zusammen. Der Verfasser eines Online-Kommentares zum Artikel erregte sich zusätzlich, er sei froh, das das nicht seine Enkel seien, auf den einsamen Waldwegen könnte doch alles Mögliche passieren. Ja, der wilde Harz wird offensichtlich unterschätzt. Die Fähigkeit von Pfadfindern, mit Problemchen entsprechend routiniert umzugehen, aber auch. In Ostthüringen scheint im Sommer ja recht wenig los zu sein, wenn es diese eine Pfadfindergruppe aus Belgien gleich mehrere Tage nacheinander in die Berichterstattung geschafft hat. Meine eigene Gruppe wurde vor einigen wenigen Jahren in Sachsen bei Starkregen ernsthaft gefragt, ob wir eine Strafmaßnahme oder Bewährungsmaßnahme für auffällige Jugendliche seien. Grund...

Sommerhajk am Lago Maggiore

Ein Hauch von Badeurlaub, wenn die Wellen des Sees an die steinigen Ufer schwappen. Doch voller Erfurcht blicken wir hinauf zu den Gipfeln rund um den See, denn nach ihnen steht uns der Sinn. Das ging ja gut los…. So hat schon einmal ein Fahrtenbericht begonnen. Irgendwie scheint es jedes Mal, als würde bereits zu Beginn der Fahrt alles schief laufen. Aber was wäre eine Pfadfinderfahrt ohne Pannen und Improvisation. Wobei, halt! Das Schlamassel kam erst später. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir in die Fränkische Schweiz aufgebrochen. Unsere Wölflinge und Pfadfinder waren bereits seit einer knappen Woche auf Fahrt und warteten auf uns, um mit uns das Lager ausklingen zu lassen. Kanu fahren, eine Tropfsteinhöhle erforschen, das Walberla besteigen oder eine Lagerolympiade ließen die Woche wie im Fluge vergehen. Für uns Rover verkürzte ein Abstecher auf die Minigolfbahn mit den Rovern der Säbelzahntiger den Nachmittag, bis es Abends zur feierlichen Halstuchverleihung und dem bunten Abend ging. Am äußersten Punkt der Landzunge loderte das Feuer, in dessen Schein unsere „neuen“ ihr Versprechen ablegten. Es war eine lauschige Vollmondnacht.  Das Feuer knisterte und zum Klang von Fahrtenliedern konnten wir dem Schauspiel der Mondfinsternis beiwohnen. Noch lange saßen wir am Feuer. Die einen ließen ihr Lager in Gedanken noch ausklingen, doch wir starteten gedanklich schon in unseren Sommerhajk. Früh am Morgen Trubel! Wild wuselten unsere Jungs über den Zeltplatz. Ist das Zelt trocken? Wem gehören die Koschiteile, die dort noch im Zelt liegen? Allgemeine Aufbruchsstimmung. Erst als alle in den Autos saßen, sich auf den Weg zum Bahnhof machten und verabschiedet hatten, kehrte wieder Ruhe auf dem Zeltplatz ein. Zu uns hatten sich nun auch unsere Meutenführer gesellt, die mit uns in das Tessin fahren wollten. Ja, und da war es wieder. Das Schlamassel, mit dem die...