Man kann nicht nicht kommunizieren...

Eine der grundsätzlichen Regeln der Kommunikation lautet, dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren. Auch wer schweigt, sagt etwas aus. Und wenn der Vorstand des Freien Bildungswerks Balduinstein e.V. auf eine Presseanfrage reagiert, indem er schreibt: „nachdem wir zwischenzeitlich Deine letzten Beiträge auf scouting.de gelesen haben, beantworten wir Deine (Presse-) Fragen explizit nicht“, dann ist das auch eine Antwort. Es ist ja sowieso ein Crux der Berichterstattung. Stellt man Anfragen (egal, wie harmlos sie sind!) kommen 5% direkt retour, weil die auf Homepages angegebenen Kontaktinformation nicht aktuell sind. Von den übrigen Adressaten antworten 80% überhaupt nicht, 10% versprechen, etwas zu schicken, aber vergessen es dann und nur 5% reagieren tatsächlich. Ausnahme: Bünde mit professioneller Presseabteilung. Was aber aber immer klappt, ist etwas zu veröffentlichen und dann dafür kritisiert zu werden – und zwar völlig unabhängig davon, ob man zuvor explizit um Mitwirkung gebeten hatte (die nicht erfolgte) oder nicht. Es heißt dann stets „Warum hast du denn nicht vorher gefragt?“ Schwamm drüber. Ich hatte den Vorstand der Balduinstein folgendes gefragt: Trifft es zu, dass XXX immer noch Burgvogt ist (auf der Homepage wird er ja nicht mehr als Kontakt genannt, soweit ich sehen konnte)? Wenn er nicht mehr Burgvogt ist, seit wann ist er es nicht mehr? Warum ist er es nicht mehr – ist er selbst zurückgetreten oder wurde er seines Amtes enthoben (dauerhaft oder zeitlich begrenzt?) Wer hat seine Aufgaben übernommen? Lebt XXX noch auf der Burg, kann man ihn dort antreffen oder hat er (derzeit) Hausverbot? Aus der Antwort des Vorstandes der Balduinstein kann man zwar schließen, dass sie sauer auf mich sind (womöglich wegen meiner 1-April-Meldung – haha. Witzig, sagt das Känguru), aber nicht, dass XXX tatsächlich noch auf der Burg weilt. Ich halte es theoretisch für möglich, dass der...

Balduinstein? Kann weg. Muss weg....

Der Pfadfinder-Treffpunkt hat ein deutliches Zeichen gegen die absolut unzulängliche Aufarbeitung und Distanzierung der Jugendburg Balduinstein hinsichtlich der mit ihr eng verknüpften Missbrauchsfälle gesetzt. Die Jugendburg Balduinstein wurde aus dem PT-Verzeichnis aller bündischen Begegnungsstätten gelöscht, gleiches wurde dem Autonomen Wandervogel zuteil. Letzerer besteht noch in Form einiger Personen, die weiter treu zu dem verurteilen Sexualstraftäter aus ihren Reihen stehen. Dem Trägerverein der Balduinstein wird vorgeworfen, seine Erklärungen zu den  Missbrauchsfällen seien reine Lippenbekenntnisse, solange Personen, die in den abgeschlossenen beiden Verfahren bereits als Täter „geoutet“ wurden, weiterhin in prägnanter Position auf der Burg tätig seien. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

System Balduinstein

Ich brauche keine Zusendungen ohne Absender oder unter Pseudonym in meinem Briefkasten, um mich als erfolgreiche Journalistin zu fühlen. Trotzdem hat es natürlich etwas von einem Krimi an sich, wenn das geschieht. So wie gestern. 22 gedruckte Seiten umfasst die insgesamt solide recherchierte Zusammenfassung unter der oben genannten Überschrift, verfasst von Hendrick Busman aus Kevelaer. Google sagt, der sei 1649 gestorben. Mein journalistischer Instinkt sagt, dass dieser eher modern angehauchte und eher weniger selbst aktiv singende Pfadfinder, der möglicherweise vom Niederrhein stammt und dem Bündischen eher etwas skeptisch gegenübersteht, durchaus noch lebt, aber wohl unter einem anderen Namen. Das, was er (Hendrick) da zusammengestellt hat, schlägt einen weiten Bogen von historischen Personen, dem jugendbewegten Reformpädagogen Gustav Wyneken (wegen sexuellen Missbrauchs von Schülern mit Gefängnisstrafe belegt), Hans Blüher (Wandervogel und „Erfinder“ des „bündischen Eros“ – also der pseudo-verklärten „Liebe“ zwischen Führer und Anvertrautem – heute würde man das Missbrauch von Schutzbefohlenen nennen) und Alfred Schmid (der ebenfalls sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gegenüber aufgeschlossen war) über die von ihnen beeinflussten oder gegründeten Gruppen, Verlage und damit verbandelten Personen durch mehrere Jahrzehnte hindurch bis zum heutigen Tage. Der Autor belegt damit aus seiner Sicht „40 Jahre Kontinuität von Liedgesang, Glaubensüberzeugung und pädosexuellem Tatablauf“. So reicht eine  der (zahlreichen) ausgearbeiteten Kontinuitäten von Alfred Schmid über das von ihm gegründete Graue Corps weiter zur grauen jungenschaft, von dort zu heutigen Tätern und/sowie Gründern des freien Bildungswerkes Balduinstein oder auch dem Falado e.V. Die Quellen, auf die sich Hendrick bezieht, sind alle frei zugänglich. Es ist also nichts enthalten, das jemandem, der sich mit der Thematik befassen will, unbekannt wäre oder bliebe. Und an gewissen Punkten geht es mir dann persönlich doch noch etwas zu sehr in den „Kontaktschuldbereich“, wenn beispielsweise ein Übergriff in einer Hütte in Österreich (ohne das...

Distanzierung durch Namensänderung...

Wie die bisherige Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis mitteilte, haben sie auf ihrem Thing Ende September die Umbenennung ihrer Gemeinschaft in „Befreundete Stämme Christlicher Pfadfinder (BSCP)“ beschlossen. Damit wollen sie ein deutliches Zeichen gegen die Missbrauchs-Skandale auf der Burg und im Umfeld des freien Bildungswerkes Balduinstein setzen. In der Verlautbarung von dem Vorsitzenden der BSCP heißt es: „Nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Verbindung mit dem Namen „Balduinstein“ kam in dem „Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis (CP-BSK)“ sehr schnell die Frage auf, ob man den eigenen Namen ändern solle, um nicht den falschen Verdacht zu befördern, dass der CP-BSK zur Burg Balduinstein gehöre. In dem sich anschließenden Prozess der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und den Grundlagen unserer Gemeinschaft war sehr schnell klar, dass die Verbindung zur Burg Balduinstein vor allem durch die Tatsache begründet wurde, dass das erste Führertreffen 1988 auf der Burg Balduinstein stattfand und sich hierauf der Name für unseren Kreis gründete. Außer dass wir uns in 26 Jahren vier Mal auf der Burg trafen, ein Mitglied des BSK dort seinen Zivildienst ableistete und die Burg als historisches Gemäuer einen schönen Rahmen für Treffen bildet, hatten und haben wir keine besondere Bindung zur Burg Balduinstein. Auf dem diesjährigen Thing am 21.09.2014 wurde deshalb beschlossen den Namen „Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis“ abzulegen und sich fortan „Befreundete Stämme Christlicher Pfadfinder (BSCP)“ zu nennen. Wir verurteilen ausdrücklich jede Form von Missbrauch an Menschen, sei sie sexueller, politischer oder sonstiger Natur. Wir wollen dazu beitragen, Missbrauch vorzubeugen, ihn aufzudecken und durch unsere Arbeit in den einzelnen Gruppen eine Kultur des gegenseitigen Achtens zu verwirklichen.“ Quelle: Pfadfinder-Treffpunkt...

Doch kein Pfiff aus dem Knast?

Der vor bereits einem Jahr zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung wegen Missbrauchs Schutzbefohlener verurteilte Ordensführer aus dem Autonomen Wandervogel hat Widerspruch gegen sein Urteil eingelegt. Nach einem für ihn erfolgreichen Revisionsverfahren am Bundesgerichtshof, der die Verjährung einiger Vorfälle festgestellt hat, muss sein Fall erneut verhandelt werden. Gestern war Prozessauftakt. Die weitere Verhandlung wurde auf den 4. November vertagt, da eines der Opfer in Erwägung zieht, sich mit einer Schmerzensgeldzahlung abfinden zu lassen. Das Gerichtsverfahren vor einem Jahr hatte eine ganze Lawine an Ermittlungsverfahren im personellen Umkreis der Balduinstein losgetreten, die ihrerseis noch nicht abgeschlossen sind. Zeugenaussagen ließen die Burg als Ort eines potentiellen „Pädo-Netzwerkes“ offenbar werden. Spekulativ ist, wie sich die vom BGH festgestellte Verjährung einiger Vorfälle und der eventuelle Rückzug eines der Opfer aus dem Verfahren auf das neue Urteil und das Strafmaß für Markus M. auswirken wird. Wohl eher zu seinen Gunsten. Quelle: BILD...