Erinnerungskultur: 100. Todestag von Maximilian Bayer...

In Gedenken an das Lebenswerk von Major Maximilian Bayer trafen sich Finnen und Deutsche am 20. September 2017 auf dem Hauptfriedhof in Mannheim. Der finnische Jägerbund und Traditionsverein Jägerbataillon 27 „Finnische Jäger“ sowie Pfadfinder der Europapfadfinder, der Freien Pfadfinderschaft Kreuzritter sowie der Altpfadfindergilden des Verbandes Deutscher Altpfadfindergilden gedachten dem Lebenswerk von Major Maximilian Bayer. Maxmilian Bayer ist der im Herbst 1917 gefallene Gründungsvater der deutschen Pfadfinderbewegung sowie der Wegbereiter der jungen finnischen Freiheitsbewegung. Insgesamt waren 18 Finnen nach Deutschland gekommen, um gemeinsam mit den deutschen Pfadfinder das Leben von Maximilian Bayer zu würdigen. Generalmajor Pennanen würdigte die grossen Leistungen Maximilian Bayers insbesondere als Erzieher und Ausbilder der jungen finnischen Jäger und Pfadfinder. Sein Einsatz für das finnische Volk sei bis heute unvergessen. Karl Scherer ergänzte mit neuen Erkenntnissen über das Leben von Maximilian Bayer die Feierstunde. Demnach habe Bayer zunächst den Auftrag gehabt, junge türkische Männer nach der Pfadfindermetode auszubilden. Ein Befehl aus Berlin entsandte ihn allerdings nach Hohenlockstedt. Nach einem anschliessend gemeinsamen Mittagessen beschlossen Pfadfinder und der finnische Jägerbund eine engere Zusammenarbeit. Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Finnentag und Maximilian Bayer

In Hohenlockstedt weiß jedermann, was es mit dem alljährlich begangenen Finnentag auf sich hat. Hunderte von Besuchern nehmen dort jedes Jahr an den entsprechenden Feierlichkeiten teil und bewundern die Laienschauspieler in ihren Kostümen, welche unter anderem „als Pfadfinder getarnte Finnen auf dem Weg zur militärischen Ausbildung“ und „Major Maximilian Beyer“ darstellen. Beyer mit „e“? Wikipedia dementiert und schreibt ihn mit „a“ – und damit wäre den Pfadfindern unter den Lesern zumindest schon einmal der Hauptakteur des Treibens ein Begriff. Während man als gestandener Pfadfinder die militärische Laufbahn von Baden-Powell, dem britischen Gründer der Pfadfinder, zumindest in groben Zügen auf dem Schirm hat, ist dies bei Maximilian Bayer, dem Mitbegründer der deutschen Pfadfinder, weniger oft der Fall. Major Maximilian Bayer startete 1915 in Hohenlockstedt die Ausbildung der sogenannten „Finnischen Jäger“. Kurzer geschichtlicher Exkurs: Finnland selbst war zu diesem Zeitpunkt durch das Russische Kaiserrreich nahezu vollständlich annektiert. Als Pfadfinder verkleidet und mit dem angeblichen Ziel der Teilnahme an einem Pfadfinder-Feldmeisterkurs kamen finnische Freiwillige, hauptsächlich nationalbewusste Studenten, nach Hohenlockstedt, um dort unter strengster Geheimhaltung eine militärische Grundausbildung zu erhalten. Diese  so genannten Finnischen Jäger (offizielle Bezeichnung: das Königlich-Preußische Reserve-Jägerbataillon 27) bildeten den Kern der späteren finnischen Armee. Die Ausbildung in Hohenlockstedt wird als Startpunkt des demokratischen Prozesses in Finnland aufgefasst, denn ohne eine eigene Armee hätte Finnland nie den Weg in die Unabhänigkeit geschafft. Wer konkret auf die Idee verfallen war, die Finnen als Pfadfinder zu verkleiden, ist nicht überliefert, aber für den Mitbegründer der deutschen Pfadfinderbewegung Major Maximilian Bayer höchstselbst wäre dies ein naheliegender Gedanke gewesen. In Hohenlocksteht begeht man im zeitlichen Umfeld des 25. Februars, an dem im Jahr 1915 der erste Ausbildungskurs mit 189 Finnen stattfand, jedes Jahr den sogenannten Finnentag. Mit als Pfadfindern verkleideten Finnen, einem Major Maximilian Bayer bzw. Beyer, dem Marsch...