Fahnendiebstahl: Tradition oder Straftat?...

Das Thema wird regelmäßig in Pfadfinderkreisen diskutiert (in Wandervogelkreisen wohl weniger, da wird stattdessen bekanntlich gesungen), aber aus aktuellem Anlass* hier die rechtlichen Hintergründe zu einem zumeist nächtlichen Besuch mit Traditionshintergrund, kurzum Fahnen- bzw. Bannerdiebstahl. In vielen Gruppen der Pfadfinder- und Jugendbewegung ist es Tradition, andere Gruppen nach Anbruch der Dunkelheit zu überfallen mit dem Ziel, deren Fahne zu erbeuten, welche dann im Tausch gegen zumeist einen Kasten Bier o.ä. wieder zurückgegeben wird. Da solche Aktionen immer das Potential haben, auszuarten, haben sich vielerorten ungeschriebene Regeln ergeben, angefangen von „Kinder sind zu verschonen“ bis hin zu „Böller sind zu vermeiden“. Einen allgemein gültigen Ehrenkodex gibt es jedoch nicht, außer eben, die Fahne wieder zurückzugeben. Zudem gilt in gemeinsamen Lagern in aller Regel der Lagerfrieden, hier ist der Diebstahl also gänzlich untersagt. Erfolgt der Diebstahl mit Duldung der vorübergehend bestohlenen Gruppe, sind diese also mit den Gebräuchen vertraut und grundsätzlich einverstanden und wird beim Überfall keine ungebotmäßige „Härte“ eingesetzt, so handelt es sich um ein spannendes, aber letztlich harmloses Spiel. Wird die Fahne jedoch absichtlich nicht zurückgegeben, handelt es sich um einen Diebstahl, ggf. in Tateinheit mit Hausfriedensbruch. (Auch wenn ein Blog im Netz versucht, darzulegen, es sei kein Diebstahl. Diese Einschätzung ist juristisch höchst fraglich.) Kennt die „überfallene“ Gruppe die Tradition nicht oder heißt sie diese nicht gut, so hat diese das Potential, als Diebstahl aufgefasst zu werden, bei Vorliegen eines „Bekennerschreibens“ mit Tauschforderung (Kasten Bier z.B.) hingegen als Erpressung. Natürlich handelt es sich bei einer Fahne „nur“ um ein Stück Stoff und bei einem Kasten Bier nur um einen Kasten Bier – dass hier eine eventuell eingeschaltete Polizei mit aller Härte gegen die zumeist jugendlichen „Straftäter“ vorgeht, ist kaum zu vermuten, sofern der Überfall selbst keine Verletzten hinterließ und von vorneherein keine Absicht...

KPE erklärt Herkunft der europäischen Flagge...

In der aktuellen Ausgabe ihrer Bundeszeitschrift erklärt die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) die Herkunft der europäischen Flagge. Der katholische Belgier jüdischer Abstammung, Paul M.G. Levi, Leiter der Kulturabteilung des Europarates, hätte sich mit dem Problem eines gemeinsamen Zeichens befaßt. Insbesondere die sozialistischen Abgeordneten, aber auch die Vertreter der Türkei, hätten ein Kreuz als Zeichnen abgelehnt. Eines Tages, so heißt es weiter, sei dann Levy an einer Mutter Gottes Statue mit Sternenkranz vorbeigekommen; durch die Sonne beschienen leuchteten die zwölf Sterne vor strahlend blauem Himmel. Dem von Levy dann vorgeschlagenem Symbol der zwölf Sterne stimmten alle zu (ohne die wahre Herkunft zu kennen). Die Zahl Zwölf steht seit dem Altertum für Vollkommenheit. Quelle: scouting...