Auch Stubenhocker können Pfadfinder „bekommen“...

In einem lesenwerten Artikel in der Huffington Post schreibt „Frau Mutter“ über den Spagat zwischen Förderung und Überforderung der eigenen Kinder und den Freizeitstress, den sich manche Eltern selbst und ihrem Nachwuchs bereiten, indem ihre Kinder mindestens ein Instrument zu lernen haben und zusätzlich eine Sportart regelmäßig ausüben müssen und … und … und … Ihr Fazit: „Auch wenn Geige noch so schön klingt […] Dein Kind sucht ein Hobby, nicht Du! […] Selbst passionierte Sportler können eher musisch begabte Töchter und Söhne bekommen! Oder ich als Stubenhockerin bekam eben einen begeisterten Pfadfinder.“ Sehr schön. Quelle: Huffington Post...

Auch die Tigerenten müssen ihre Betten selber beziehen...

Zu einem Lob auf die Förderung der Selbständigkeit durch die Pfadfinder wurde der aktuelle Artikel des Donaukurier über die neu gegründete Wölflingsgruppe des VCP in Karlshuld. Ob Betten selbst beziehen, Duschen oder Toiletten putzen, Pfannen schrubben oder Küchendienst leisten: Das gehöre für jeden, der bei den Pfadfindern mitmache, ganz selbstverständlich dazu, da gäbe es keine Debatten. Die Eltern würden oft staunen. Gibt man hingegen die Wörter „Betten beziehen“ und „Pfadfinder“ bei Google ein, lautet, zumindest bei mir direkt der erste Treffer (vom Stamm Graue Biber des BdP): „Wir sollten auch noch Betten beziehen, aber wir hatten keine Lust.“ Na, da sollten sich die „Grauen Biber“ an den Tigerenten (bzw. Krümelmonstern) vom VCP in Karlshuld aber mal ein Beispiel nehmen! Und auch der Google-Treffer beim Stamm der Ritter aus Lage ist nicht viel besser:  „Gershwin half uns dabei, weil nicht alle ihre Betten beziehen konnten.“ Leute, da fehlt ja offensichtlich noch die Übung! Außer bei Gershwin. Die Royal Rangers Stamm 112 aus Weinstadt hingegen schildern: „Wir mussten nichts aufbauen, nur unsere Betten beziehen“ – Bravo, gute Haltung, da brauchen sie sich Gershwin nicht auszuleihen. Und auch nicht die Älteren des Stammes St. Ulrich von Augsburg aus Villingen der DPSG, welche schildern: „Die Großen halfen vorbildlich den Kleineren beim Beziehen der Betten.“  Googelt man übrigens nach „Toilette putzen“ und „Pfadfinder“ trifft man auf die Aussage des Stammes Janusz Korczak aus Wengern, ebenfalls DPSG: „Toiletten putzen ist ein ideales Druckmittel“. OJE! Und das bei dem Stammesnamen! Da würde sich der Pädagoge vermutlich im Grabe umdrehen. Quelle: Donaukurier...

Leben ohne Vorbilder

In der Ausgabe 3-2013 befasst sich die Zeitschrift „kreuzwacht“ mit der These eines Lebens ohne Vorbilder. Es wird die Behauptung aufgestellt, dass derzeit Schule, Beruf, Universität und Elternhaus die Erziehung in einem Maße überwuchern, dass keine ausgewogene (Selbst-)Erziehung mehr möglich sei. Es fände eine allgemeingesellschaftliche Flucht aus der persönlichen Verantwortung in entpersönlichte Entscheidungsgremien statt, eine Flucht der Eltern vor ihren Kindern durch Fremdbetreuung und volle Freizeitverplanung, eine Flucht aus der Familie infolge des Emanzipationsstrebens, eine Flucht in Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie in eine künstliche Reizüberflutung durch Medien und Aktivitäten. Hierdurch würde das geistbestimmte Individuum Mensch jedoch verkümmern und mehr und mehr wieder durch ein sozial-triebbestimmtes Wesen ersetzt, welches er einst war. Nur durch entsprechende Vorbilder sei diese Entwicklung noch...