Balduinstein? Kann weg. Muss weg....

Der Pfadfinder-Treffpunkt hat ein deutliches Zeichen gegen die absolut unzulängliche Aufarbeitung und Distanzierung der Jugendburg Balduinstein hinsichtlich der mit ihr eng verknüpften Missbrauchsfälle gesetzt. Die Jugendburg Balduinstein wurde aus dem PT-Verzeichnis aller bündischen Begegnungsstätten gelöscht, gleiches wurde dem Autonomen Wandervogel zuteil. Letzerer besteht noch in Form einiger Personen, die weiter treu zu dem verurteilen Sexualstraftäter aus ihren Reihen stehen. Dem Trägerverein der Balduinstein wird vorgeworfen, seine Erklärungen zu den  Missbrauchsfällen seien reine Lippenbekenntnisse, solange Personen, die in den abgeschlossenen beiden Verfahren bereits als Täter „geoutet“ wurden, weiterhin in prägnanter Position auf der Burg tätig seien. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und...

Distanzierung durch Namensänderung...

Wie die bisherige Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis mitteilte, haben sie auf ihrem Thing Ende September die Umbenennung ihrer Gemeinschaft in „Befreundete Stämme Christlicher Pfadfinder (BSCP)“ beschlossen. Damit wollen sie ein deutliches Zeichen gegen die Missbrauchs-Skandale auf der Burg und im Umfeld des freien Bildungswerkes Balduinstein setzen. In der Verlautbarung von dem Vorsitzenden der BSCP heißt es: „Nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Verbindung mit dem Namen „Balduinstein“ kam in dem „Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis (CP-BSK)“ sehr schnell die Frage auf, ob man den eigenen Namen ändern solle, um nicht den falschen Verdacht zu befördern, dass der CP-BSK zur Burg Balduinstein gehöre. In dem sich anschließenden Prozess der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und den Grundlagen unserer Gemeinschaft war sehr schnell klar, dass die Verbindung zur Burg Balduinstein vor allem durch die Tatsache begründet wurde, dass das erste Führertreffen 1988 auf der Burg Balduinstein stattfand und sich hierauf der Name für unseren Kreis gründete. Außer dass wir uns in 26 Jahren vier Mal auf der Burg trafen, ein Mitglied des BSK dort seinen Zivildienst ableistete und die Burg als historisches Gemäuer einen schönen Rahmen für Treffen bildet, hatten und haben wir keine besondere Bindung zur Burg Balduinstein. Auf dem diesjährigen Thing am 21.09.2014 wurde deshalb beschlossen den Namen „Christliche Pfadfinderschaft – Balduinsteiner Kreis“ abzulegen und sich fortan „Befreundete Stämme Christlicher Pfadfinder (BSCP)“ zu nennen. Wir verurteilen ausdrücklich jede Form von Missbrauch an Menschen, sei sie sexueller, politischer oder sonstiger Natur. Wir wollen dazu beitragen, Missbrauch vorzubeugen, ihn aufzudecken und durch unsere Arbeit in den einzelnen Gruppen eine Kultur des gegenseitigen Achtens zu verwirklichen.“ Quelle: Pfadfinder-Treffpunkt...

Doch kein Pfiff aus dem Knast?

Der vor bereits einem Jahr zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung wegen Missbrauchs Schutzbefohlener verurteilte Ordensführer aus dem Autonomen Wandervogel hat Widerspruch gegen sein Urteil eingelegt. Nach einem für ihn erfolgreichen Revisionsverfahren am Bundesgerichtshof, der die Verjährung einiger Vorfälle festgestellt hat, muss sein Fall erneut verhandelt werden. Gestern war Prozessauftakt. Die weitere Verhandlung wurde auf den 4. November vertagt, da eines der Opfer in Erwägung zieht, sich mit einer Schmerzensgeldzahlung abfinden zu lassen. Das Gerichtsverfahren vor einem Jahr hatte eine ganze Lawine an Ermittlungsverfahren im personellen Umkreis der Balduinstein losgetreten, die ihrerseis noch nicht abgeschlossen sind. Zeugenaussagen ließen die Burg als Ort eines potentiellen „Pädo-Netzwerkes“ offenbar werden. Spekulativ ist, wie sich die vom BGH festgestellte Verjährung einiger Vorfälle und der eventuelle Rückzug eines der Opfer aus dem Verfahren auf das neue Urteil und das Strafmaß für Markus M. auswirken wird. Wohl eher zu seinen Gunsten. Quelle: BILD...

„Pädo-Netzwerk Balduinstein“: Weiteres Urteil gesprochen...

Am 5. Juni wurde ein weiteres Urteil wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige, die sich zu einem großen Teil auf der Jugendburg Balduinstein ereigneten, gesprochen. Der 54-jährige Angeklagte, bekannt unter dem Fahrtennamen eines ebenfalls einschlägig bekannten römischen Kaisers, war langjähriges und engagiertes Mitglied des Bildungswerkes, dem die Burg gehört und Gründungsmitglied des Autonomen Wandervogels, der sich sehr regelmäßig auf der Burg aufhielt. Er war zunächst wegen 27 Übergriffen, davon 24 Fällen des Kindesmissbrauchs, angeklagt. Da sich aber nicht sicher beweisen ließ, dass das/die Opfer zum Tatzeitpunkt noch unter 13 Jahren alt war, konnte der Tatbestand des Missbrauchs aufgrund Verjährung nicht dingfest gemacht werden. Letztlich wurde er wegen dreier nachgewiesener Übergriffe verurteilt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Als Bewährungsauflage hat er drei Beratungsgespräche bei der psychiatrischen Ambulanz in Trier wahrzunehmen, um seine weitere Therapiebedürftigkeit abzuklären, zudem zahlt er jeweils eine niedrige vierstellige Summe an Schmerzensgeld an die beiden Opfer. Wieder deuteten die Schilderungen und Aussagen der Beteiligten darauf hin, dass auf der Jugendburg Balduinstein über Jahre hinweg eine Art von pädophilem Netzwerk existiert hatte, in dessen Rahmen die Täter frei agieren konnten und Zugriff auf die Jungen erhielten. Bereits im vergangenen Jahr verurteilt wurde ein 37-jähriger Ordensführer (und ebenfalls Gründungsmitglied) des Autonomen Wandervogels. Dieser wurde wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen zu 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Die Zeugenaussagen im damaligen Prozess hatten die Ermittlungen gegen weitere Mittäter des Netzwerkes Balduinstein ins Rollen gebracht. Gegen vier weitere Personen, teilweise Wandervögel, teilweise Mitglieder im Bildungswerk Balduinstein, wird derzeit noch ermittelt. Der jetzt Verurteilte war zudem tätig im Filmteam des ursprünglich geplanten Filmes zur heutigen Jugendbewegung „Fürsten in Lumpen und Loden“. Das Projekt wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe unmittelbar abgebrochen. Quelle: Rhein-Zeitung 06.06.2014...

Alexej Stachowitsch – *10.10.1918 – †01.04.2013 Apr02

Alexej Stachowitsch – *10.10.1918 – †01.04.2013...

Am Ostermontag ist der Bundesführer des Jungenbundes Phoenix, Autor, Liedermacher, orthodoxer Christ und begeisterter Pfadfinder Alexej Stachowitsch (Axi) im Alter von 94 Jahren nach einem erfüllten Leben friedlich entschlafen. Viele kennen Ihn als eine wichtige Persönlichkeit in der Nachkriegs-Jugendbewegung in Deutschland und Österreich. Alexej Stachowitsch wurde am 10. Oktober 1918 in Stockholm als Sohn des Diplomaten Michael Stachowitsch geboren. 1929 trat er in den Österreichischen Pfadfinderbund (ÖPB) ein. Im Jahre 1933 hatte er auf dem Welt-Jamboree in Gödöllö/Ungarn Robert Baden-Powell noch sehen dürfen. Er war im ÖPB Gruppenführer bis zur Zwangsauflösung im Jahr 1938. Ab 1945 war er maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau der Pfadfinder Österreichs, PÖ. Bald darauf wurde er Landesfeldmeister des Landes Salzburg. Das Lagerlied für das „Lager der Freundschaft“ im Montafonder Tal im Jahre 1946 mit deutschen, schweizer, österreichischen, französischen und italienischen Pfadfindern (das erste so gestaltete Lager nach dem Zweiten Weltkrieg) stammte aus seiner Feder. Im Jahr 1974 war er Mitbegründer der Bildungs- und Begegnungsstätte auf Burg Balduinstein. Den bis dato aktiven Jungenbund Phoenix gründete er 1976. Bis 2011 stand er diesem als Bundesführer vor. 1981 bezog er einen Wohnsitz auf der Burg Balduinstein und wurde Schriftleiter vom „Stichwort“. 1983 kaufte er den „Phoenixhof“ in Weroth (Westerwald) als Alterssitz und baute diesen zum Zentrum des Jungenbundes Phoenix um. 1988 war Alexej Stachowitsch bei der Organisation des Meißner-Lagers tätig. Im Jahre 2003 wurde Axi mit dem höchsten Ehrenzeichen der PPÖ, der Goldenen Lilie...