„Ein Pfadfinder unserer Republik“...

Walter Scheel war Bundespräsident von 1974 bis 1979. Das war lange vor der Zeit, in der ich mich für Politik zu interessieren begann. Auch seine 1974 für die „Aktion Sorgenkind“ extrem erfolgreich eingesungene Version von „Hoch auf dem gelben Wagen“ ging, denn da war ich noch nicht geboren, eigentlich gänzlich an mir vorbei. Und dennoch! Walter Scheel, der Volkslied singende Staatsoberhaupt, der war für mich immer eine feste Größe. Der stand nicht für Zeitgeist, irgendeinen Modetrend oder den Versuch, sich beim Volk lieb Kind zu machen. Das war echt, authentisch. Das sind Dinge, die ich auch mit der Pfadfinderei verbinde. Gemäß der ARD sagte Bundespräsident Gauck bei seiner Rede anlässlich des Staatsaktes für den verstorbenen Walter Scheel: „Walter Scheel ist ein Wegbereiter der Reformära gewesen, im Wortsinne ein Pfadfinder unserer Republik.“ Selbst dieser Satz aus dem Mund unseres aktuellen Bundespräsidenten kann immer noch dazu herhalten, eine Diskussion „Wer darf wen Pfadfinder nennen“ bzw. „Wer darf sich Pfadfinder nennen“ loszutreten (so geschehen im pfadfindertreffpunkt). Und so verlieren sich die heutigen Pfadfinder wieder im Wort, statt der Tat. Eine endlose Geschichte. Themenwechsel: So manche aktuelle Politiker kann man sich schlecht singend vorstellen. Aber vielleicht verbergen sich da ja ganz ungeahnte Talente? Bildnachweis: Bundesarchiv, Bild 146-1989-047-20 / CC-BY-SA 3.0, wikipedia Kostenfrei den SPURBUCH Newsletter bestellen. Spurbuchverlag: Die größte Auswahl an Büchern über die Pfadfinder- und Jugendbewegung....

Pfadfinder und Militär – hierzulande undenkbar...

Anlässlich der Gedenkfeiern zum Ausbruch des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren wurde an vielen Orten in Polen und Deutschland der Opfer gedacht. In Polen nahezu immer dabei waren sowohl Vertreter von Pfadfindern, als auch des Militärs. In Polen gehört es zum Selbstverständnis der Pfadfinder, im Rahmen nationaler Anlässe Präsenz zu zeigen. Ähnlich bekannt ist das Engagement der amerikanischen Boy Scouts, bei Memorial Days  beispielsweise für die nächtliche Beleuchtung durch das Aufstellen unzähliger Kerzen auf den Gräbern gefallener Soldaten die Verantwortung zu übernehmen. So gingen denn dieser Tage unzählige Bilder von Pfadfindern auch durch unsere Zeitungen, oft auch auf den Titelblättern. Sie zeigten beispielsweise den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit seinem polnischen Amtskollegen Bronislaw Komorowski bei der Kranzniederlegung am Denkmal für die Verteidiger der Westplatte. Daneben salutieren polnische Marinesoldaten und jeweils ein Vertreter der polnischen Pfadfinder und der Pfadfinderinnen nehmen Haltung an. Ohne Pfadfindergruß, aber die Aussage ist unmissverständlich. Diese Selbstverständlichkeit, für die Nation „Flagge“ zu zeigen, ist den Pfadfindern hierzulande mit dem zweiten Weltkrieg und ihrer Verbotszeit verloren gegangen. Es gibt wohl keinen deutschen Verband oder Bund, der auf die Idee käme, sich – zumal in Kluft oder Tracht – neben einem uniformierten Soldaten ablichten zu lassen. Auch das Selbstbild der deutschen Soldaten leidet ja darunter, von weiten Teilen der Bevölkerung nicht als verdienstvolle Verteidiger ihres Vaterlandes angesehen zu werden, sondern allenfalls als geduldetes Übel, personifiziertes Symbol eines jeden Krieges. Eine Position, zu der die deutschen Pfadfinder im Großen und Ganzen größtmöglichen Abstand wahren. Bildnachweis: Warszawa Powstaniec, wikipedia Quelle/Aufhänger: z.B. Der Tagesspiegel...

Ohne Pfadfinder nicht möglich

Bundespräsident Horst Köhler forderte in einer Rede beim Überseetag in Hamburg dazu auf,  die aktuelle Wirtschaftskrise für eine Wende „hin zu einer zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftsweise zu nutzen“. Dafür müsse in vielen Bereichen umgedacht und umgesteuert werden, was ohne Pfadfinder in Politik und Wirtschaft, in Wissenschaft und Gesellschaft nicht möglich sei. Quelle: scouting...